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© luchschen dreamstime.com Analysen | 23 Mai 2013

Exporte der Elektroindustrie mit zwei Geschwindigkeiten

Nicht zuletzt bedingt durch zwei Arbeitstage weniger hat sich der Außenhandel der deut­schen Elek­troindustrie im MĂ€rz dieses Jahres nur schwach entwickelt.
Mit 13,0 Mrd. Euro lagen die Branchenausfuhren insgesamt fĂŒnf Prozent niedriger als vor einem Jahr. Im gesamten ersten Quartal 2013 gingen sie um drei Prozent gegenĂŒber Vorjahr auf 38,5 Mrd. Euro zurĂŒck. „Auf Jahressicht betrachtet war dies der zweite RĂŒckgang in Folge.“ sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Bereits im vierten Quartal 2012 hatten die Elektroexporte ihren Vorjahresstand um zweieinhalb Prozent verfehlt.“ Die Importe elektrotechnischer und elek­tronischer Erzeugnisse nach Deutschland sind im MĂ€rz dieses Jahres um acht Prozent gegenĂŒber Vor­jahr auf 10,4 Mrd. Euro gesunken. Im ersten Jahresviertel nahmen sie um vier Prozent auf 32,9 Mrd. Euro ab. „Es bleibt bislang bei der asymmetrischen Entwicklung des ExportgeschĂ€fts: RĂŒckgĂ€ngen in der Eurozone stehen ZuwĂ€chse im ĂŒberwiegenden Rest der Welt gegenĂŒber“, so Dr. Gontermann. So gingen die Elektroausfuhren in die Eurozone im ersten Quartal dieses Jahres um neun Prozent gegenĂŒber Vorjahr auf 11,7 Mrd. Euro zurĂŒck. In die gesamte Region Amerika nahmen sie moderat um ein Prozent auf 4,6 Mrd. Euro zu. WĂ€hrend die Exporte in die USA hier ebenfalls um ein Prozent auf 3,2 Mrd. Euro stiegen, blieben die Ausfuhren nach Lateinamerika mit 1,1 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Die Elektroexporte nach SĂŒdostasien legten um vier Prozent auf 6,3 Mrd. Euro zu. „Die krĂ€ftigsten Impulse kommen mittlerweile wieder aus China“, sagte Dr. Gontermann. Von Januar bis MĂ€rz 2013 erhöhten sich die Branchenausfuhren dorthin um neun Prozent gegenĂŒber Vorjahr auf 2,9 Mrd. Euro. Auch nach SĂŒdkorea (+23%), in die Philippinen (+19%) und nach Thailand (+14%) konnte deutlich mehr exportiert werden. Innerhalb der Eurozone gingen die Elektroexporte nach Frankreich und Spanien im ersten Quartal dieses Jahres um je neun Prozent gegenĂŒber Vorjahr zurĂŒck, nach Italien sogar um 17 Prozent. Die Ausfuhren nach Osteuropa blieben auf Vorjahresniveau. Die deutsche Elektroindustrie ist wie kaum ei­n anderer heimischer Industriezweig in die glo­bale Wirtschaft eingebunden. Der Of­fenheits­grad der Branche ‒ gemessen als VerhĂ€ltnis des Mittels aus Ex­­­porten und Im­porten zur Bruttoproduktion ‒ hat 2012 mit 1,05 den höchsten Wert ĂŒberhaupt erreicht. Er liegt weit ĂŒber dem entsprechenden Wert fĂŒr das Verarbeitende Ge­wer­be in Deut­schland insgesamt von 0,62. Deutschland gehört in der Elektroindustrie mit einem Ausfuhrvolumen von 160,1 Mrd. Euro im vergangenen Jahr also nicht nur zu den fĂŒnf grĂ¶ĂŸten ExportlĂ€ndern weltweit, sondern trĂ€gt mit seinen 138,6 Mrd. Euro hohen Elektro-Importen auch maßgeblich zum Wirtschaftswachstum in den PartnerlĂ€ndern bei. Seit 2000 ist der Offenheitsgrad sowohl der deutschen Elektroindustrie als auch des Ver­ar­beitenden Gewerbes insgesamt um ein FĂŒnftel ge­stiegen.
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