Rheinmetall und OHB verhandeln über Satellitenprojekt für die Bundeswehr
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall führt Gespräche mit dem Bremer Satellitenhersteller OHB über ein mögliches Satellitenprojekt für die Bundeswehr, wie eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte. Ziel der Gespräche sei es, militärische Raumfahrt- und Kommunikationsfähigkeiten im Rahmen staatlicher Rüstungsprogramme zu erweitern.
Details zu Umfang, Struktur oder vertraglichen Rahmenbedingungen der potenziellen Zusammenarbeit wurden allerdings nicht bekanntgegeben. Branchenbeobachter sehen in der möglichen Allianz zwischen Rheinmetall und OHB einen Hinweis darauf, dass Deutschland entschlossen ist, seine Unabhängigkeit und technologische Souveränität im militärischen Raumfahrtsektor zu stärken.
Rheinmetall, der traditionell vor allem für Bodenkampfsysteme, Artillerie und Munition bekannt ist, hat sich in den letzten Jahren verstärkt in Richtung Weltraumtechnologien und satellitengestützte Anwendungen orientiert. Zuletzt hatte das Unternehmen zusammen mit dem finnischen Partner ICEYE einen mehrjährigen Milliardenauftrag erhalten, um eine radarbasierte Satellitenkonstellation für die Bundeswehr bereitzustellen, die Erdbeobachtung und vernetzte Datenservices für Verteidigungsanwendungen liefern soll.
OHB ist einer der führenden europäischen Satellitenbauer und war unter anderem an der Entwicklung des deutschen militärischen SAR-Lupe-Aufklärungssystems beteiligt, das seit Jahren für hochauflösende Erdbeobachtungsdienste genutzt wird. Branchenexperten sehen in einer möglichen Kooperation beider Unternehmen eine Ergänzung der Fähigkeiten von Rheinmetall in Raumfahrtanwendungen mit der Erfahrung von OHB in Satellitentechnologie und -herstellung. Die Bundesregierung hatte zuletzt umfangreiche Finanzmittel für militärische Raumfahrt und Kommunikationsinfrastruktur im Verteidigungsbereich zugesagt, was einen klaren politischen Rahmen für solche Projekte schafft. Beobachter zufolge könnte die künftige Satelliteninitiative dabei helfen, kritische Kommunikations- und Aufklärungsfunktionen für Streitkräfte unabhängiger von ausländischen Anbietern zu gestalten.

