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© ruag Elektronikproduktion | 11 Februar 2016

Europa schickt neuen Umweltwächter ins All

Nach dem erfolgreichen Start von Sentinel-2A im FrĂŒhjahr 2015 folgt mit Sentinel-3A nun ein weiterer Umweltsatellit des europĂ€ischen Copernicus-Programms ins All.
Am 16. Februar soll der Radarsatellit an der Spitze einer Rockot-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof in Plessezk starten. Europas fĂŒhrender Raumfahrtzulieferer RUAG Space hat massgeblich an der Entwicklung und am Bau des Satelliten mitgewirkt.

Von RUAG Space Österreich stammen wie auch bereits fĂŒr Sentinel-2 die GPS-Navigations-empfĂ€nger, mit denen die Satelliten ihre genaue Position im All ermitteln, sowie die Schnittstellenelektronik fĂŒr den Satelliten-Zentralcomputer. Des weiteren zeichnet RUAG Space auch fĂŒr das gesamte Thermalsystem verantwortlich, das, bestehend aus mehrlagiger Thermalisolation und Heizelementen, fĂŒr einen geregelten Temperaturhaushalt im Inneren des Satelliten sorgt. Ausserdem lieferte das Wiener Weltraumtechnikunternehmen das Hochfrequenz-Testsystem des Höhenmessradars von Sentinel-3.

Die Satellitenstruktur aus Kohlefaser und Aluminium sowie die Schleifringe fĂŒr das drehbar gelagerte Solarpaneel stammen von RUAG Space Schweiz. Von der schwedischen Schwesterfirma RUAG Space AB wurde der zentrale Steuerungscomputer des Satelliten geliefert. Die beiden Antennen fĂŒr die Satellitensteuerung sowie fĂŒr den österreichischen GPS-EmpfĂ€nger stammen ebenfalls aus Schweden. Hauptauftragnehmer fĂŒr den Bau des Satelliten ist das französisch-italienische Unternehmen Thales Alenia.

Die Sentinels (auf Deutsch "Wachposten") sind das HerzstĂŒck des europĂ€ischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus, mit dem die EuropĂ€ische unter anderem Daten fĂŒr Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft, Raumplanung, sowie fĂŒr das Katastrophen-Management zur VerfĂŒgung stellen will. Bis zum Jahr 2021 sollen insgesamt fĂŒnf verschiedene Sentinel-Missionen gestartet werden.

Mit Sentinel-3A wird nun der dritte aus der Familie der Copernicus-Satelliten ins All gebracht. In Fortsetzung der 2012 zu Ende gegangenen europĂ€ischen Envisat-Mission, liegt sein Hauptaufgabengebiet in der Beobachtung der Vegetation und der Ozeane. Die sechs Instrumente an Bord dienen vorrangig der Vermessung der Topographie der MeeresoberflĂ€che und der Erfassung von Temperatur der Ozeane und Landmassen. Die hochprĂ€zisen Messdaten dienen zur UnterstĂŒtzung der Umwelt- und Klimaforschung und erfassen die VerĂ€nderung von Landmassen und deren OberflĂ€che. Weiterhin ermöglichen sie, als Dienstleistung fĂŒr die Seefahrt, eine genauere Vorhersage von ZustĂ€nden der MeeresoberflĂ€che. Ein baugleicher, zweiter Sentinel-3-Satellit soll im kommenden Jahr ins All folgen.
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2018.12.12 22:05 V11.10.12-1