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© Seidel Elektronik Elektronikproduktion | 26 März 2013

Seidel Elektronik: 'Industrial ist unsere Stärke'

Mit Seidel Elektronik haben wir einen Experten für Industrie-Elektronik vor uns. Doch was plant ein solches Unternehmen für die Zukunft? Wir sprachen mit Andreas Brenner, einem der beiden Geschäftsführer.


Die klassische Elektronikfertigung bildet den Hauptteil des Produktportfolios. Hier wird der meiste Umsatz gemacht. Das Kalenderjahr 2012 sieht der Manager realistisch: ein sehr guter Start im 1.Quartal, dann ein kleiner Hänger im 2. und 3. Quartal. Nur um dann im 4. Quartal ordentlich Fahrt aufzunehmen. Das Schöne daran? Man konnte die Geschwindigkeit ins jetzige Quartal nicht nur mitnehmen, sondern noch etwas steigern. Alles in Allem doch eine erfreuliche Angelegenheit. "Schaut man sich unser zweites Standbein an - die Kabel und -systemherstellung - so präsentiert sich das Kalenderjahr 2012 besser als erwartet. In diesem Bereich macht sich ein Abschwung jedoch erst rund sechs Monate später bemerkbar. Im derzeitigen Quartal sehen wir daher auch eine kleine Abschwächung gegenüber dem Vergleichsquartal 2012. In Summe 'über Plan'", so Herr Brenner. In der klassischen Elektronikfertigung hat sich für das Unternehmen im letzten Jahr jedoch einiges getan. Speziell in den Sommermonaten hat man neue Produkte hochgefahren. "Im Frühjahr 2012 haben wir den Zuschlag der Firma Roche erhalten, einem Schweizer Medizintechnik-Hersteller. Ein zweiter grosser Auftrag kam erstmalig aus dem Automotivbereich. Seit den Sommermonaten 2012 haben wir runde 150 neue Produkte hochgefahren. Das sind in Umsatz ausgedrückt zwischen EUR 6 und 10 Millionen für das kommende Jahr." Im letzten Jahr stecken ziemlich viel Vorarbeit für das Unternehmen. "Diese Vorarbeit sieht man meist nicht auf den ersten Blick im Ergebnis." Der Manager sieht es als Investition in die Zukunft. Investitionen die sich nun, und in den kommenden Jahren, auszahlen sollen. Und hier setzt das eigentümergeführte Unternehmen auf gut ausgebildete und hoch-qualifizierte Mitarbeiter. Im Moment sind rund 650 Mitarbeiter in der Gruppe beschäftigt. Österreich war und ist ein Land, dass Industrie im Herzen trägt. Die geografische Lage macht es zudem attraktiv, so der Manager. In Österreich, aber auch in Osteuropa sind technische Studiengänge immer noch gut angesehen. Bei Seidel hat man hinsichtlich Personalsuche offenbar keine Sorgen. Seidel Elektronik ist ein europäischer EMS-Dienstleister. Da kommt einem als Journalist die Frage nach einem Standort ausserhalb des Kontinents in den Sinn. Gibt es Pläne? Die Elektronikfertigung ist am größten Standort im österreichischen Deutschlandsberg und am ungarischen Standort in Ajka angesiedelt. Der Bereich Kabel und -systeme ist in der Slowakei - genauer gesagt in Liptovský Hrádok - im Norden des Landes zu finden. Bei einem nicht-europäischen Standort wird der Geschäftsführer weniger mitteilsam. Verständlich, wenn man bedenkt, dass sich ein mögliches Projekt erst in einer ersten Evaluierungsphase befindet. Ob Seidel Elektronik letztendlich einen weiteren Standort aufbaut, steht derzeit also noch in den Sternen. Wo liegen die Stärken des Unternehmens? Man sieht sich als eindeutiger Industrie-Fertiger, da über 70% des Umsatzes in diesem Bereich erwirtschaftet werden. "Wir fühlen uns in der Industrie ziemlich wohl. Und wenn ich hier noch genauer werden soll, dann ist die Leistungselektronik derjenige Bereich, mit dem wir groß geworden sind. Neu dazugekommen ist