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© jakub krechowicz dreamstime.com Elektronikproduktion | 05 Dezember 2013

Telefunken Semiconductors gerettet

Noch vor Weihnachten gibt es eine gute Nachricht für einen erheblichen Teil der Mitarbeiter der insolventen Telefunken Semiconductors GmbH & Co. KG und den TELEFUNKEN-Park in Heilbronn: Der traditionsreiche Halbleiter-Hersteller ist gerettet, ein Investor gefunden.

"Es war eine Zitterpartie in den letzten Tagen, aber letztlich mit gutem Ausgang. Seit heute ist der Geschäftsbetrieb der Telefunken Semiconductors auf eine neue Gesellschaft übergegangen. Der Neustart ist damit erfolgt. Durch diese übertragende Sanierung konnten 135 Arbeitsplätze erhalten werden“, teilte Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner heute mit. Weitere 47 Mitarbeiter von Telefunken Semiconductors haben in eine Transfergesellschaft gewechselt, wo sie bis mindestens Mitte Mai 2014 zu 80 Prozent ihres letzten Nettoentgelts weiter beschäftigt und für einen neuen Arbeitsplatz qualifiziert werden können. Bei der Belegschaft herrscht nun große Erleichterung über dieses Ergebnis. In den vergangenen Tagen hatte es zeitweise so ausgesehen, als würden die bereits sehr weit gediehenen Verhandlungen mit dem Investor noch an einer überraschend von dritter Seite geltend gemachten Vertragsbedingung scheitern. „In sehr intensiven Gesprächen konnten wir letztlich mit Unterstützung der Mitarbeiter und der Gewerkschaft auch diese Hürde noch nehmen. Alle Beteiligten haben sich bewegt und so konnten wir in einer gemeinsamen Anstrengung das drohende Aus noch verhindern“, betonte Plathner. Der Insolvenzverwaltung war es gelungen, trotz der phasenweise fast aussichtslosen Situation die Investorengespräche aufrecht zu erhalten und zu einem positiven Abschluss zu bringen. Parallel wurde der Geschäftsbetrieb seit Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung vollumfänglich fortgeführt und aufrecht erhalten. Hierzu waren umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen auch im Bereich der beschäftigten Arbeitnehmer durch den Insolvenzverwalter notwendig, welche umgehend eingeleitet und umgesetzt wurden. Ferner wurden durch einige Kunden zusätzliche Bestellmengen platziert, so dass die Produktion zunächst bis Jahresende gesichert war. Nur durch die Sanierungsbeiträge der teils langjährigen Kunden war die Betriebsfortführung überhaupt möglich. Dies war auch die Voraussetzung, um die Chance für einen erfolgreichen Abschluss der Investorengespräche nutzen zu können. Letztlich war die notwendige Restrukturierung und die somit ermöglichte Sanierung auch nur durch die teils kontrovers geführten, aber jeweils zielorientierten Verhandlungen mit dem Betriebsrat der Gesellschaft und der zuständigen Gewerkschaft möglich. Nachdem es zunächst noch mehrere Interessenten gegeben hatte, mit denen über eine Fortführungslösung verhandelt wurde, konzentrierten sich die Gespräch in der Endphase auf einen Investor. „Das von ihm präsentierte Erwerberkonzept war im Interesse der Arbeitnehmer wie der Gläubiger das eindeutig vorteilhafteste. Wir denken, dass damit für die Mitarbeiter und für den Produktionsstandort Heilbronn wieder eine Zukunftsperspektive gegeben ist“, so Plathner.
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2019.08.21 15:49 V14.1.4-2