
AIXTRON Partner im Forschungsprojekt GraFunkL
AIXTRON SE ist Partner im Forschungsprojekt „GraFunkL“ zum Einsatz neuartiger UVC-LEDs, die unter anderem künftig gegen multiresistente Krankenhauserreger genutzt werden sollen. Das schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.
GraFunkL steht für „Graphen als funktionale Schicht in UVC-LEDs“. Kooperationspartner von AIXTRON in dem Projekt sind das Fachgebiet Werkstoffe der Elektrotechnik von Prof. Dr. Gerd Bacher, Universität Duisburg-Essen, die auf Terahertz-Messtechnik spezialisierte Protemics GmbH aus Aachen und die ams-OSRAM International GmbH in Regensburg, Vorreiter bei Licht- und Sensortechnologien. Gefördert wird das Projekt in den kommenden drei Jahren vom Bundesforschungsministerium mit 2,1 Millionen Euro.
Die Nutzung von ultraviolettem (UV) Licht gegen multiresistente Keime existiert bereits seit mehr als 100 Jahren. Treffen UV-Strahlen mit einer bestimmten Wellenlänge (265 bis 286 Nanometer) auf Viren oder Bakterien, zerstören sie die chemischen Bindungen – darunter die DNA der Erreger.
Herkömmliche Methoden basieren auf Quecksilberdampflampen. Halbleiterbasierte UV-Strahlungsquellen sind nicht nur langlebiger, sondern auch frei von giftigem Quecksilber. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch geringe Größe und Gewicht aus, weshalb sie sich auch für den mobilen Einsatz sehr gut eignen.
„Innovativ an dem Projekt ist die direkte Abscheidung von Graphen auf dem UVC-LED Wafer. Diese neuen Photonik-Komponenten eignen sich für eine Reihe von Anwendungen, unter anderem für die Dekontamination mikrobiell belasteter Raumluft, Abwässern oder Oberflächen“, erklärt Prof. Dr. Michael Heuken, VP Advanced Technologies bei AIXTRON.
Der Einsatz von Graphen verbessert sowohl die Energie-Effizienz als auch den Lichtertrag. Eine atomlagendünne, aus Kohlenstoff bestehende Schicht mit hoher elektrischer Leitfähigkeit und einer hohen optischen Transparenz wird in die UVC-LEDs integriert und damit die Effizienz der Leuchtdioden gesteigert.
Zentrales Arbeitsziel des Projekts GraFunkL sei es darüber hinaus, eine Plattform zu entwickeln, die es ermöglicht, großflächig – das heißt mit Wafern bis zu 150 Millimetern Durchmesser – Graphen aufzubringen. Die wiederum soll in eine industrielle Fertigungslinie von UVC-LEDs integriert werden können.