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© albert lozano dreamstime.com Analysen | 14 Januar 2014

Prokon-Anleger kündigen Millionen-Kapital

Trotz massiven Drucks auf seine 75.000 Anleger, kein Kapital abzuziehen und bestehende K√ľndigungen r√ľckg√§ngig zu machen, bleibt der Windanlagenfinanzierer Prokon weiterhin von Insolvenz bedroht.
Derzeit h√§tten Anleger Genussrechte in H√∂he von 187,7 Millionen Euro gek√ľndigt, teilte das Unternehmen am Dienstag auf seiner Homepage mit. Das Genussrechtskapital betr√§gt dem Unternehmen zufolge knapp 1,4 Milliarden Euro.

In einem Schreiben an die Anleger hatte Prokon erkl√§rt, eine Planinsolvenz lasse sich nur beim Erhalt von mindestens 95 Prozent des Genussrechtskapitals verhindern. F√ľnf Prozent von 1,4 Milliarden Euro w√§ren 70 Millionen Euro, die zurzeit gek√ľndigten 188 Millionen Euro machen gut 13 Prozent des Genussrechtskapitals aus. Prokon bittet die Anleger, sich bis zum 20. Januar zu erkl√§ren.

Bei Prokon stehen neben dem Geld der Anleger rund 1300 Arbeitspl√§tze auf dem Spiel, davon knapp 500 in der Zentrale in Itzehoe, Kreis Steinburg. Die L√ľbecker Staatsanwaltschaft geht mehreren in den vergangenen Monaten eingegangenen Strafanzeigen gegen das Unternehmen nach. Die Pr√ľfung, ob ein Anfangsverdacht wegen Betruges und weiterer Wirtschaftsdelikte bestehe oder nicht, werde mindestens noch einige Wochen dauern, sagte Oberstaatsanw√§ltin Wenke Haker-Alm am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Sollte es diesen Verdacht geben, w√ľrden Ermittlungen aufgenommen.

Verbrauchersch√ľtzer haben wiederholt das Gesch√§ftsmodell von Prokon infrage gestellt und mangelnde Transparenz beklagt. F√ľr Genussrechte wurden bis zu acht Prozent Zinsen versprochen. Mit dem kurzfristig k√ľndbaren Kapital hat Prokon langfristige Investitionen wie Windkraftanlagen finanziert. Wie in den vergangenen Tagen war in der Unternehmenszentrale auch am Dienstag telefonisch zun√§chst kein Durchkommen f√ľr eine Stellungnahme.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2