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© ruag Elektronikproduktion | 25 November 2015

Weltraumtechnik von RUAG auf der Jagd nach Gravitationswellen

RUAG Space lieferte ausgefeilte Mechanismen sowie elektronische und elektro-optische Baugruppen f├╝r den Satelliten der am 2. Dezember vom Europ├Ąischen Weltraumbahnhof Kourou aus ins All gestartet werden soll.
Mit der Satellitenmission Lisa Pathfinder will die Europ├Ąische Weltraumagentur ESA den Weg f├╝r den Nachweis von Gravitationswellen ebnen. Gel├Ąnge es, Gravitationswellen zu beobachten, w├╝rde dies Wissenschaftlern zu einem v├Âllig neuen Blick auf das Universum verhelfen. Schliesslich ist die Schwerkraft die einflussreichste Kraft im Universum ├╝berhaupt. W├╝rfel aus Gold und Platin im freien Fall Lisa Pathfinder soll nun den Weg ebnen, um die Wellen mit einem Experiment im Weltall aufzusp├╝ren. Der Nachweis der Gravitationswellen soll dabei mit Hilfe von Testk├Ârpern gef├╝hrt werden, die sich physikalisch gesehen im freien Fall befinden. Den eigentlichen Nachweis der Gravitationswellen soll die sp├Ątere Mission eLisa f├╝hren. Mit dem Lisa Pathfinder sollen jetzt die daf├╝r notwendigen Technologien im Weltraum getestet werden. Lisa Pathfinder soll beweisen, dass es m├Âglich ist, mit einem Laserinterferometer die Distanz zwischen zwei frei schwebenden Testk├Ârpern im All extrem genau zu messen. Im Innern des Satelliten schweben im Abstand von 38 cm zwei je 1,96 kg schwere W├╝rfel aus einer Gold-Platin-Legierung. Daf├╝r, dass die beiden W├╝rfel w├Ąhrend des Raketenstarts sich an ihrem Platz bleiben, sorgt ein Mechanismus von RUAG Space, ein zweiter hoch pr├Ąziser Mechanismus von RUAG ├╝bernimmt die heikle Aufgabe, die Testmassen nach dem Start extrem feinf├╝hlig frei schwebend in ihren Testkammern zu platzieren. Auf ein Billionstel Meter genau Schweben die beiden W├╝rfel erst einmal in ihren Kammern, wird der Abstand zwischen ihnen, von einem hoch genauen Laser-Interferometer st├Ąndig ├╝berwacht. Dazu bestrahlt dieses Instrument die stark reflektierenden Oberfl├Ąchen der beiden W├╝rfel mit Laserlicht und misst die Phasenverschiebung der Lichtwellen, die entsteht, wenn sich der Abstand der beiden Testmassen zueinander ver├Ąndert. So sollen Entfernungs├Ąnderungen im Billionstel-Meter-Bereich beobachtet werden k├Ânnen. RUAG Space ist auch an diesem Lasersystem beteiligt: Von RUAG stammt der Laser-Modulator, der daf├╝r sorgt, dass zwei verschiedene Laserstrahlen mit geringf├╝gig unterschiedlichen Wellenl├Ąngen generiert werden. Gemeinsam mit der ETH Z├╝rich hat RUAG Space ausserdem die Elektronik entwickelt und gebaut, die mit kapazitiven Sensoren die Position der Testmassen misst und regelt. Auch die Kohlefaserstruktur des Wissenschaftsmoduls stammt von RUAG Space. Ebenso die mehrlagige Thermalisolation sowie die Heizelemente zur Regelung des Temperaturhaushaltes im Inneren des Satelliten. Weiterhin lieferte RUAG Space das Separationssystem welches daf├╝r sorgt, dass der Satellit nach dem Start von der Rakete abgetrennt wird.
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2019.02.15 09:57 V12.1.1-1