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© xdew77 dreamstime.com Analysen | 22 Juni 2016

Deutsche Robotik und Automation erreicht Rekord-Umsatzvolumen

Die Robotik und Automation in Deutschland hat 2015 das Rekord-Umsatzvolumen von 12,2 Milliarden Euro erreicht – ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Aufgeschlüsselt nach den drei Segmenten bilden die Integrated Assembly Solutions (vormals Montage- und Handhabungstechnik) mit einem Umsatzvolumen von 6,9 Milliarden Euro die größte Teilbranche (plus 10 Prozent). Die Robotik erwirtschaftete ein neues Rekordergebnis von 3,3 Milliarden Euro (plus 1 Prozent) und die Industrielle Bildverarbeitung von 2 Milliarden Euro (plus 9 Prozent).

Bei den VDMA-Wachstumsprognosen für das laufende Jahr hat die Industrielle Bildverarbeitung die Nase vorn. Hier wird der Branchenumsatz 2016 voraussichtlich um 8 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro steigen. Für die Robotik wird ein moderater Zuwachs von 2 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro erwartet und bei den Integrated Assembly Solutions eine Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Rekordniveau. Für das Wachstum der deutschen Robotik- und Automationsbranche insgesamt prognostiziert der VDMA für 2016 abermals einen Umsatzrekord von 12,5 Milliarden Euro (plus 2 Prozent).

Deutschland solide – Export steigt

In den Regionen wurden die größten Umsatzanteile 2015 mit 45 Prozent im deutschen Heimatmarkt erreicht - innerhalb Europas (ohne Deutschland) waren es 24 Prozent. Größter ausländischer Einzelmarkt für die Branche ist China mit einem Umsatzanteil von 11 Prozent. Nordamerika liegt mit 9 Prozent an zweiter Stelle. Seit 2010 ist der Exportanteil der Branche kontinuierlich gestiegen auf zuletzt 55 Prozent.

Fabriken setzen weltweit auf Industrie-Roboter

Der globale Robotereinsatz entwickelt sich seit Jahren expansiv. Zwischen 2010 und 2015 wurden weltweit rund 1,1 Millionen neue Industrieroboter installiert, berichtet die International Federation of Robotics (IFR). Die Roboter-Nachfrage wird den IFR-Prognosen zufolge auch in den kommenden Jahren einen sehr dynamischen Verlauf nehmen. Bis 2018 werden in den Fabriken der Welt 2,3 Millionen Industrie-Roboter installiert sein - das entspricht einem durchschnittlichen Jahreswachstum des Roboterbestandes von 12 Prozent (2016-2018).

Arbeitswelt im Wandel

Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung der Produktion verändert die Arbeitswelt. In der Zukunft werden menschliche und maschinelle Fähigkeiten intelligenter kombiniert als jemals zuvor. Das wird nicht nur die Produktivität erhöhen, sondern auch die Qualität der Arbeitsplätze deutlich verbessern. Durch smarte Assistenzsysteme können Handarbeitsplätze in der variantenreichen Montage ergonomischer und fehlerfrei gestaltet werden. Mit der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) wird der Roboter zum Assistenten des Werkers. Während einfache, repetitive und körperlich anstrengende Tätigkeiten zunehmend automatisiert werden, spielt der Mensch mit seiner besonderen Urteilsfähigkeit, Flexibilität und Kreativität auch in Zukunft die zentrale Rolle. Die Kombination von menschlichen Fähigkeiten und Robotik ist ein Erfolgsrezept und spiegelt sich beispielsweise bei den deutschen Autobauern wider: Zwischen 2010 und 2015 stieg der Roboterbestand in der deutschen Automobilindustrie um 17 Prozent, während die Beschäftigtenzahl um 13 Prozent zunahm. Die digitale Transformation der Arbeitswelt stellt dabei neue Anforderungen an das Bildungssystem. Ausbildungsberufe wie beispielsweise Mechatroniker und Produktionstechnologe sind wegweisend. Berufsschulen müssen mit der technischen Entwicklung Schritt halten und entsprechend ausgerüstet werden.

Europäisches Parlament droht Robotik auszubremsen

Die Normung der Robotersicherheit wird derzeit auf Ebene der International Organisation for Standardization (ISO) weltweit vorangetrieben. Die Sicherheitsanforderungen bei der Mensch-Roboter-Kollaboration sind bereits in einer weltweit gültigen technischen Spezifikation der ISO geregelt.

Vor diesem Hintergrund sieht der VDMA den Vorstoß des Europäischen Parlaments, die Grundlage für einen europäisch einheitlichen Rechtsrahmen für Robotik und autonome Systeme zu schaffen, grundsätzlich positiv.

„Im Mai 2016 hat der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments einen Entwurfsbericht vorgelegt. Diese Vorschläge sehen wir allerdings sehr kritisch. Dazu zählen Ideen wie ein Roboterregister einzuführen, den Status einer „electronic person“ zu schaffen oder Roboter mit Sozialabgaben zu belegen. Dieser vorgeschlagene Regulierungsrahmen lässt einen praxisfernen Bürokratieaufwand erkennen, der den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen der Robotik auszubremsen droht“, sagte Patrick Schwarzkopf.

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2018.06.15 00:12 V9.6.1-2