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Marco-Mezger-interview
© TaiwanPlus via YouTube
Analysen |

Erklärung für Taiwans Führungsrolle in der fortgeschrittenen Halbleiterfertigung

Haben Sie sich schon einmal gewünscht, jemanden direkt aus der Halbleiterindustrie mit Ihren Fragen löchern zu können? Der Branchenveteran Marco Mezger setzte sich in der Reihe „Now You Know“ von TaiwanPlus vor die Kamera, um Zuschauerfragen zu beantworten – und ganz konkret zu erklären, warum die Dinge so funktionieren, wie sie funktionieren.

Eine der wiederkehrenden Fragen im Interview lautet, warum Taiwan weiterhin die fortgeschrittene Halbleiterfertigung dominiert und ob China realistisch in der Lage ist, diese Position zu übernehmen. Laut Mezger lautet die kurze Antwort: nein – zumindest nicht in absehbarer Zeit.

Taiwan steht heute für den Großteil der weltweiten Halbleiterproduktion und für einen überwältigenden Anteil der modernsten Logikchips. Diese Position ist, so Mezger, nicht das Ergebnis eines einzelnen technologischen Durchbruchs, sondern vielmehr das Resultat jahrzehntelanger, kontinuierlicher Investitionen in Fertigungsprozesse, Ausrüstung und ingenieurtechnisches Know-how. Fortschrittliche Halbleiterfertigung beruht weniger auf isolierten Innovationen als auf der Beherrschung Tausender streng kontrollierter Prozessschritte im industriellen Maßstab.

China hingegen sieht sich mit strukturellen Hürden konfrontiert, die über reine Kapitalinvestitionen hinausgehen. Zwar wurden erhebliche Mittel in den Aufbau einer eigenen Halbleiterkapazität gelenkt, doch Mezger betont, dass moderne Chipfertigung ein ganzes Ökosystem erfordert – darunter spezialisierte Materialien, hochentwickelte Produktionsanlagen und erfahrenes Fachpersonal. Der Aufbau eines solchen Ökosystems ist ein langfristiger Prozess, der sich nicht allein durch politische Maßnahmen beschleunigen lässt.

Ein weiterer angesprochener Faktor ist der Fertigungsfokus. Taiwans Halbleiterindustrie ist über Jahrzehnte hinweg rund um das Foundry-Modell gewachsen und hat die Auftragsfertigung für globale Kunden kontinuierlich verfeinert. Dadurch konnten sich taiwanische Fabriken nahezu ausschließlich auf Ausbeute, Zuverlässigkeit und Prozessoptimierung konzentrieren. Wettbewerberregionen, darunter China, versuchen hingegen häufig, Chipdesign, Fertigung und heimische Lieferketten gleichzeitig aufzubauen – ein deutlich komplexeres Unterfangen.

Mezger geht auch auf die breiteren geopolitischen Bestrebungen ein, die Halbleiterproduktion stärker zu diversifizieren, insbesondere durch neue Fabrikprojekte in den USA und Europa. Diese Investitionen können zwar die regionale Widerstandsfähigkeit erhöhen, führen jedoch nicht automatisch zu einer Führungsrolle bei den fortschrittlichsten Technologieknoten. Erfahrung – und nicht allein die Anzahl neuer Fabriken – bleibt ein entscheidender Faktor. Zusammengenommen erklären diese Dynamiken, warum Taiwans Position im Bereich fortgeschrittener Halbleiter weiterhin schwer anzugreifen ist.

Das vollständige Interview mit Marco Mezger ist im Rahmen der TaiwanPlus-Reihe „Now You Know“ auf YouTube verfügbar, wo er weitere Zuschauerfragen zur globalen Chipfertigung und zu Branchendynamiken ausführlicher beantwortet.


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