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Elektronikproduktion | 21 Dezember 2011

Hessens Elektroindustrie: 2012 erneutes Wachstum

Die hessische Elektroindustrie blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zur√ľck.
"Die starke Erholung der Elektroindustrie im Jahr 2010 hat sich in der ersten H√§lfte 2011 fortgesetzt und ist nun etwas verlangsamt“, sagte der Vorsitzende der ZVEI-Landesstelle Hessen, Dr. Wolfgang Lust. ‚ÄěF√ľr 2012 erwarten die Elektroindustrieunternehmen ein etwas moderateres Wachstum. Dennoch planen sie weiterhin Neueinstellungen.“

‚ÄěIn den ersten zehn Monaten des Jahres 2011 haben die hessischen Elektroindustrieunternehmen ihre Mitarbeiterzahl um 4,5 Prozent auf 52.712 Personen gesteigert“, berichtete Dr. Lust.

Damit weise die Elektrobranche ein höheres Beschäftigungswachstum auf als die hessische Industrie insgesamt (plus 3,5 Prozent). Über die Hälfte der Unternehmen der Elektroindustrie planten, die Zahl ihrer in Hessen beschäftigten Mitarbeiter im Jahr 2012 auszuweiten, nur acht Prozent wollen die Mitarbeiterzahl verringern.

‚ÄěSofern die europ√§ische Staatsschuldenkrise sich nicht verschlimmert, rechne ich damit, dass 1.000 zus√§tzliche Arbeitspl√§tze in der hessischen Elektroindustrie im Jahr 2012 geschaffen werden“, erl√§uterte Dr. Lust und erg√§nzte: ‚ÄěUnsere Branche schafft neue und sichere Arbeitspl√§tze ‚Äď flei√üige und lernbereite Mitarbeiter jeden Alters und aller Qualifizierungsstufen sind in unseren Betrieben hochwillkommen! Gerade weil Hessen vor einem gro√üen Fachkr√§fte-Nachwuchsmangel steht, suchen unsere Unternehmen neue Mitarbeiter f√ľr morgen!“

Der Umsatz der Elektroindustrie stieg in den ersten zehn Monaten des Jahres 2011 um 2,1 Prozent auf 9,44 Mrd. Euro. Dr. Lust: ‚ÄěAuf das gesamte Jahr 2011 gesehen d√ľrfte der Umsatz der hessischen Elektroindustrie wieder deutlich √ľber elf Mrd. Euro liegen. Damit sind die Verluste aus der Rezession 2009 so gut wie aufgeholt.“

Der Inlandsumsatz der hessischen Elektroindustrie legte im Zeitraum Januar bis Oktober 2011 um 3,9 Prozent auf fast 5,2 Mrd. Euro zu, w√§hrend der Auslandsumsatz bei knapp 4,3 Mrd. Euro stagnierte (minus 0,1 Prozent). Urs√§chlich f√ľr die Stagnation der Exporte sei der R√ľckgang der Exportums√§tze in der Eurozone gewesen, die um 2,4 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro sanken.

Dies sei durch die Exporte in Nicht-Euro-Länder in Höhe von 2,6 Mrd. Euro kompensiert worden, die um 1,5 Prozent zulegen konnten. Besonders hohe Zuwachsraten konnten Exporte nach China, in die Gruppe der BRIC-Länder und in die USA aufweisen.

Dr. Lust: ‚ÄěDie hessische Elektroindustrie ist und bleibt mit einem Exportanteil von knapp 50 Prozent eine global ausgerichtete Industrie mit starker Heimatbasis. Wir werden weiter unsere Chancen auf den Auslandsm√§rkten nutzen und k√ľnftig dort wieder st√§rker wachsen.“

Aktuell starker Anstieg der Auftragseingänge

Ein aktuell starker Anstieg zeige sich bei dem konjunkturellen Fr√ľhindikator der Auftragseing√§nge: Insgesamt sanken sie zwar von Januar bis Oktober 2011 leicht um 0,8 Prozent gegen√ľber dem Vorjahreszeitraum. Die Inlandsorders stiegen um 2,4 Prozent, w√§hrend das Ausland 4,4 Prozent weniger bestellte.

‚ÄěAktuell sieht es bei unseren Auftragseing√§ngen aber erheblich besser aus als im Durchschnitt des Jahresverlaufs und auch besser als in der √ľbrigen hessischen Industrie“, so Lust. Im zweiten und auch im dritten Quartal erhielten die hessischen Unternehmen der Elektroindustrie mit plus 6,8 und plus 9,1 Prozent deutlich mehr Auftr√§ge als im Vorjahr, w√§hrend das Verarbeitende Gewerbe in Hessen insgesamt nur ein Plus von 3,3 und 0,3 Prozent verbucht habe. ‚ÄěUnd im Oktober 2011 hat von den gro√üen hessischen Wirtschaftszweigen lediglich die Elektroindustrie einen Zuwachs erzielen k√∂nnen: plus 6,3 Prozent gegen√ľber dem Vorjahr, w√§hrend das Verarbeitende Gewerbe in Hessen insgesamt ein Minus von 5,9 Prozent aufweist“, stellte Dr. Lust fest.

Die negativen Ver√§nderungsraten der Auftragseing√§nge im ersten Quartal 2011 gegen√ľber dem Vorjahr lie√üen sich mit den auslaufenden Aufholeffekten sowie einer konjunkturzyklisch bedingten Verlangsamung erkl√§ren. ‚ÄěSie waren kein Anlass zu wirklicher Sorge“, so Dr. Lust.

Zuversicht f√ľr 2012 trotz gr√∂√üter Unsicherheiten

‚ÄěUnter der Voraussetzung, dass es der Politik gelingt, die europ√§ische Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, bin ich zuversichtlich, dass die hessische Elektroindustrie 2012 wieder ein Umsatzwachstum von mehr als zwei Prozent erreichen wird. Die Chancen stehen gut, dass die Elektroindustrie 2012 zu den Wachstumsmotoren in Hessen geh√∂ren wird und deutlich st√§rker w√§chst als das Produzierende Gewerbe, f√ľr das das Statistische Landesamt 0,8 Prozent Wachstum prognostiziert.“

Seine Zuversicht st√ľtzte Dr. Lust neben den Auftragseing√§ngen auf die Ergebnisse einer Umfrage der ZVEI-Landesstelle Hessen unter seinen Mitgliedern:

43 Prozent der Firmen hatten erkl√§rt, dass sie f√ľr das Jahr 2012 einen Umsatzanstieg erwarten, w√§hrend 37 Prozent mit einem konstanten Umsatz und nur neun Prozent mit einem kleineren Umsatz rechnen. Steigende Investitionen f√ľr 2012 planen 31 Prozent der Unternehmen in Hessen, 34 Prozent gehen von konstanten Investitionen aus und 17 Prozent beabsichtigen Investitionsk√ľrzungen.

Die Erwartungen zum Gewinn gehen leicht zur√ľck. Laut Umfrage rechnet noch ein Drittel der Firmen f√ľr 2012 mit einem Gewinnanstieg. Ein weiteres Drittel erwartet einen konstanten Gewinn und nur 14 Prozent einen Gewinnr√ľckgang.
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