
Canon eröffnet neue Fabrik für Halbleiter-Lithographiesysteme nördlich von Tokio
Canon Inc. hat am 31. Juli 2025 der Öffentlichkeit eine neu errichtete Fabrik für Halbleiterfertigungssysteme im japanischen Utsunomiya, nördlich von Tokio, vorgestellt. Es ist die erste neue Produktionsstätte des Unternehmens für Halbleiteranlagen seit 21 Jahren – die letzte wurde 2004 eröffnet. Mit der Investition reagiert Canon auf die weltweit steigende Nachfrage nach Produktionsanlagen im Zuge des dynamischen Wachstums der Halbleiterindustrie.
Für das Werk wurden rund 50 Milliarden Yen investiert. Die Fabrik umfasst eine Gesamtfläche von 67.518 Quadratmetern und soll im September 2025 den Betrieb aufnehmen. Die volle Produktionskapazität wird für 2027 oder später angestrebt. Gemeinsam mit den bestehenden zwei Werken soll die Gesamtkapazität auf über 300 Lithographiesysteme pro Jahr steigen.
Bei der Eröffnungsfeier betonte Canon-CEO Fujio Mitarai:
„Die Bedeutung von Halbleitern nimmt weiter zu. Es ist unsere Verantwortung, eine stabile Versorgung mit Fertigungsanlagen sicherzustellen.“
Im Jahr 2024 verkaufte Canon weltweit 233 Lithographiesysteme und hält damit gemessen an der Stückzahl einen Marktanteil von rund 30 %, was den zweiten Platz hinter dem niederländischen Branchenführer ASML bedeutet. ASML dominiert vor allem im Hochleistungsbereich mit seinen EUV-Systemen (Extreme Ultraviolet).
Canon verfolgt mit der neuen Anlage auch technologische Ambitionen: Neben konventionellen Anlagen sollen dort künftig Nanoimprint-Lithographiesysteme für fortschrittliche Halbleiter gefertigt werden. Dabei werden Schaltkreismuster ähnlich einem Stempel direkt auf die Wafer gepresst – ein Verfahren, das im Vergleich zur klassischen Lithografie sowohl kostengünstiger als auch energieeffizienter ist. Canon plant, mit dieser Technologie stärker in den Markt für High-End-Halbleiter einzusteigen.
Der Bedarf an Halbleitern wächst rasant – unter anderem getrieben durch Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Laut World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) wird der weltweite Halbleitermarkt im Jahr 2026 voraussichtlich um 8,5 % auf rund 760 Milliarden US-Dollar wachsen. Langfristige Prognosen gehen von einem Marktvolumen von 1 Billion US-Dollar bis 2030 aus.
Japan behauptet sich dabei als starker Akteur: Laut Angaben des japanischen Finanzministeriums erreichten die Exporte von Halbleiterfertigungsanlagen im Jahr 2024 einen Rekordwert von 4,496 Billionen Yen. Die neue Canon-Fabrik unterstreicht die Ambition, Japans führende Rolle in der globalen Halbleiterwertschöpfungskette weiter auszubauen.