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© Leoni Komponenten | 24 März 2010

Leoni prognostiziert Umsatzsteigerung von 10%

Leoni hat im Geschäftsjahr 2009 seine Kostenstrukturen und Personalkapazitäten vollständig an dieabgeschwächte gesamtwirtschaftliche Konjunktur angepasst und die Weichen für eine Rückkehr zu ertragsorientiertem Wachstum gestellt, heisst es im Geschäftsbericht.

Der Kabeln und -system-Anbieter hat einen Konzernumsatz von EUR 2,160 Mrd. erwirtschaftet. Der Rückgang beträgt im Vergleich zum Vorjahr (2008: EUR 2,912 Mrd.) rund ein Viertel, wobei sich unterjährig eine kontinuierliche Steigerung verzeichnen lässt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beläuft sich auf EUR minus 116,3 Mio. (2008: EUR 55,7 Mio.); bereinigt ergibt sich ein Wert von EUR minus 35,6 Mio. (2008: EUR 79,3 Mio.). Unter dem Strich verzeichnet Leoni einen Jahresfehlbetrag von EUR minus 138,1 Mio. (2008: Überschuss von EUR 5,2 Mio.). Leoni wurde 2009 von der anhaltenden weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass das abgelaufene Geschäftsjahr als das schwierigste und bezüglich des Ergebnisses schlechteste in der Firmengeschichte gilt, heisst es weiter. Nahezu alle Geschäftsfelder sahen sich mit einer deutlich verminderten und teils stark schwankenden Nachfrage konfrontiert. Das Unternehmen hatte es sich daher zum Ziel gesetzt, seine Strukturen und Kapazitäten schnell und konsequent an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. Der bereits Ende 2008 eingeschlagene, konzernweit verfolgte Sparkurs führte dazu, dass Leoni seine Sach- und Personalkosten verringerte, Investitionen kürzte und größere Akquisitionen zurückstellte. In Summe konnten dadurch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Kosten um mehr als 200 Mio. Euro reduziert werden. Personal: Verschiebung der Belegschaftsstruktur Die Anpassung der Personalkapazitäten an das gesunkene Nachfrageniveau betraf fast alle Unternehmenszweige, machte sich jedoch in der arbeitsintensiven Bordnetzfertigung besonders stark bemerkbar. In Deutschland nutzte Leoni das Instrument der Kurzarbeit umfassend, wobei sich Dauer und Umfang je nach Standort und Bereich unterschiedlich gestaltete. Durch die Kurzarbeit allein gelang es Leoni, netto rund EUR 10 Mio. zu sparen. In anderen Ländern, die über kein vergleichbares Instrument verfügen, standen die Flexibilisierung und Herabsetzung der Arbeitszeiten im Fokus der Bemühungen, um auch hier die Verkleinerung der Belegschaft begrenzen zu können. Ein deutlicher Stellenabbau war dennoch unvermeidlich. Die Mitarbeiterzahl im Konzern erreichte im April 2009 mit 44.753 ihren Tiefpunkt und lag damit um nahezu 9.000 niedriger als zu Beginn der Krise Ende September 2008. Bedingt durch eine leichte Belebung in manchen Märkten und insbesondere durch neu anlaufende Projekte für die Automobilindustrie konnte Leoni seine weltweite Belegschaft zum Jahresende 2009 wieder auf 49.822 Mitarbeiter vergrößern. Das Unternehmen beschäftigte somit rund 1.000 Personen weniger als zum Stichtag im Jahr 2008 (50.821). Die Personalanpassungen betrafen sowohl produktive als auch administrative Bereiche. Jedoch erfolgte der Stellenabbau in den westeuropäischen Hochlohnländern insbesondere aufgrund regulatorischer Umstände deutlich später. Somit kam es zum Jahresende 2009 per saldo zu einer Verschiebung der Personalstruktur zugunsten der kostengünstigeren Standorte, vor allem in Nordafrika. WCS: Positives operatives Ergebnis im 2. Halbjahr In nahezu allen Geschäftsfeldern des Segments Wire & Cable Solutions (WCS) war ein Rückgang der Nachfrage zu verzeichnen. Dieser machte sich in den einzelnen Märkten zeitversetzt über den Berichtszeitraum bemerkbar, so dass die forcierte Diversifizierung – ein strategisches Ziel dieses Segments – teilweise einen Ausgleich bewirkte. In manchen Bereichen wie Solarenergie, Schienenverkehrstechnik und Glasfasertechnologie entwickelte sich das Geschäft ungebremst positiv. Darüber hinaus gingen insbesondere hier mehrere größere und zukunftsweisende Aufträge ein. Im Gesamtjahr 2009 belief sich der WCS-Außenumsatz auf EUR 935,5 Mio. und lag damit rund ein Drittel unter dem Vorjahr (2008: EUR 1.401,5 Mio.). Das EBIT belief sich auf EUR minus 34,2 Mio.