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Elektronikproduktion | 07 September 2012

ZVEI erwartet für 2012 Wachstum von ein bis zwei Prozent

Die deutsche Elektroindustrie befindet sich weiterhin auf einem soliden Wachstumspfad. In diesem Jahr wird er allerdings durch das sich verlangsamende Wachstum von Welthandel und Weltwirtschaft sowie insbesondere durch die Schuldenkrise in der Euro-Zone beeinträchtigt.

"Der ZVEI rechnet in seiner jüngsten Prognose für 2012 mit einem preisbereinigten Produktionswachstum von ein bis zwei Prozent“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Der Branchenumsatz dürfte sich angesichts stabiler Preise bis Ende des Jahres auf rund 180 Mrd. Euro belaufen.“ Die durch die Euro-Schuldenkrise eingetrübte Stimmung und hervorgerufene Verunsicherung und die damit verbundene Investitionszurückhaltung schlagen sich derzeit vor allem in den Exportzahlen nieder. Die Elektro-Ausfuhren sind im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zwar noch um vier Prozent auf 78,4 Mrd. Euro gestiegen. Allerdings zeigen sich große regionale Differenzen. Während die Exporte zwischen Januar und Juni dieses Jahres in die USA um neun Prozent auf 6,4 Mrd. Euro und nach Japan um 22 Prozent auf 1,4 Mrd. Euro zugelegt haben, gingen die Ausfuhren in die Euro-Zone um drei Prozent auf 25,2 Mrd. Euro zurück. Die Branchenexporte nach Italien sanken um neun Prozent auf 4,3 Mrd. Euro, die nach Spanien um acht Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. "Auch unsere Ausfuhren nach China sind im ersten Halbjahr 2012 um drei Prozent auf 5,7 Mrd. Euro gesunken“, so Dr. Gontermann. Seit April 2010 hat die deutsche Elektroindustrie insgesamt 42.000 neue Stellen geschaffen. Die Zahl der Branchenbeschäftigten beträgt aktuell 842.000. Sowohl die Kapazitätsauslastung mit 83,5 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung als auch die Auftragsbestände mit einer Reichweite von 2,7 Monaten liegen weiter leicht über ihren langjährigen Durchschnittswerten. Die wichtigsten Stimmungsindikatoren wie Lagebeurteilung, allgemeine Geschäfts- und Exporterwartungen sowie Produktionspläne haben sich zwar in den vergangenen Monaten sukzessive abgeschwächt, mehrheitlich befinden sie sich aber noch im positiven Bereich. „Unberührt von der aktuellen konjunkturellen Entwicklung bleiben die langfristigen Wachstumsaussichten der Branche aufgrund ihrer Innovationsstärke und betriebswirtschaftlich sehr gesunden Verfassung ungebrochen“, sagte Dr. Gontermann. Zwischen 1995 und dem Vor-Krisen-Jahr 2008 ist die Elektroproduktion im Mittel um fünf Prozent pro Jahr gewachsen. „Auf diesen Pfad dürfte die Elektroindustrie mittelfristig zurückkommen.“ Die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Elektrounternehmen beträgt fast 40 Prozent. Mit ihren Technologien bietet die Elektroindustrie Lösungen für zahlreiche nationale wie internationale gesellschaftliche Herausforderungen. Zu nennen sind hier Klimaschutz, Energie- und Ressourceneffizienz, die Bewältigung der Energiewende, neue (Elektro-)Mobilitätskonzepte, Sicherheit oder der weltweite Auf- und Ausbau von Infrastrukturen bei Energie, Gesundheit und Verkehr. Die strategische Stellung der deutschen Elektroindustrie zeigt sich auch darin, dass sie eine Wertschöpfungsquote von 38 Prozent hat, die im Branchenvergleich höchste Quote. Ein Drittel aller Innovationen in der gesamten Industrie geht auf ihre Impulse zurück, so dass sie die industrielle Wertschöpfung insgesamt treibt. Die Elektroindustrie ist zudem die Schlüsselindustrie auf dem Weg zur – von eingebetteten Systemen und Internettechnologien getriebenen – Vierten Industriellen Revolution. Hier wachsen technische Prozesse mit Geschäftsprozessen zur ‚Industrie 4.0‘ zusammen.
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