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© stanisa martinovic dreamstime.com Elektronikproduktion | 23 Oktober 2012

EUR 5,3 Mio. für ehemalige Nokia Mitarbeiter in Finnland

Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, Finnland 5,3 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) zu gewähren. Damit soll die Jobsuche von 1'000 Arbeitskräften unterstützt werden, die bei Nokia plc entlassen worden sind.

Der Vorschlag wird jetzt dem Europäischen Parlament und dem EU‑Ministerrat zur Genehmigung vorgelegt. László Andor, EU‑Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration hierzu: „Das weltweite Gefüge für die Produktion von Mobiltelefonen ändert sich, da die europäischen Hersteller ihre Anlagen näher an die am schnellsten wachsenden Märkte verlagern, die sich nun in Asien befinden.“ Andor weiter: „Der Beschluss unterstützt die ehemaligen Nokia-Beschäftigten auf ihrem Weg zu einem neuen Arbeitsplatz – Schulungen und Hilfen zur Unternehmensgründung sollen ihnen die notwendige Unterstützung bieten und neue Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnen.“ Der finnische Antrag betrifft 1'000 Personen, die bei Nokia plc (Salo) entlassen wurden. Es wird davon ausgegangen, dass alle entlassenen Arbeitskräfte an den aus dem EGF kofinanzierten Maßnahmen teilnehmen. Durch das Maßnahmenpaket stehen den Beschäftigten folgende Leistungen zur Verfügung: Unterstützung bei der Arbeitsuche, Berufsberatung, Erfassung der Berufserfahrung und Kenntnisse, Bewertung der Leistungsfähigkeit, Schulungen und Umschulungen, Vorbereitung auf Selbständigkeit und Dienstleistungen für Jungunternehmer (sowie auch Unterstützung bei der Aufnahme unabhängiger Unternehmenstätigkeiten) sowie Gehalts- und Mobilitätsbeihilfen. Die Kosten für das Paket werden mit insgesamt etwa 10,6 Mio. EUR veranschlagt; davon soll aus dem EGF die Hälfte, also 5,3 Mio. EUR, beigesteuert werden. Darüber hinaus hat die Europäische Kommission heute vorgeschlagen, auch die bei Nokia in Rumänien entlassenen Arbeitskräfte aus dem EGF zu unterstützen. In beiden Fällen ist der Grund für die Entlassungen die Verlagerung der Produktion von Europa nach Asien. Hauptgrund für die Entlassungen ist die Verlagerung der Fertigung von Mobiltelefonen nach Asien (China, Südkorea, Indien und Vietnam – dort wird gerade ein neues Nokia-Werk gebaut). Die Herstellung von Komponenten und die an Subunternehmen vergebene Produktion erfolgen bereits nicht mehr in Europa. Infolgedessen wurden bzw. werden nun auch Design und Produktentwicklung dorthin ausgelagert. Am stärksten von den Entlassungen betroffen ist die Gegend um Salo, nahe der Küste Südwestfinnlands, etwa 50 km vom Provinzzentrum Turku bzw. 100 km von Helsinki entfernt. Die Provinz Südwestfinnland ist eine der am exportorientiertesten Provinzen des Landes. Zu ihrem hohen Produktionsniveau kam die Region kam in den 1990er Jahren durch das starke Wachstum von Nokia, damals auf dem Weg zum Weltmarktführer der Mobiltelefonhersteller. Als Folge der Verschlechterung der Wettbewerbsposition von Nokia und der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gingen in Salo Beschäftigung und Produktion zurück – andere Regionen in Finnland wurden weniger in Mitleidenschaft gezogen. Vor dem Beginn der Rezession im Jahr 2008 lag die Arbeitslosenquote im Gebiet Salo bei etwa 6 %. Bis Ende 2009 verdoppelte sie sich auf 12 % und steigt seitdem leicht an. Mit den gegenwärtigen Entlassungen und der erwarteten zweiten Entlassungswelle später in diesem Jahr besteht die Gefahr, dass die Arbeitslosenquote bis Ende 2012 auf etwa 15‑17 % steigen könnte.
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2019.06.25 20:13 V13.3.22-1