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© Melexis Komponenten | 16 Mai 2022

Experte prophezeit Veränderungen auf dem Chip-Markt

Die Chip-Knappheit beeinflusst seit Monaten weltweit die Elektronik-Produktion. Nach Meinung von Experten könne sich die Situation zum kommenden Jahr aber in Überkapazitäten umkehren. Grund sei der groß angelegte Ausbau der Produktion, der bald Früchte tragen werde, sagt der Branchenanalyst Alan Priestley vom IT-Marktforscher Gartner der dpa.

Die Branche investiere seit ersten Anzeichen der Engpässe zu Beginn der Corona-Pandemie in neue Fabriken. Deshalb werde man wahrscheinlich 2023 oder 2024 Überkapazitäten haben, prognostiziert der Experte. Dieses Überangebot werde wiederum mit der Zeit von der steigenden Nachfrage aufgezehrt. Dieses Wechselspiel sei an sich typisch für die Chipindustrie, betont Priestley. Sobald Nachfrage und Angebot im Gleichgewicht seien, werde investiert, um Kapazitäten für den nächsten Nachfrageschub zu haben. Die aktuelle Chip-Krise sei aber so heftig ausgefallen, weil in einigen Bereichen nicht genug in den Ausbau investiert worden sei und gleichzeitig die Nachfrage mit dem verstärkten Arbeiten und Lernen in der Corona-Pandemie sprunghaft angestiegen sei.

Der Ausbau der Kapazitäten sei zugleich mit Risiken für die Anbieter verbunden, da die Produktionslinien nicht flexibel seien. Wenn man eine Fabrik für Chips mit sieben Nanometern Strukturbreite baue, könne sie nicht ohne großen Aufwand auf fünf Nanometer umstellen, so Priestley gegenüber dpa. Die Unternehmen müssten ihre Ausbau-Entscheidungen besonders vorausschauend planen. Neue Kapazitäten in einem Bereich seien nicht unbedingt hilfreich für andere Teile der Branche.

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2022.06.21 15:19 V20.6.1-2