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Elektronikproduktion | 29 Januar 2007

Siemens: Börse begeistert – Aktionäre enttäuscht

Siemens konnte das Ergebnis im ersten Quartal deutlich steigern. Obwohl der Aktienkurs den höchsten Wert seit 6 Jahren erreichte, waren die Aktionäre aber auf der Hauptversammlung alles andere als begeistert.
Mit harten Worten attackierten die Anteilseigner auf der Hauptversammlung in der letzten Woche in München die Unternehmensführung und warfen ihr Schlamperei und Geheimniskrämerei vor. "Das Unternehmen schlittert von einer Affäre in die nächste", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf der Hauptversammlung. Die DSW und andere Kleinaktionärsvertreter lehnten daher eine Entlastung der Konzernführung ab.
So haben nur etwas mehr als 71 Prozent der Anteilseigner für eine Entlastung des Vorstands und nur 66 Prozent der anwesenden Aktionäre für eine Entlastung des Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer gestimmt. Das ist das bisher schlechteste Ergebnis bei einer Einzelabstimmung über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.
Siemens befindet sich seit einiger Zeit in einem radikalen Umbau. Nach dem Verkauf der Handy-Sparte und der Ausgliederung großer Teile des COM-Bereichs in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia, will Siemens nun den Automotive-Bereich an die Börse bringen. Gleichwohl zeigt dieser radikale Umbau mittlerweile Wirkung. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz um sechs Prozent auf gut 19 Mrd. Euro. Der Auftragseingang legte um vier Prozent auf knapp 24,6 Mrd. Euro zu und das Vorsteuerergebnis stieg um 51 Prozent auf gut 1,6 Mrd. Euro.
Mittlerweile arbeiteten alle Sparten profitabel. Kleinfeld bekräftigte, dass sie schon im zweiten Quartal alle die Renditeziele des Konzerns erfüllen sollen.
Überschattet werden die Erfolge derzeit vom Rekordbußgeld, das die EU wegen illegaler Preisabsprachen verhängt hatte. Der Gewinn nach Steuern sank wegen der Belastungen in Höhe von 423 Mio. Euro im ersten Quartal um 16 Prozent auf 788 Mio. Euro.

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