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Analysen |

Speichermarkt 2026: Knappheit, Strategie und Versorgungssicherheit

Der Memory-Superzyklus ist keine Prognose mehr – er ist Realität. Über alle großen Finanzinstitute und Branchenmedien hinweg zeigt sich ein klares Bild: 2026 wird von struktureller Unterversorgung geprägt sein, insbesondere bei DRAM und NAND. Nachfolgend eine Einordnung der zentralen Entwicklungen.

DRAM bleibt auch 2026 knapp

Das starke Wachstum von HBM (High Bandwidth Memory) bindet einen erheblichen Teil der hochwertigen DRAM-Waferkapazitäten sowie der Packaging-Ressourcen in einem Premiumsegment mit sehr hoher Marge pro Bit. Für Hersteller ist es dadurch wenig attraktiv, den klassischen DRAM-Markt mit zusätzlichen Volumen zu fluten, da Grenzkapazitäten profitabler in HBM fließen können.

Mit dem schnelleren Rückgang des Angebots im Vergleich zur Nachfrage verhält sich DDR4 zunehmend wie DDR3 in seiner späten Marktphase: Die Volumina sinken, während die Preise steigen und auf hohem Niveau verharren. Ab 2027 wird sich die DDR4-Versorgung voraussichtlich stark auf Nanya und Winbond konzentrieren, wobei die Preisgestaltung stärker von Knappheit als von Kosten bestimmt wird. Unternehmen, die DDR4 über 2027 hinaus benötigen, sollten diesen Speicher wie ein Spezialbauteil behandeln und frühzeitig mehrjährige Lieferverträge abschließen, statt auf eine Normalisierung der Marktpreise zu hoffen.

NAND-Angebot bleibt über 2026 hinaus eingeschränkt

Analysten erwarten für MLC-NAND-Flash einen weltweiten Kapazitätsrückgang von über 40 % im Jahr 2026. Auslöser ist unter anderem die Ankündigung von Samsung, die MLC-Produktion einzustellen, mit letzten Auslieferungen im Juni 2026.

Auch Kioxia, SK hynix und Micron haben ihre Kapazitäten reduziert und konzentrieren sich auf andere Technologien, wobei sie im Wesentlichen nur bestehende Nachfrage bedienen. Zwar bleibt der Bedarf in Endmärkten wie Industrieautomation, Automobil, Medizintechnik und Netzwerktechnik stabil, doch sind die Wachstumsaussichten begrenzt – ein zusätzlicher Anreiz zum Kapazitätsausbau fehlt.

Hersteller wie Marconix planen zwar Produktionshochläufe, diese benötigen jedoch Zeit. YMTC steigert ebenfalls die Fertigung, primär für den chinesischen Markt. Der globale Einfluss hängt jedoch von Exportkontrollen ab, zudem ist eine Abhängigkeit von YMTC mit geopolitischen Risiken verbunden.

Hohe Preise sind gekommen, um zu bleiben

Halbleiterfabriken erfordern enorme Investitionen und langfristige Planung. Die klassischen Skaleneffekte verlieren mit fortschreitenden Strukturgrößen zunehmend an Wirkung. Gleichzeitig erhöhen hohe Zinsen und steigende Energiekosten sowohl die Investitions- als auch die Betriebskosten – insbesondere bei EUV-intensiven DRAM-Fabs und hochlagigem NAND, die extrem energieintensiv sind.

Das Ergebnis ist eine zurückhaltendere Kapazitätserweiterung seitens der Hersteller und damit ein diszipliniertes Angebotsumfeld. Dadurch wird der Spielraum für starke Preisrückgänge in künftigen Abschwungphasen begrenzt. Für Abnehmer bedeutet dies: Die Zeiten extrem günstiger Standard-Speicherpreise werden voraussichtlich nicht zurückkehren.

Konsumentenmärkte verlieren an Bedeutung

Das Stückzahlenwachstum in klassischen Konsumentenmärkten wie PCs und Smartphones dürfte im niedrigen einstelligen Bereich bleiben. Zusätzlicher Wert entsteht zunehmend durch Premium- und KI-fähige Geräte statt durch breites Volumenwachstum.

Gleichzeitig verlagern sich Nachfrage und Preissetzungsmacht immer stärker in Richtung Rechenzentren, KI-Anwendungen, Automotive und Industrie. Investitionen, Kapazitätszuweisungen und Technologie-Roadmaps orientieren sich damit primär an hochwertigen, daten- und rechenintensiven Märkten. Diese strukturelle Verschiebung ist ein zentrales Merkmal des aktuellen Superzyklus und erklärt die anhaltende Angebotsknappheit bis mindestens 2026 hinaus.

Nicht Kunden wählen Speicher – Speicher wählt Kunden

Nach dem Abschwung der Jahre 2022 und 2023 haben Speicherhersteller ihre Kapazitäten strikt kontrolliert. Samsung, SK hynix und Micron reduzierten ihre Investitionen in Waferkapazitäten, wodurch die heutige Knappheit entstanden ist.

Zwar wurden inzwischen neue Großprojekte gestartet, doch der Aufbau oder die Modernisierung von Fabs dauert Jahre und kommt zu spät, um die aktuellen Engpässe zu entschärfen. Zudem sind die Investitionen gezielt ausgerichtet, sodass sich die Angebotslücke nur langsam schließen wird – vermutlich nicht vor 2027.

In einem Umfeld der Zuteilung verschiebt sich der Markt klar von einem Käufer- zu einem Verkäufermarkt, was eine grundlegende Anpassung der Beschaffungsstrategie erfordert.

Was bedeutet das für Sie?

Der aktuelle Halbleiter-Superzyklus ist das Ergebnis zweier Kräfte: strukturell erhöhte Nachfrage durch KI, Automotive und industrielle Digitalisierung sowie ein bewusst begrenztes Angebot aufgrund von Investitionsdisziplin, Technologiewechseln und geopolitischem Risikomanagement. Daraus entsteht ein längerer, weniger volatiler Aufschwung als in früheren Zyklen.

Auch wenn ab der zweiten Jahreshälfte 2027 punktuell Entspannung eintreten könnte – etwa bei NAND oder ausgewählten Standard-DRAM-Segmenten – ist bis dahin mit anhaltendem Allokationsdruck zu rechnen.

Für Systemhersteller liegt der strategische Fokus 2026 und 2027 daher weniger auf Preisoptimierung als auf Versorgungssicherheit. Zugang, Planbarkeit und Liefersicherheit werden entscheidend für Produktionsstabilität und Umsatzsicherung sein – selbst dann, wenn sich Preise später moderieren.

Beschaffungs- und Planungsmodelle sollten in den kommenden 24 bis 30 Monaten daher auf Resilienz, Transparenz und Risikomanagement ausgerichtet sein und nicht auf kurzfristige Kostensenkung.

Eine Partnerschaft mit Memphis Electronic bietet Zugang zu Expertise und Beratung, um fundierte Entscheidungen durch das Jahr 2026 hinweg zu treffen. Neumonda wurde mit dem Ziel gegründet, umfassende Speicher-Anwendungskompetenz unter einem Dach zu vereinen – durch die Kombination aus Distribution, Produktfertigung und Speicher-IP.


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