(2008: EUR 29,6 Mio.); dieses ist stark durch einmalige Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen im Anlagevermögen belastet. Durch die verstärkte Wirkung der Kostensenkung auf das Ergebnis konnte auf bereinigter Basis im zweiten Halbjahr 2009 ein positiver Wert erzielt werden. Im Gesamtjahr betrug das bereinigte Bereichs-EBIT EUR minus 5,1 Mio. (2008: EUR 33,9 Mio.). WSD: Starke Belastung durch Restrukturierung Der Unternehmensbereich Wiring Systems (WSD) war Anfang 2009 sehr stark vom konjunkturellen Abschwung beeinträchtigt. Im weiteren Jahresverlauf erholte sich das Geschäft kontinuierlich, so dass im vierten Quartal erstmals wieder ein Umsatz deutlich über dem Wert der vergleichbaren Vorjahresperiode erzielt werden konnte. Ursächlich für die Belebung war neben einer allgemeinen Nachfrageerholung auch der Anlauf neuer Projekte mit Kunden aus der internationalen Automobilindustrie. Staatliche Abwrackprämien hatten einen geringeren Effekt für Leoni. Der WSD-Außenumsatz belief sich im Gesamtjahr 2009 auf EUR 1.224,6 Mio.; dies entspricht einem Minus von rund 19%0 nach EUR 1.510,5 Mio. im Vorjahr. Einzig die Region China konnte eine Steigerung der Erlöse aufweisen. Die größten Umsatzanteile im Segment entfielen auf die Automobilhersteller PSA, Mercedes-Benz und BMW. Erste nennenswerte Umsätze konnten mit der Produktion von mechatronischen Komponenten verbucht werden, die einen Ausbau der Wertschöpfungstiefe bewirken. Das EBIT belief sich auf EUR minus 78,5 Mio.(2008: EUR 23,4 Mio.), wobei hier Sondereffekte von mehr als EUR 50 Mio. enthalten sind. Bereinigt konnte auch im WSD-Segment im zweiten Halbjahr ein positives Ergebnis erwirtschaftet werden; im Gesamtjahr lag der Wert bei EUR minus 26,8 Mio. (2008: EUR 42,7 Mio.). Finanzlage: Positiver Cashflow und verringerte Nettofinanzschulden Leoni verfolgte im Geschäftsjahr 2009 insbesondere das Ziel, die Liquidität der Unternehmensgruppe weltweit zu sichern sowie Finanzaufwendungen und -erträge zu optimieren. So konnte im Berichtszeitraum trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ein Liquiditätsabfluss vermieden werden: Das Unternehmen hat seine anspruchsvolle Planung, einen ausgeglichenen Free Cashflow vor Dividende, Akquisitionen und Aktienverkauf zu erwirtschaften, mit einem Wert von EUR 2,1 Mio. (2008: EUR minus 13,9 Mio. Euro) realisiert. Es ist ebenfalls gelungen, die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende um EUR 37,9 Mio. auf EUR 495,4 Mio. zu verringern. Zu dieser Entwicklung trug auch der Verkauf eigener Aktien bei, die Leoni im Oktober 2009 über ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren bei internationalen Investoren zu einem Preis von EUR 14,50 je Aktie platzieren konnte. Der Erlös der knapp 2,9 Mio. Papiere wirkte sich auch positiv auf das Eigenkapital aus, dessen Quote zum Stichtag 31.12. bei 21% lag. Prognose: Stetige Umsatzsteigerung bei wachsenden Erträgen Im Jahr 2010 wird Leoni zur Strategie des ertragsorientierten Wachstums zurückkehren und seine Marktposition als führender Kabel- und Kabelsystemanbieter ausbauen. Gestützt von der allgemein erwarteten konjunkturellen Erholung sowie dem Anlauf zusätzlicher Projekte, insbesondere im Automobilbereich, plant das Unternehmen, seinen Umsatz um ca. 10% auf rund EUR 2,4 Mrd. zu steigern und damit den Marktdurchschnitt zu übertreffen. Leoni prognostiziert ein EBIT von mindestens EUR 50 Mio. und einen leicht positiven Jahresüberschuss. Für das Jahr 2011 sollten im Falle einer fortgesetzten Erholung der Märkte eine Umsatzsteigerung von ebenfalls rund 10% sowie eine erhebliche Verbesserung der Ertragslage möglich sein.
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2019.04.20 11:13 V13.1.0-1