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© richard-thomas-dreamstime.com Elektronikproduktion | 28 Juni 2013

ElektroStoffV - ChemSanktionsV - Erweiterung der REACh-Kandidatenliste

Der FBDi informiert √ľber neu zu beachtende Verordnungen: Am 09.05. ist die Verordnung zur Beschr√§nkung der Verwendung gef√§hrlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikger√§ten ("ElektroStoffV") in Kraft getreten.
Es ist die Umsetzung der Richtlinie RoHS2-Richtlinie (2011/65/EU) des Europ√§ischen Parlaments. Die neue "Elektro-Stoff-Verordnung" beschr√§nkt den Gehalt sch√§dlicher und gef√§hrlicher Stoffe in Elektroger√§ten, zum Beispiel von Blei oder Cadmium. Elektrische Altger√§te m√ľssen au√üerdem umweltgerecht verwertet und beseitigt werden.

Neue Chemikalien-Sanktionsverordnung in Kraft

Seit 01.05. ist die neue Chemikalien-Sanktionsverordnung ("ChemSanktionsV") in Kraft. Sie fasst bestehende Regelungen zusammen und sanktioniert das in Verkehr bringen von nicht registrierten Stoffen (REACh) in Deutschland deutlich härter. So können lt. Art. 5 der ChemSanktionsV nun Verstöße gegen die Beschränkungen nach REACh Anhang XVII mit Freiheits- oder Geldstrafen geahndet werden.

Auch Verletzungen der Meldepflichten gegen√ľber der ECHA (Europ√§ische Chemikalienagentur), von Auskunftspflichten gegen√ľber Verbrauchern und Kunden zu besonders besorgniserregenden Stoffen in Erzeugnissen und Verst√∂√üe gegen verschiedene Pflichten in der Lieferkette (Sicherheitsdatenblatt, nachgeschalteter Anwender) k√∂nnen ab sofort empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen.

6 neue SVHC-Stoffe auf der REACh-Kandidatenliste

Ein Ziel von REACh ist, alle besonders besorgniserregenden Chemikalien schrittweise durch geeignete Alternativsubstanzen oder -technologien zu ersetzen. Dazu werden solche Stoffe nach der Bestätigung ihrer besorgniserregenden Eigenschaften und in die Kandidatenliste aufgenommen.

Der FBDi weist auf 6 neue SVHCs hin, die seit 20.6. auf der Kandidatenliste der REACh-Richtlinie stehen:
  • Pentadecafluoroktans√§ure (PFOA)
  • Ammonium Pentadecafluoroktanoat (APFO)
  • Cadmium
  • Cadmiumoxid
  • 4-Nonylphenol,
  • Dipentylphthalate (DPP)

Pentadecafluoroktansäure (PFOA) und Ammonium Pentadecafluoroktanoat (APFO) werden als Tenside zur Oberflächenbehandlung genutzt; PFOA wird u.a. in wasser-, fett- und schmutzabweisenden Beschichtungen eingesetzt.

Beide wurden wegen ihrer fortpflanzungsgefährdenden und PBT- (Persistent, Bioakkumulierend, Toxisch) Eigenschaften aufgenommen. Auch der Stoff Dipentylphthalat - ein Weichmacher - ist fortpflanzungsgefährdend. Der in Harzen und Lacken vorkommende Stoff 4-Nonylphenol, verzweigt und linear, ethoxyliert enthält in der Umwelt endokrin wirksame Abbauprodukte.

Die Stoffe Cadmium und Cadmiumoxid wurden auf Grund ihrer krebserzeugenden Eigenschaften und weiterer ebenso besorgniserregender Eigenschaften als SVHC (Substances of very high concern) identifiziert.

Der FBDi verweist insbesondere auf das Schwermetall Cadmium, das in der Elektronik als Stabilisator f√ľr die mechanische Stabilit√§t und in Batterien und Relais zum Einsatz kommt.

Damit gelten auch f√ľr diese 6 Stoffe ab sofort die Anforderungen des Artikels 33 (Informationspflichten l√§ngs der Lieferkette), sollte einer dieser Stoffe in einer Konzentration von mehr als 0,1% in einem Erzeugnis enthalten sein. Der FBDi weist darauf hin, dass Unternehmen nun bis zum 20. Dezember 2013 Zeit haben, um die Bestimmungen zu besonders Besorgnis erregenden Substanzen zu erf√ľllen.

Somit umfasst die Kandidatenliste des REACh-Anhang XIV nun insgesamt 144 Substanzen.

Quelle zu allen Substanzen: Internetseite der Europäischen Chemikalienagentur
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