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© dimitry romanchuck dreamstime.com Elektronikproduktion | 23 November 2012

Anti-Dumping: Europäische Installateure gespalten

Die EU prĂŒft die EinfĂŒhrung von Ausgleichszöllen auf chinesische Module und reagiert damit auf einen Antrag europĂ€ischer Hersteller.
Die aktuellen Diskussionen um den Schutz der europĂ€ischen PhotovoltaikmĂ€rkte durch die EinfĂŒhrung von Ausgleichszöllen auf chinesische Solarmodule und -zellen spalten die Industrie. Anfang November kĂŒndigt auch die EuropĂ€ische Kommission die Einleitung eines Verfahrens an, das die RechtmĂ€ĂŸigkeit staatlicher Subventionen in China prĂŒfen soll. Möglich ist die EinfĂŒhrung sogenannter „Anti-Dumping-Zölle“ auf aus China importierte Solarzellen und die daraus hergestellten Module.

Damit reagiert die Kommission auf einen schon im September eingereichten Antrag des Industriezusammenschlusses „EU ProSun“, eine Initiative von mehr als 20 europĂ€ischen Solarherstellern. Die Kommission prĂŒft demnach, ob die chinesischen Hersteller tatsĂ€chlich unlautere staatliche Subventionen erhalten haben. Innerhalb von neun Monaten könnte die EU dann entsprechende Abwehrmaßnahmen, etwa in Form von Ausgleichzöllen nach US-amerikanischem Vorbild beschließen.

„Anti-Dumping-Zölle“ spalten: Nur 44 % der europĂ€ischen Installateure sind dafĂŒr.

Doch nicht nur die Hersteller sind tief gespalten, auch die Installateure sind sich uneins in diesem Handelsstreit. Das ergibt eine aktuelle Befragung des Bonner Markt- und Meinungsforschers EuPD Research unter Installateuren aus den vier wichtigsten europĂ€ischen Solar-MĂ€rkten Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich. Der „European PV InstallerMonitor 2012/2013“ gilt seit Jahren als beispiellose Bestandsaufnahme der Stimmungslage unter spezialisierten PV-Installateuren.

Von den insgesamt 875 befragten Installateuren waren mehr als 80 Prozent ĂŒber den Untersuchungsantrag der europĂ€ischen Hersteller und ĂŒber das von der Kommission eingeleitete Subventionsverfahren informiert. 44 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Ausgleichszölle auf chinesische PV-Module – bezogen auf ihre eigene unternehmerische TĂ€tigkeit – befĂŒrworten. Mit rund 42 Prozent sprach sich eine ebenso große Zahl gegen diese Eingriffe aus. Interessant sind dabei die qualitativen, offenen Statements der Befragten, die anonym erhoben wurden.

Markus Lohr, EuPD Research Chefanalyst, erlĂ€utert dazu: „WĂ€hrend BefĂŒrworter der Schutzzölle eher moralisch und normativ argumentieren, ĂŒberwiegen bei den Gegnern hĂ€ufig wirtschaftliche Argumente.“ Typische Argumente der BefĂŒrworter seien demnach „soziale Arbeitsbedingungen“ und „die Einhaltung von Mindestlöhnen“. Das Hauptargument gegen einen Zollaufschlag formuliert ein Befragter so: „Das erhöht den Anlagenpreis insgesamt und senkt die RentabilitĂ€t fĂŒr den Kunden; dadurch verkaufe ich einfach weniger Anlagen.“
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