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Komponenten | 01 April 2009

Qimonda: Kernmannschaft von anfänglich 915 Mitarbeitern arbeitet weiter

ausfĂŒhrliches Update: Das zustĂ€ndige Amtsgericht in MĂŒnchen hat heute das Insolvenzverfahren fĂŒr die Qimonda AG und die Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG eröffnet. FĂŒr beide Gesellschaften ist der MĂŒnchner Anwalt Dr. Michael JaffĂ©, der bereits als vorlĂ€ufiger Insolvenzverwalter tĂ€tig war, zum Insolvenzverwalter bestellt worden.
Dr. JaffĂ© und sein Team fĂŒhren weiterhin GesprĂ€che mit potenziellen Interessenten. Ziel ist der Erhalt der Qimonda-Standorte sowie möglichst vieler ArbeitsplĂ€tze in Dresden, MĂŒnchen und Portugal. Gleichzeitig dauern die Konsultationen mit politischen Stellen in Bayern, Sachsen, der Bundesrepublik Deutschland, Portugal und der EU ĂŒber die UnterstĂŒtzung einer möglichen FortfĂŒhrungslösung weiter an. Voraussetzung dafĂŒr ist, dass ein „Ankerinvestor“ fĂŒr das Engagement in einer neuen Qimonda gewonnen wird. Der Ausgang der GesprĂ€che dazu ist weiter offen. Ein zentraler Punkt fĂŒr die Möglichkeit der Fortsetzung der InvestorengesprĂ€che war das erfolgreiche Zustandekommen der Transfergesellschaften fĂŒr die BeschĂ€ftigten in Dresden und MĂŒnchen. Rund 600 Mitarbeiter in MĂŒnchen und ca. 1.850 Mitarbeiter in Dresden haben das ihnen in der vergangenen Woche unterbreitete Angebot zum Eintritt in die Transfergesellschaften zum 1. April 2009 angenommen. Das sind etwa 84% der BeschĂ€ftigten in MĂŒnchen und etwa 93% der BeschĂ€ftigten in Dresden, denen man ein entsprechendes Angebot unterbreitet hatte. Die Transfergesellschaft garantiert den Mitarbeitern ein Nettoarbeitsentgelt in Höhe des Transferkurzarbeitergelds mit einem Aufschlag von 10% maximal ĂŒber einen Zeitraum von viereinhalb Monaten bis Mitte August 2009. Das entspricht etwa 70% bzw. 77% des zuletzt gezahlten Nettolohns. Ab der Eröffnung des Insolvenzverfahrens arbeitet eine hochqualifizierte Kernmannschaft von anfĂ€nglich etwa 340 BeschĂ€ftigten in MĂŒnchen und ca. 575 BeschĂ€ftigten in Dresden weiter. Damit ist die Betriebsstruktur mit allen damit verbundenen zentralen Funktionen weiter vorhanden. DarĂŒber hinaus wird Qimondas fĂŒhrende Buried Wordline-Technologie weiter erhalten und teilweise fortentwickelt. Qimonda hatte auch in der vorlĂ€ufigen Insolvenz die Technologie konsequent vorangetrieben und mit Zustimmung des GlĂ€ubigerausschusses liquide Mittel fĂŒr die Entwicklung dieser sogenannten 46-nm-Buried Wordline-Technologie eingesetzt. Seit dem Insolvenzantrag am 23. Januar 2009 war es gelungen, trotz schwierigster Rahmenbedingungen und der hochkomplexen Verflechtungen eines internationalen Konzerns, den Betrieb in MĂŒnchen, Dresden und einer Vielzahl von Tochtergesellschaften weltweit aufrecht zu erhalten. Durch die Aufgabe von defizitĂ€ren AktivitĂ€ten und striktes Kostenmanagement konnte sowohl die LiquiditĂ€t der beiden Gesellschaften im vorlĂ€ufigen Insolvenzverfahren sichergestellt als auch die GeschĂ€ftstĂ€tigkeit in reduziertem Umfang weiter fortgesetzt werden. So erzielte Qimonda trotz des ĂŒberaus schwachen Marktumfelds wĂ€hrend der Zeit der vorlĂ€ufigen Insolvenz einen Umsatz von mehr als 90 Millionen Euro. Die industrielle Speicherchip-Produktion am Standort Dresden ruht ab 1. April. Die Maschinen werden in einen Standby-Modus gebracht. FachkrĂ€fte pflegen die sensiblen Anlagen, damit diese keinen Schaden durch den Ruhezustand nehmen. Sollte eine Investorenlösung zustande kommen, könnte die Produktion wieder aufgenommen werden. Es wurden bisher noch keine endgĂŒltigen Entscheidungen hinsichtlich der zukĂŒnftigen Struktur der Gesellschaften getroffen. Dies betrifft auch eine Entscheidung darĂŒber, ob die GeschĂ€ftsteile, die weitergefĂŒhrt werden können, in eine neue Gesellschaft eingebracht werden, die neuen Investoren gehört. In diesem Fall oder wenn keine Investoren zur Finanzierung der FortfĂŒhrung von Qimondas Unternehmen gefunden werden können, wĂŒrde die Qimonda AG, die rechtlich mit der Eröffnung des Insolvenzverfahren aufgelöst ist, voraussichtlich liquidiert. Bei einer Liquidierung der Qimonda AG ist nach aktuellem Stand davon auszugehen, dass die AktionĂ€re der Qimonda AG nach Abschluss des Insolvenzverfahrens und Verteilung des Vermögens an die GlĂ€ubiger keine Zahlungen auf ihre Anteile erhalten werden.
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