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© jultud dreamstime.com Analysen | 01 Oktober 2013

Wachstumsperspektiven für die deutsche Elektroindustrie

Der Anteil der Schwellen- und EntwicklungslĂ€nder am Welt-BIP wĂ€chst rasant. Lag er im Jahr 2000 noch bei 20 Prozent, so hat er sich bis 2012 auf 38 Prozent fast verdoppelt – ein Trend, der sich fortsetzen wird.
Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie der BayernLB und des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie mit dem Titel ‚Wachstumsperspektiven fĂŒr die deutsche Elektroindustrie – Zehn SchwellenlĂ€ndermĂ€rkte im Fokus‘. „Deutschland ist nach China und den USA Nummer drei beim internationalen Warenhandel. Angesichts der gegenwĂ€rtig schwachen Wachstumsperspektiven in Westeuropa ist es von großer Bedeutung, an der Dynamik der Emerging Markets teilzuhaben“, betont Hubert Siply, Leiter der Abteilung LĂ€nderrisiko- und Branchenanalyse der BayernLB. „Dank exzellenter QualitĂ€t genießen die IndustriegĂŒter ‚Made in Germany‘ weltweit einen hervorragenden Ruf.“ Dies sei eine gute Grundlage dafĂŒr, dass Deutschland auch kĂŒnftig von der wachsenden Nachfrage in den SchwellenlĂ€ndern profitieren kann. Bereits in den vergangenen Jahren konnte Deutschland seine Ausfuhren in die SchwellenlĂ€nder deutlich ausdehnen. So stieg der Anteil der Warenexporte nach Asien von 10,5 Prozent im Jahr 2000 auf 16,3 Prozent im vergangenen Jahr. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der deutschen Warenexporte in die heutige Eurozone zurĂŒckgegangen: Von 45,5 Prozent auf 37,5 Prozent. Überdurchschnittlich stark entwickelten sich zudem die deutschen Exporte in die europĂ€ischen LĂ€nder außerhalb der Eurozone sowie in die GUS-Staaten. Mehr als ein Siebtel der deutschen Ausfuhren geht auf das Konto der Elektroindustrie, der mit mehr als 840.000 InlandsbeschĂ€ftigten zweitgrĂ¶ĂŸten Industriebranche in Deutschland. Die Studie nimmt fĂŒr die deutsche Elektroindustrie perspektivisch wichtige ZukunftsmĂ€rkte in Europa, Mittel- und SĂŒdamerika sowie Asien in den Blick. „Der Warenaustausch zwischen Industrie- und SchwellenlĂ€ndern gewinnt rapide an Bedeutung. Das zeichnet sich in besonderer Weise in der Außenhandelsstruktur der Elektroindustrie ab“, erlĂ€uterte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Der Anteil der deutschen Elektroexporte in die IndustrielĂ€nder lag im Jahr 2000 bei 82 Prozent. Seither hat die Nachfrage nach deutschen Produkten in den SchwellenlĂ€ndern deutlich stĂ€rker zugenommen als die in den etablierten Volkswirtschaften. Zuletzt ging bereits mehr als ein Drittel der Ausfuhren in diese LĂ€nder. Das Exportwachstum in die Industrienationen lag seit 2000 durchschnittlich bei zwei Prozent pro Jahr, in die aufstrebenden LĂ€nder hingegen bei neun Prozent. Zehn LĂ€nder außerhalb der BRIC-Staaten detailliert analysiert Die Volkswirte der BayernLB und des ZVEI haben im Rahmen ihrer Gemeinschaftsstudie detailliert WachstumsmĂ€rkte außerhalb der hĂ€ufig genannten BRIC-LĂ€nder (Brasilien, Russland, Indien, China) untersucht. Bulgarien, Chile, Indonesien, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Philippinen, Polen, Thailand und der TĂŒrkei könnten der deutschen Industrie im Allgemeinen und der Elektroindustrie im Besonderen vielversprechende Wachstumsperspektiven bieten. Damit entstehen Möglichkeiten zur Diversifizierung des internationalen GeschĂ€fts, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Die in der Studie betrachteten SchwellenlĂ€nder haben im Vergleich zu den etablierten Handelspartnern wie etwa den USA, einigen europĂ€ischen LĂ€ndern oder China ein noch relativ geringes Gewicht im deutschen Elektro-Außenhandel. Gleichwohl sei ihnen zuzutrauen, innerhalb der nĂ€chsten Jahrzehnte aufgrund ihres fortschreitenden Industrialisierungsprozesses zu bedeutenden AbsatzmĂ€rkten zu werden. „Immerhin belief sich ihr gemeinsamer Beitrag zum – um Kaufkraftunterschiede bereinigten – Weltwirtschaftswachstum 2012 bereits auf gut elf Prozent“, so Dr. Gontermann. Zum Vergleich: Die Eurozone trug knapp vier Prozent bei. Zwar weisen die untersuchten LĂ€nder teilweise sehr unterschiedliche Profile auf. Kolumbien und Chile haben beispielweise Automatisierungsbedarf im Bergbausektor, Malaysia und die Philippinen haben Erweiterungsbedarf bei den ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr Bauelemente und die TĂŒrkei braucht eine Modernisierung der Energienetzinfrastruktur. Diese LĂ€nder sind aber im Zuge ihres Wachstumsprozesses auf die Einfuhr auslĂ€ndischer Hochtechnologie angewiesen. Deutsche Unternehmen sind hier in vielen Bereichen fĂŒhrend. Elektrotechnische und elektronische Produkte und Systeme ‚Made in Germany‘ bleiben weltweit gefragt.
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2019.02.19 01:06 V12.2.0-1