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Elektronikproduktion | 30 August 2012

Warum erwirbt Asteelflash gerade nun EN ElectronicNetwork?

Wir sprachen mit Gilles Benhamou, Präsident und CEO von Asteelflash, über die kürzlich erfolgte Übernahme von EN ElectronicNetwork und wie diese in die Unternehmensstrategie passt. Wichtiger ist jedoch die Frage: warum gerade jetzt?

Am Montag gab Asteelflash die Übernahme von EN ElectronicNetwork, Deutschlands Nummer zwei der EMS-Dienstleister. Eine ziemlich große Anschaffung; der Umsatz des Unternehmens lag 2011 bei immerhin USD 181 Millionen und es werden 700 Mitarbeiter beschäftigt. Die Übernahme scheint Teil einer größeren Expansionsphase bei Asteelflash zu sein. Das Unternehmen erwarb in diesem Jahr bereits Produktionsanlagen in Mexico und den USA. Angesichts eines Wirtschaftsklimas - welches derzeit der EMS-Industrie nicht besonders freundlich gegenüber steht - warum erweitert Asteelflash seinen weltweiten Footprint? "Unsere Strategie ist an keinen Tag oder Punkt in der Weltwirtschaft gebunden. Wir verfolgen vielmehr eine langfristige Strategie", erklärte Gilles Benhamou. "Wir wollen einer der bedeutendsten europäischen EMS-Unternehmen werde." Diese Strategie steht in krassem Widerspruch zu denen anderer EMS-Dienstleister, vor allem weil Asteelflash in sogenannten Hochkostenregionen investiert hat. "Jeder versucht, seine Fabriken in Hochkostenregionen abzustoßen. Wir machen genau das Gegenteil. Wir kaufen und wollen uns entwickeln", erzählt Benhamou weiter. "Um wettbewerbsfähig zu sein, muss man eine strategische Größe erreichen und wir wollen - nicht so wie Foxconn - die richtige Größe haben, um unseren Kunden einen Wettbewerbssvorteil bieten zu können." Mit Zentren in Regionen wie etwa Rumänien, Deutschland, Tunesien, Mexiko oder China, so Benhamou, verfügt das Unternehmen nun über eine ausgewogene globale Präsenz. Jetzt will man sich auf den Aufbau und das Fine-Tuning konzentrieren. "Das ist die wirkliche Herausforderung für die nächsten zwei Jahre." Die Investitionen in Deutschland rundet die globale Präsenz ab. "Unabhängig von der momentanen Wirtschaftslage ist es wichtig in drei europäischen Ländern - Frankreich, Großbritannien und Deutschland - aktiv zu sein. Deutschland ist die Verbindung zu Nordeuropa; Frankreich ist ideal für südeuropäische Kunden und UK ist ein Brückenkopf für Irland." Die Nähe zum Kunden, um qualitativ hochwertigen Service bieten zu können, ist ein wichtiger Teil der Asteelflash Strategie für die Zukunft. Benhamou erklärt, dass das Unternehmen seine Ingenieure höchstens 300 Kilometer von seinen Kunden haben will. So kann man vielleicht erklären, warum der EMS-Dienstleister weiterhin in diesen Regionen investiert, statt seine Personalstärke in Niedrigkostenregionen zu verdoppeln. All dies sind gute Nachrichten für die Mitarbeiter in Deutschland, die, wenn Benhamou Worte korrekt sind, Unterstützung aus dem Asteelflash Netzwerk erwarten können. Etwas das Benhamou verstärkt betont. "Wir werde die Produktionsanlage nicht schliessen. Wir glauben, dass wir den Umsatz mit deutschen Kunden in den nächsten 3 Jahren verdoppeln lönnen. Wenn wir das geschafft haben, können wir auch noch weitere Arbeitsplätze in Deutschland schaffen." Wird es für Asteelflash weitere Expansionen geben? "Wir sind in den wichtigsten Märkten der Welt vertreten ...", sagt Benhamou. "Wir verfolgen deshalb keine Expansionsstrategie was die Erweiterung unserer globalen Präsenz betrifft. Wir sind gut aufgestellt. Jetzt geht es vor allem darum unsere Kundenbeziehungen zu verbessern und ihnen den richtigen Service zu bieten. Für die nächsten zwei Jahre (wir haben) keine Euro-Projekt um weitere Unternehmen in die Gruppe aufzunehmen."
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