vor vier oder fünf Jahren die Bahn-Industrie, artverwandt mit der Leistungselektronik. Der Rest in unserem Industrial Bereich kommt aus der Messtechnik und der Steuerungselektronik." Mit rund 15% aus der Medizintechnik und 5% aus der Consumer Elektronik ist das Portfolio fast komplett. Nun hat sich für das österreichische Unternehmen ein neues Feld aufgetan: das Automotive Segment. Hier konnte man sich - zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens - einen Auftrag eines (bisher nicht genannten) Kunden sichern. Bei dem Auftrag - bei dem es sich um Ladesteuerungen für Hybridantriebe handelt - ist man in der Vorbereitungsphase angekommen. "Im letzten Jahr haben wir erste Muster produziert und Qualifikationen gesichert. Die ISO/TS 16949 soll im Frühherbst 2013 positiv erfüllt werden. So kann dann die Volumenproduktion im Herbst 2014 beginnen." Im Zuge dieser Vorbereitung hat man im letzten Jahr einige Investitionen getätigt. "Wir haben in Technologien investiert. Zum Einen haben wir im Bereich SMD in die 3-D-Lötpasten-Überprüfung, zum Anderen in selektives Löten investiert." Zudem - so ist der Manager überzeugt - hat man als eigentümergeführtes Unternehmen in diesem Bereich so einige Vorteile. "Wir können Anlass bezogen sehr schnell auf Kundenwünsche reagieren. Wir haben bereits eine sehr gute technologische Ausstattung und können daher Kundenwünsche, so glaube ich, auch jetzt sehr gut erfüllen. Sollte es jedoch etwas geben, das wir derzeit nicht liefern können, dann werden wir darauf sehr schnell reagieren. Die Techniken sind ja normalerweise am Markt zu finden und dadurch kann - mit einer Spanne von 2-3 Monaten - sehr schnell reagiert werden." In der letzten Zeit, hat man sich bei Investitionen jedoch mit der Optimierung interner Prozesse befasst. Logistikmodelle wurden aufgebaut, die speziell und individuelle auf einzelne Kunden angepasst werden können, erklärt Andreas Brenner. Und ein weiteres Anliegen scheint dem Manager, aber auch dem ganzen Unternehmen, sehr am Herzen zu liegen. Schaut man sich die Unternehmensmeldungen der letzten Zeit an, dann fällt auf, dass der Umweltschutz ein wichtiges Thema ist. Der Begriff Nachhaltigkeit taucht an jeder Ecke auf. Wie soll es hier den weitergehen? "Wir wollen unsere CO2-neutrale Produktion weiter aufbauen und effektiver gestalten. Die Ziele, die wir uns für das Kalenderjahr 2013 gesteckt haben, werden wir auf alle Fälle erfüllen", zeigt sich Andreas Brenner überzeugt. Dann soll es für den Umweltschutz in eine neue Phase gehen. Zusammen mit (und für) den Kunden, und das schon in der Designphase, sollen kostengünstige - aber vor allem Ressourcen schonende - Alternativen aufgezeigt werden. Near-Sourcing ist hier das Schlagwort. Man will Produkte produzieren, welche den Grünen Stempel verdient haben, so der Manager. Dazu soll eine Datenbank mit einer Auswahl an Komponenten aufgebaut werden. Komponenten, welche gewisse Schlüsselkriterien erfüllen. "So können wir - mit unserem (Ge-)Wissen - unseren Kunden ein ganzes Stück auf dem Weg in eine umweltschonende Produktion entgegenkommen." In Österreich blickt man also mehr als gelassen in die Zukunft. Ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 10% wird vorausgesagt und scheint der Grund dieser Gelassenheit zu sein. Entgegen aller anders lautender Medienberichte, die von einer Krise in der Industrie erzählen. Seidel ist zufrieden, guter Dinge und ist sich sicher, dass man am Markt gut positioniert ist. ----- Foto: © Seidel Elektronik
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