So ist Made in Germany zukunftsfähig
TQ investiert weiter in Elektronikentwicklung und -fertigung in Deutschland.
Mit über drei Jahrzehnten Erfahrung gehört die TQ-Group zu den prägenden Unternehmen der deutschen Elektronikfertigung. Seit der Gründung 1994 hat sich der Familienbetrieb zu einem breit aufgestellten Technologieanbieter entwickelt, der heute Embedded-Module, Antriebssysteme, Robotiklösungen und komplexe Elektronikfertigung kombiniert. Doch trotz Wachstum und Diversifizierung blieb eines konstant: der Anspruch, Entwicklung, Fertigung und Technologieintegration als untrennbare Einheit zu denken.
Thomas Zimmermann, Leiter Produkte, Dienstleistungen und Kundencenter bei der TQ-Group, erklärte im Gespräch mit Evertiq:
„Die wesentlichen Fertigungskosten werden bereits in der Entwicklung festgelegt. Darum haben wir von Anfang an Entwicklungs- und Produktionsdienstleistungen kombiniert. Diese Verzahnung ist der Kern unseres E²MS-Ansatzes.“
Dieser Ansatz habe TQ zu einem der führenden Anbieter für Elektronikenwicklung und Elektronikfertigung in Europa gemacht. Die Gruppe profitiert zudem davon, dass sie früh begonnen hat, eigene Technologien aufzubauen. Neben der Embedded-Sparte zählen heute Bereiche wie TQ-RoboDrive, TQ-Automation oder TQ-E-Mobility zum Portfolio. „So können wir mit einem breit gefächerten Angebot die gesamte Welt der Elektronik und Systeme bedienen“, sagte er gegenüber Evertiq.
Made in Germany bleibt strategische Grundlage
TQ ist bis heute ein familiengeführtes Unternehmen ohne externe Investoren – und diese Struktur prägt das Selbstverständnis des Unternehmens. „Made in Germany hat für uns einen sehr hohen Stellenwert“, betonte Zimmermann im Gespräch mit Evertiq. „Kundennähe ist für uns nicht nur in der Fertigung, sondern auch in der Entwicklung zentral.“
Für Branchen wie Medizintechnik, Luftfahrt oder Sicherheits- und Verteidigungstechnik ist der Standort ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Gerade in Zeiten fragiler Lieferketten steigt die Nachfrage nach verlässlichen und datensicheren Partnern.
„Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass sensible Daten wirklich in Deutschland bleiben und nicht indirekt über Investoren ins Ausland abfließen“, sagte er.
Gleichzeitig folgt TQ einem globalen local-to-local-Ansatz: hochautomatisierte Fertigung in Deutschland, Nearshore-Kapazitäten in Slowenien sowie Standorte in den USA und China. Dieser Aufbau verbinde Nähe, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit.
KI, Automatisierung und modulare Systeme
Um seine Zukunftsfähigkeit zu sichern, investiert TQ stark in KI und Automatisierung. „KI und Automatisierung zählen aktuell zu den stärksten Innovationsfaktoren“, erklärte Zimmermann gegenüber Evertiq. Das Unternehmen optimiert Materialfluss, Fertigungsprozesse und Endmontage digital und automatisiert – und schafft dadurch Skaleneffekte, die Geschwindigkeit, Flexibilität und Qualität miteinander vereinen.
Ein besonderer Vorteil liege in den hauseigenen Embedded-Modulen. „Markterfolg wird heute vor allem durch Geschwindigkeit entschieden“, sagte er. „Unsere modularen Embedded-Lösungen verkürzen Entwicklungszeiten erheblich und erhöhen die langfristige Verfügbarkeit.“
Hohe Anforderungen in sicherheitskritischen Sektoren
TQ beliefert seit vielen Jahren sicherheitsrelevante Branchen. Dort stehen Prozesssicherheit, lückenlose Dokumentation und klar strukturierte Traceability-Systeme im Vordergrund. „Unsere Kunden legen großen Wert auf zertifizierte Prozesse und zuverlässige Dokumentation über jeden Schritt hinweg“, betonte Zimmermann.
Ein zentraler Bestandteil sei das firmeneigene, akkreditierte Product-Compliance-Center, das Tests und Messungen für internationale Produktzertifizierungen durchführt und die gesamte Wertschöpfungskette absichert.
Ausblick: Digitalisierung bleibt stärkste Kraft
Für die kommenden Jahre erwartet TQ, dass sich der Trend zur Digitalisierung und KI-Integration weiter verstärken wird – nicht nur in der Fertigung, sondern auch in der Entwicklung und Administration.
„Wir standardisieren unsere Anlagen und Prozesse werksweit und automatisieren qualitätsrelevante Schritte mithilfe von SPS, Cobots und Industrierobotern“, sagte Zimmermann im Gespräch mit Evertiq. KI-basierte Planung im TQ-MES-System solle die Effizienz zusätzlich erhöhen.
Gleichzeitig wachse die Zahl der großen OEMs, die Outsourcing-Möglichkeiten suchen und auf zuverlässige Partner setzen. Für TQ eröffnet das zusätzliche Chancen.
„Als Pionier des E²MS-Prinzips haben wir Rückenwind“, sagte er abschließend gegenüber Evertiq. „Wir setzen weiter auf die erfolgreiche Kombination aus Entwicklung, Fertigung und einsatzbereiten Embedded-Modulen.“
Über alle Veränderungen hinweg bleibe dabei eine Konstante:
„Unser Credo Technologie in Qualität begleitet uns seit drei Jahrzehnten – und wird uns auch in Zukunft leiten.“

