TKMS wirbt in Kanada um U-Boot-Deal über 12 Mrd. Euro
Der deutsche Marine-Ausrüster ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) will Kanada als strategischen Partner für den Bau von konventionellen U-Booten im Rahmen eines milliardenschweren Beschaffungsprogramms gewinnen. Dazu sucht das Unternehmen ein umfangreiches Finanzierungspaket, um ein Angebot zur Entwicklung und Lieferung der Unterseeboote über 12 Milliarden Euro vorzubereiten, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Kanada hatte im Rahmen seiner schweren U-Boot-Offensive Anfang 2025 einen Vertrag über die Beschaffung von bis zu 15 modernen konventionellen Unterseebooten ausgeschrieben, an dem sich internationale Schiffbauriesen beteiligen. TKMS, ein weltweit führender Anbieter von maritimer Verteidigungstechnik, wird als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für eine Lieferung gesehen, strebt jedoch Unterstützung an, um die erforderlichen industriellen Kapazitäten und Investitionsmittel abzusichern.
Nach Reuters-Informationen verhandelt TKMS intensiv mit deutschen und internationalen Finanzpartnern über ein Paket, das unter anderem Exportkreditgarantien, langfristige Finanzierungen und staatliche Absicherungen umfasst. Ziel ist es, ein wettbewerbsfähiges Angebot vorzubereiten, das sowohl technische Exzellenz als auch finanzielle Tragfähigkeit für das hochkomplexe U-Boot-Programm sicherstellt.
Die Gespräche folgen auf wachsende Bestrebungen deutscher und europäischer Industriekreise, strategische Technologie- und Sicherheitskooperationen mit Kanada und anderen NATO-Partnern zu stärken. Insbesondere die Bereiche Verteidigung, maritime Sicherheit und kritische Infrastruktur stehen im Fokus gemeinsamer Investitions- und Kooperationsstrategien.
Ein Sprecher von TKMS betonte gegenüber Reuters, dass ein starkes Finanzierungspaket entscheidend sei, um den technologischen und logistischen Herausforderungen des Projekts gerecht zu werden. Dabei gehe es nicht nur um die reine Produktion der U-Boote, sondern auch um die langfristige Unterstützung von Wartung, Support-Netzwerken und teilweisen lokalen Fertigungskapazitäten in Kanada.
Die Ausschreibung für die kanadischen U-Boote hat bereits das Interesse mehrerer internationaler Schiffsbauunternehmen geweckt. Beobachter sehen in dem hochdotierten Programm eine wichtige geopolitische Chance für die beteiligten Industrienationen, ihre maritimen Fähigkeiten und Lieferketten zu stärken.
