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Elektronikproduktion | 05 Juli 2012

Timing ist Alles: Emerging Markets

Einen Artikel und Blog im Wall Street Journal beschĂ€ftigt sich mit Indiens Energiekrise. Es unterstreicht die Bedenken ĂŒber WachstumsmĂ€rkte, welche wir seit zwei Jahren Ă€ussern.
FĂŒr jene mittelstĂ€ndischen Unternehmen, die auf die Nachfrage aus SchwellenlĂ€ndern setzen, hilft es, sich die Verbraucher und deren LebensumstĂ€nde einmal genauer anzuschauen. Wenn 77% der Bevölkerung fĂŒr Wasser anstehen mĂŒssen und die HaupttĂ€tigkeit die des 'MĂŒll-Recyclers' ist, dann wird es Jahrzehnte dauern, bis eine Mittelschicht - jeglicher Art - in Indien ĂŒberhaupt entstanden und in der Lage ist die Produkte dieser Welt zu kaufen. Aller rosigen Perspektiven und Prognosen zum Trotz. Man braucht sich nur die dot.com-Blase anzuschauen. Ja, das Internet hat Vieles verĂ€ndert. Und ja, 22 Jahre spĂ€ter befinden wir uns im Grenzland der unglaublichsten Verbraucherelektronik die man sich hĂ€tte ertrĂ€umen können. Nur erklĂ€ren Sie das mal pets.com und anderen - insolventen - Unternehmen, welche Alles auf eine Karte gesetzt haben. 22 Jahre passieren nicht ĂŒber Nacht. Die riesige Fertigungsindustrie in China und anderen asiatischen LĂ€ndern hat einen Markt fĂŒr Maschinen und Komponenten aufgebaut (um Produkte fĂŒr wirtschaftsstarke LĂ€nder zu produzieren). Es wurden jedoch nicht genug ArbeitsplĂ€tze aufgebaut, um eine Mittelschicht zu schaffen. Diese Fertigungsindustrie wurde durch riesige Direktinvestitionen aus dem Ausland aufgebaut; und nicht durch organisches Wachstum. Das bedeutet, dass wir noch rund 50 Jahre von einem grĂ¶ĂŸeren inlĂ€ndischen Markt entfernt sind. Ende der Geschichte. Die Daten, die strategische Planer berĂŒcksichtigen mĂŒssen, kommen nicht von historischen Wachstumsprognosen. Vielmehr sollte Demographie und bestehende Infrastruktur mit gesundem Menschenverstand analysiert werden. Werden die Regierungen in Indien, China und anderen aufstrebenden MĂ€rkten die Transparenz, die MentalitĂ€t fĂŒr 'Öffentlichen Dienst' und den Fokus fĂŒr Langzeitplanung - und den Willen der Vetternwirtschaft und Korruption zu widerstehen - haben, um in eine nachhaltige Energiewirtschaft, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu investieren? So kann die Basis fĂŒr eine Verbraucher-Mittelschicht geschaffen werden, welche wiederum eine gesunde Inlandsnachfrage fĂŒr globale Hersteller bringt. Und wird es auslĂ€ndischen Unternehmen erlaubt sein, in globalen MĂ€rkten - welche zunehmend protektionistisch, rĂ€uberisch (was den Schutz von geistigem Eigentum betrifft) und instabil sind - ihr Geld zu verdienen? Das sind die Fragen, die sich Unternehmen stellen sollten, um GeschĂ€fte auf dem internationalen Markt aufzubauen. Heißt das, dass Unternehmen sich lieber in ihr Schneckenhaus zurĂŒckziehen und die Finger vom globalen Markt lassen sollten? NatĂŒrlich nicht. Aber die Jagd nach niedrigen Lohnkosten zur Rechtfertigung einer Wachstumsstrategie - um in einen Binnenmarkt einzudringen - sollte zu den Mythen der weltweiten Produktionsindustrie gehören, die fĂŒr immer verbannt und widerlegt sind. Man sollte auf eine Strategie der Regionalisierung setzen, bei der Unternehmen ĂŒber solide Kenntnisse der 'realen Kunden' verfĂŒgen. Ein Versorgungsnetz aufbauen, um diese tatsĂ€chlichen Kunden aus regionaler Fertigung zu bedienen. Und bei der Prognose ĂŒber zukĂŒnftiges Wachstum sollte man verstehen, dass man in vielen SchwellenmĂ€rkten zu einem bestimmten Zeitpunkt auf eine Wand trifft; bis eine grundlegende Infrastruktur aufgebaut ist. Nicht nur auf Bevölkerungszahlen schauen und annehmen, dass die Zukunft wie die Vergangenheit aussieht.
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