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© esa Elektronikproduktion | 21 Oktober 2016

'Calling Major Tom'

Die essentiellen Daten, die das ExoMars-LandegerÀt Schiaparelli wÀhrend seines Abstiegs zur OberflÀche des Roten Planeten an sein Mutterschiff, den Spurengasorbiter (TGO), gefunkt hat, wurden per Datenrelais zur Erde gesendet und werden gegenwÀrtig von Experten analysiert.
FrĂŒhe Hinweise aus den Funksignalen, die sowohl von der weltweit grĂ¶ĂŸten Radioteleskop-Anlage fĂŒr WellenlĂ€ngen im Meterbereich, dem Giant Metrewave Radio Telescope (GMRT) beim indischen Pune, als auch von der ESA-Sonde Mars Express aus dem Orbit empfangen wurden, lassen darauf schließen, dass das Landemodul die meisten Etappen seines sechsminĂŒtigen Abstiegs durch die MarsatmosphĂ€re erfolgreich absolviert hat. Hierzu zĂ€hlen unter anderem die AtmosphĂ€renbremsung, die Entfaltung des Fallschirms und die Abtrennung des Hitzeschilds. Der Datenempfang durch das GMRT und Mars Express brach jedoch kurz vor der erwarteten Landung des Moduls auf der MarsoberflĂ€che ab. Die Diskrepanzen zwischen den beiden DatensĂ€tzen werden gegenwĂ€rtig von Experten im Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt analysiert. Um die Lage besser beurteilen zu können, mussten zunĂ€chst die ausfĂŒhrlichen Telemetriedaten des Spurengasorbiters untersucht werden, der zeitgleich mit dem Abstiegsflug von Schiaparelli ein entscheidendes, erfolgreich verlaufenes Manöver zur Einbringung in die Marsumlaufbahn durchgefĂŒhrt hat. Die wichtigen Daten von Schiaparelli konnten aufgenommen und in den frĂŒhen Morgenstunden des heutigen Tages zur Erde gefunkt werden. Diese Daten wurden nun zum Teil analysiert. Sie bestĂ€tigen, dass die Phasen des Eintritts und des Abstiegs in die AtmosphĂ€re wie erwartet verlaufen sind, die Ereignisse nach dem Abwurf des hinteren Hitzeschilds und des Fallschirms jedoch auf einen nicht planmĂ€ĂŸigen Verlauf hindeuten. So scheint der Abwurf frĂŒher als geplant erfolgt zu sein, die Auswertung der Daten ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Was die Triebwerke anbetrifft, kann zwar mit Sicherheit gesagt werden, dass sie fĂŒr eine kurze Zeit gezĂŒndet wurden, es aber danach aussieht, dass sie ihren Betrieb frĂŒher als erwartet eingestellt haben – in welcher Höhe dies geschah, muss ebenfalls noch analysiert werden. „Nach den gestrigen Ereignissen haben wir jetzt einen eindrucksvollen Orbiter in der Marsumlaufbahn, der sich wissenschaftlichen Aufgaben widmen kann und als RelaisunterstĂŒtzung fĂŒr die im Jahr 2020 zu startende ExoMars-Rovermission dienen wird“, so ESA-Generaldirektor Jan Wörner. „Schiaparellis wichtigste Aufgabe lag in der Erprobung europĂ€ischer Landetechnologien. Dazu gehörte auch die Aufzeichnung von Daten beim Abstieg und es ist unerlĂ€sslich, dass wir nun herausfinden, was passiert ist, um fĂŒr die Zukunft gerĂŒstet zu sein.“ „In Bezug auf das Testmodul Schiaparelli haben uns Daten erreicht, mit denen wir den gesamten Ablauf nachvollziehen können und die uns Hinweise darauf liefern werden, warum keine sanfte Landung erfolgte“, erklĂ€rt David Parker, ESA-Direktor fĂŒr bemannte Raumfahrt und robotische Exploration. „Ingenieurtechnisch gesehen ist es das, was wir von einem Test erwarten, und wir verfĂŒgen nun ĂŒber Ă€ußerst wertvolle Daten, die wir auswerten können. Eine Untersuchungskommission wird sich nĂ€her mit diesen Daten befassen, zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine weiteren Spekulationen anstellen.“
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2019.02.15 09:57 V12.1.1-2