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© pichetw dreamstime.com Analysen | 10 MĂ€rz 2016

Maschinenbau und Elektroindustrie prägen Industrie 4.0

Der Maschinenbau und die Elektroindustrie in Deutschland sind sich einig: Industrie 4.0 wird von den Unternehmen dieser beiden Branchen geprÀgt.
In ihrem ersten gemeinsamen Interview fĂŒr die Verbandszeitschriften VDMA Nachrichten und AMPERE betonen die beiden PrĂ€sidenten, dass Industrie 4.0 auch mittelstĂ€ndischen Betrieben viele neue Chancen bietet. „Durch die Digitalisierung tun sich ganz neue GeschĂ€ftsfelder gerade fĂŒr kleinere Unternehmen auf, wenn wir nicht mit der Inbetriebnahme der Maschine beim Kunden aufhören, sondern ihm helfen, seine Produktion zu optimieren oder diese sogar zu betreiben“, erlĂ€utert VDMA-PrĂ€sident Dr. Festge. Dass dies gelingen wird, steht fĂŒr ZVEI-PrĂ€sident Ziesemer außer Frage: „Unsere Unternehmen kennen ihre Kunden. Wir liefern nicht nur den besten Antrieb oder die beste Steuerung, sondern wissen, wie wir diese Komponenten in die Prozesse einbinden können. Technologien sind dabei Mittel zum Zweck und werden sich verĂ€ndern: Der IT-Anteil steigt, die Integration ins Internet wird zum Standard“, erlĂ€utert er.

Europaweit einheitliche Regeln fĂŒr die Datensicherheit

Auf diesen Weg haben sich immer mehr Unternehmen bereits begeben, und die VerbĂ€nde helfen mit, die richtigen Rahmenbedingungen fĂŒr Industrie 4.0 zu schaffen. „Das Momentum ist sehr groß“, betont ZVEI-PrĂ€sident Ziesemer. So wurde unter anderem mit dem „Labs Network Industrie 4.0“ die Voraussetzung geschaffen, „dass mittelstĂ€ndische Unternehmen Lösungen fĂŒr die vernetzte Fabrik in der Praxis testen können.“ Auch die Politik und die Gewerkschaften haben die Bedeutung von Industrie 4.0 erkannt, loben die beiden PrĂ€sidenten. Ein Manko sehen sie jedoch in dem immer noch ungenĂŒgenden europĂ€ischen Rechtsrahmen fĂŒr die weitere Entwicklung der digitalen Produktion. „Ich sage nur: Datenschutzrichtlinien. Es kann ja nicht sein, dass wir in jedem Mitgliedsstaat unterschiedliche Regelungen haben“, bemĂ€ngelt ZVEI-PrĂ€sident Ziesemer. „Die Digitalisierung macht an den Grenzen nicht Halt. Das gilt fĂŒr intelligente Energienetze genauso wie fĂŒr das Automobil. Auch hier mĂŒssen wir europaweit einheitliche Regeln schaffen“, bekrĂ€ftigt VDMA-PrĂ€sident Dr. Festge.

Eine große Herausforderung insbesondere fĂŒr die kleineren und mittelstĂ€ndischen Betriebe sehen beide VerbĂ€nde in der Personalgewinnung fĂŒr Industrie 4.0. „Der FachkrĂ€ftemangel ist die grĂ¶ĂŸte Herausforderung ĂŒberhaupt“, betont ZVEI-PrĂ€sident Ziesemer. Nach Ansicht von VDMA-PrĂ€sident Dr. Festge ist hier der Staat gefordert. So können SchĂŒlerinnen und SchĂŒler zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen das Fach Technik zwar zur AbiturprĂŒfung wĂ€hlen, „aber wir haben nur 120 Lehrer, die dieses Fach unterrichten und PrĂŒfungen abnehmen dĂŒrfen. Das ist eine politische Aufgabe: SchĂŒler und SchĂŒlerinnen frĂŒhzeitig mit Technik in Kontakt zu bringen“, fordert Dr. Festge.

Der Mensch bleibt im Mittelpunkt

Einig sind sich die beiden PrĂ€sidenten darin, dass die moderne Produktionswelt den Menschen noch immer im Mittelpunkt haben wird. Allerdings werden sich die Anforderungen an die Arbeit verĂ€ndern. „Das Ziel muss sein, dass nach der Digitalisierung mindestens so viele Industrie-ArbeitsplĂ€tze bestehen wie vor deren Beginn. Ohne Wenn und Aber. Die Chance ist grĂ¶ĂŸer als das Risiko“, sagt ZVEI-PrĂ€sident Ziesemer. „Es wird zu Umschichtungen kommen“, ergĂ€nzt VDMA-PrĂ€sident Dr. Festge. „Besonders monotone Arbeiten können durch intelligentere Maschinen eines Tages automatisiert werden.“ Ein Verlust, der aber verschmerzbar ist, weil zugleich neue ArbeitsplĂ€tze entstehen, erlĂ€utert er.

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Weitere Informationen finden sie hier: © VDMA und ZVEI.
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2018.12.12 02:03 V11.10.8-1