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Komponenten | 25 Oktober 2010

Qimonda-Insolvenz: Vergleich mit US-Töchtern über Milliardenforderungen

Im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Qimonda AG wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé konnte mit den US-Töchtern Qimonda North America Corp. und Qimonda Richmond LLC einen Vergleich über strittige Milliardenforderungen schließen.

Gleichzeitig konnte klargestellt werden, dass die Inhaberschaft an bestimmten Patenten und Patentanmeldungen bei der Qimonda AG liegt. Die US-Töchter, die sich in einem Chapter 11-Verfahren nach dem US Bankruptcy Code befinden, hatten insgesamt Forderungen von über USD 2,1 Milliarden gegen die Qimonda AG geltend gemacht. Die Qimonda AG hat ihrerseits Forderungen in Höhe von mehr als USD 1,7 Milliarden geltend gemacht. Hiergegen hatten die US-Töchter vor dem US Bankruptcy Court in Delaware geklagt. Als Ergebnis einer mehrtägigen internationalen Mediation in London haben die Parteien nun eine Einigung hinsichtlich der wechselseitigen Forderungen erzielen können. Darüber hinaus hatten die US-Gesellschaften mit einer Klage vor dem US-Bankcruptcy Court die Inhaberschaft an über 800 Patenten und Patentanmeldungen der Qimonda AG reklamiert. Nach langen Verhandlungen geben Qimonda North America und Qimonda Richmond nun ihre Ansprüche auf Inhaberschaft auf und erkennen das uneingeschränkte Eigentum der Qimonda AG an den Patenten und Patentanmeldungen an. Die Qimonda AG, über deren Vermögen das Amtsgericht München am 1. April 2009 das Insolvenzverfahren eröffnet und Dr. Michael Jaffé zum Insolvenzverwalter bestellt hat, kann damit nun uneingeschränkt über eines der größten IP-Portfolios auf dem Gebiet der Halbleitertechnologie - mit rund 9.000 weltweiten Patenten und zahlreichen Patentanmeldungen - verfügen. Die Gläubigerausschüsse sowie der für die US-Gesellschaften zuständige Bankruptcy Court in Delaware haben dem Vergleich bereits zugestimmt. „Dieser Vergleich ist für uns ein wichtiger Meilenstein. Hierdurch wurde ein wesentliches Verwertungshindernis für die Vermarktung und Lizensierung beseitigt“, so Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé. „Zugunsten der Gläubiger der Qimonda AG konnten jahrelange hoch kostenaufwändige Prozesse in den USA vermieden werden. Nunmehr werden wir die Verwertung des Patentportfolios durch Lizenzierung und Verkäufe einzelner Pakete mit Hochdruck fortsetzen.“
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2019.06.17 21:26 V13.3.21-2