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Elektronikproduktion | 26 Juli 2012

Seltene Erden: Der Preisdruck lässt leicht nach

Die Preise fĂŒr Seltene Erden sind gesunken, bleiben jedoch weiter auf hohem Niveau. Jedes zweite Unternehmen hat eine Task Force eingerichtet, um EngpĂ€sse in der Versorgung mit Seltenen Erden zu vermeiden.
Die Preisspirale bei den 17 Elementen, die zu den Seltenen Erden gehören, hat langsam an Dynamik verloren. Doch die Preise bleiben hoch – ein Problem, das in erster Linie High-Tech-Unternehmen betrifft. Anbieter von Magneten fĂŒr E-MobilitĂ€t und Windturbinen, LED-Lampen-Hersteller sowie Lieferanten von Batterien und Katalysatoren fĂŒr Autos bekommen die hohen Preise der Seltenen Erden besonders deutlich zu spĂŒren. Doch die HĂ€lfte der Firmen hat mittlerweile eine Task Force, die sich der Sicherung der Rohstoffe widmet und passende Strategien dazu entwirft. Dabei kommt es bei den meisten Unternehmen auf einen ausgewogenen Strategiemix an, so die Ergebnisse der neuen Studie "The Rare Earth Challenge" von Roland Berger Strategy Consultants. "Die rasante Preisentwicklung bei den Seltenen Erden hat die ProfitabilitĂ€t vieler Unternehmen belastet oder sie gar in ihrer Existenz bedroht", erlĂ€utert Thomas Rinn, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Auch wenn die Preise seit Mitte 2011 gesunken sind, hat diese Problematik weiterhin höchste PrioritĂ€t in den Unternehmen. Denn die Angebotssituation, vor allem bei den schweren Seltenen Erden, bleibt weiter kritisch. Firmen mĂŒssen daher die richtigen Maßnahmen ergreifen, um auch kĂŒnftig wettbewerbsfĂ€hig produzieren zu können." Rohstoffversorgung ist Top Management-Aufgabe Im vergangenen Jahr verbrauchte die globale Industrie rund 137.000 Tonnen Seltene Erden – in erster Linie fĂŒr die Herstellung von High-Tech-Produkten wie Dauermagneten fĂŒr Windenergieanlagen oder Elektroautos, LED-Lampen, Katalysatoren und Batterien fĂŒr die Automobilindustrie. Die steigende Nachfrage der Industrie und die Monopolstellung Chinas als Hauptlieferant treiben jedoch die Preise dieser Rohstoffe in die Höhe. So ist die Rohstoffversorgung in 60 Prozent der befragten Unternehmen Aufgabe des Top Managements. "Die HĂ€lfte der betroffenen Unternehmen hat mittlerweile eine Task Force eingerichtet, um die Rohstoffversorgung zu wettbewerbsfĂ€higen Preisen zu sichern", erklĂ€rt Sebastian Durst, Project Manager von Roland Berger Strategy Consultants. "Es geht hauptsĂ€chlich darum, passende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, um die eigenen Produktkosten zu optimieren." Auf den Strategiemix kommt es an Um den hohen Rohstoffpreisen entgegen zu steuern, greifen Firmen auf unterschiedliche Maßnahmen zurĂŒck. Über 90 Prozent der Befragten setzen auf eine sichere Lieferkette: Unternehmen verhandeln neue VertrĂ€ge mit den Lieferanten oder suchen Alternativlieferanten. 84 Prozent der Umfrageteilnehmer versuchen eher, weniger Seltene Erden zu verbrauchen: Sie setzen alternative Materialien fĂŒr die Produktion ein oder versuchen, die Materialeffizienz zu erhöhen. Über die HĂ€lfte der Unternehmen gibt die Mehrkosten fĂŒr Seltene Erden an ihre Kunden weiter. "Immer hĂ€ufiger loten Unternehmen aber auch alternative Möglichkeiten aus wie zum Beispiel Kooperationen mit anderen Unternehmen. Auch eine Verlagerung der Produktion nach China wird teilweise geprĂŒft. Denn in China wird der Großteil der Seltenen Erden gefördert – die Preise sind dort entsprechend niedriger", erklĂ€rt Roland Berger-Stratege Rinn. "Generell versuchen Unternehmen, deren Produktion in hohem Maße von den Seltenen Erden abhĂ€ngig ist, auf einen ausgewogenen Maßnahmenmix zu setzen. Denn nur so können sie sich vor starken Preiserhöhungen schĂŒtzen und auf dem Markt wettbewerbsfĂ€hig bleiben", fasst Sebastian Durst zusammen. Ein wichtiger Aspekt, denn die Mehrheit der Studienteilnehmer erwartet, dass die Preise fĂŒr schwere Seltene Erden in Zukunft eher weiter steigen. Nur bei leichten Seltenen Erden erwarten die Teilnehmer stabile bzw. leicht sinkende Preise.
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