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Elektronikproduktion | 16 MĂ€rz 2012

Nokia geht und ein langsamer Tod folgt

Es mag etwas apokalyptisch klingen. Tatsache ist jedoch: Nokia war das treibende RĂ€dchen in einem Uhrwerk von Industriezweigen, welche die finnische Stadt Salo am Laufen gehalten hat. Mit den angekĂŒndigten Entlassungen wird es fĂŒr die Stadt ernst.
Salo ist wahrscheinlich der Ort an dem Nokias RĂŒckzug am stĂ€rksten gefĂŒhlt wird. Über einen langen Zeitraum hinweg wurden grosse Teile der Produktion verlegt und die Mitarbeiterzahl im Werk sank. Im Februar wurde klar, dass 1'000 weitere Mitarbeiter das Werk verlassen werden. In einer Stadt mit rund 55'000 Einwohnern tut das schon richtig weh. Vor allem wenn die Arbeitslosenrate - so regionale Medien - bereits bei 11% liegt. Diese wird nun wahrscheinlich auf 15% steigen. Das Problem liegt nicht nur bei den Nokia ArbeitsplĂ€tzen die verloren gehen. FĂŒr die betroffenen Mitarbeiter gibt es nicht viele potentielle Arbeitgeber aus dem Technologiesektor. Auch Subunternehmer sind von der Produktionsverlagerung betroffen. Elcoteqs Salo-Fabrik schloss bereits vor drei Jahren, Leiterplatten-Hersteller Aspocomp schloss die Tore im Jahr 2007. Hunderte waren mit einem Schlag arbeitslos. Drumherum gibt es zudem auch weitere verlorenen ArbeitsplĂ€tze - Entlassungen, die nicht immer kalkulierbar sind: im Mittagsrestaurant, im Sportzentrum oder im neuen Rathaus. Die Einnahmen der Stadt reichen nicht mehr um die Kosten zu decken, schreibt Helsingin Sanomat. Die Steuereinnahmen aus der Wirtschaft belaufen sich in diesem auf EUR 15 Millionen. 2010 waren es noch EUR 60 Millionen. Es besteht Hoffnung Doch die Stadt ist nicht ohne Hoffnung. Mitarbeiter können neue Unternehmen grĂŒnden. Zudem wurde eine 'Werbekampagne' gestartet, um finnische und auslĂ€ndische Unternehmen in die Region zu locken. Leere RĂ€umlichkeiten finden sich. Gut ausgebildete und qualifizierte ArbeitskrĂ€fte auch. Schlagende Argumente, warum Salo vielleicht doch keine so schlechte Idea fĂŒr Investitionen ist.
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2019.02.19 01:06 V12.2.0-2