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© wrangler dreamstime.com Analysen | 18 Dezember 2014

Rubelsturz macht Zukunft unberechenbar

Der rasante Rubelabsturz der letzten zwei Tage rückt eine Erholung des russischen Markts für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer in die Ferne.

Die Rubelabwertung und mangelnde Investitionstätigkeit belasten das Russlandgeschäft der deutschen Maschinenbauer schon seit Mitte 2013. In den ersten drei Quartalen 2014 sanken die Maschinenbauexporte nach Russland um 16 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Der aktuelle Absturz verschärft die Situation für die in Russland tätigen Maschinenbauunternehmen erheblich und macht ein Anziehen der Investitionen in nächster Zukunft unwahrscheinlich. „Russland ist für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau ein sehr wichtiger Markt, dessen Risiken, die sich aus der aktuellen Situation für das kommende Jahr ergeben, zurzeit stündlich wachsen“, erläutert Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA Außenwirtschaft in Frankfurt. „Allerdings ist der deutsche Maschinenbau international sehr gut diversifiziert. Eine Abhängigkeit vom russischen Markt besteht für die Gesamtbranche, im Gegensatz zu einzelnen Unternehmen, nicht.“ Aktuell ist Russland der fünftwichtigste Markt für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau, der Anteil des Russlandgeschäfts am gesamten deutschen Maschinenexport lag in den ersten neun Monaten bei 4,4 Prozent. Noch 2013 war Russland der viertwichtigste Markt für die deutschen Maschinenexporteure, was einem Anteil am Gesamtvolumen von 5,2 Prozent entsprach. Seit diesem Montag befindet sich der ohnehin schon schwer angeschlagene Rubel im freien Fall. Im Laufe des Dienstags waren zeitweise 100 Rubel für einen Euro nötig. Die Leitzinserhöhung von 10,5 auf 17 Prozent ist wirkungslos verpufft. Schon vorher war kritisiert worden, dass die Wirtschaft durch diesen Schritt unnötig zugunsten des Finanzsystems belastet wird. Bislang schließt die russische Regierung gesetzliche Einschränkungen im Kapitalverkehr aus, lies der russische Wirtschaftsminister Uljukaew im Anschluss an eine Kabinettssitzung verlautbaren, was von der Wirtschaft wohlwollend aufgenommen wurde.
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