Nokia-CEO: Europa und USA voneinander abhängig bei Technologie
Der CEO des finnischen Netzwerkausrüsters Nokia hat darauf hingewiesen, dass Europa und die USA trotz ihrer Bemühungen um technologische Unabhängigkeit weiterhin wechselseitig aufeinander angewiesen sind, wie Reuters berichtet. In einer Zeit, in der Regierungen versuchen, ihre eigenen Halbleiter- und Telekommunikationsindustrien zu stärken, betonte der Nokia-Chef, dass vollständige Autarkie kaum realisierbar sei.
Nach Angaben von Reuters äußerte der Nokia-CEO, dass weder Europa noch die USA in der Lage seien, alle technologischen Komponenten innerhalb ihrer eigenen Grenzen zu entwickeln und herstellen, ohne auf Know-how, Lieferketten und Produktionskapazitäten außerhalb der jeweiligen Region zurückzugreifen. Diese gegenseitige Abhängigkeit sei sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für die Industriepolitik in beiden Regionen.
Er verwies auf die Komplexität moderner technischer Ökosysteme und darauf, dass viele kritische Komponenten, von Halbleitern über Netzwerkhardware bis zu Softwareplattformen, weltweit verteilt entwickelt und produziert werden. Trotz geopolitischer Spannungen und dem zunehmenden Fokus auf lokale Produktion bleiben globale Kooperationen und arbeitsteilige Lieferketten nach seiner Einschätzung unverzichtbar.
Der Nokia-CEO betonte zudem, dass eine isolierte Herangehensweise die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit europäischer und nordamerikanischer Unternehmen langfristig gefährden könne. Stattdessen plädierte er für strategische Zusammenarbeit, bei der technologische Stärken in verschiedenen Regionen genutzt und ergänzt werden, um gemeinsame Ziele wie Netzwerksicherheit, digitale Infrastruktur und technologische Souveränität zu erreichen.
Die Aussagen stehen im Kontext weitreichender Debatten über die Zukunft der Technologie- und Halbleiterproduktion, in denen Regierungen und Industrie zunehmend darüber diskutieren, wie Abhängigkeiten reduziert und gleichzeitig die Vorteile globaler Wertschöpfungsketten erhalten werden können. Laut Reuters unterstreicht die Nokia-Position, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen regionaler Stärke und internationaler Kooperation ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit im Technologiesektor bleibt.


