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© Koziel TUK Markt | 15 Dezember 2021

TU Kaiserslautern baut Quantencomputer

Quantencomputer bringen gegenüber klassischen, digitalen Rechnern erhebliche Vorteile in der Rechengeschwindigkeit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert deshalb ein Projekt zur Entwicklung eines praxistauglichen Quantencomputers mit rund 25 Millionen Euro.

Das gesamte Projektvolumen beträgt 29 Millionen Euro. Mehr als sieben Millionen Euro davon gehen an den Fachbereich Physik der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK). Das hat die Hochschule jetzt mitgeteilt. Im Wettrennen um den Bau eines für Anwendungen nutzbaren Quantencomputers ist Forschenden der TU Kaiserslautern nun ein großer Erfolg gelungen. Sie konnten ein Großprojekt zum Bau eines solchen Computers an der TU Kaiserslautern einwerben. In den kommenden fünf Jahren werden sie gemeinsam mit Kollegen der Universität Hamburg und des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM sowie Industriepartnern einen funktionsfähigen Quantenprozessor auf Basis von sogenannten Rydberg-Atomen entwickeln. Ziel sei es, industriell relevante Probleme zu optimieren. Der Quantencomputer wird in dem neu errichteten Forschungsgebäude „Laboratory for Advanced Spin Engineering“ (LASE) auf dem Universitätscampus stehen. Quantencomputer können die Leistung herkömmlicher Computer um ein Vielfaches übertreffen, weil sie vollkommen anders funktionieren. Statt klassischer Bits, die entweder den Wert 0 oder 1 annehmen können, benutzen sie sogenannte Quantenbits, die gleichzeitig 0 und 1 sein können. „Dadurch haben sie ein immenses Potenzial, Probleme anzugehen, die für klassische Computer unlösbar sind. Insbesondere versprechen sie, wichtige Probleme der Logistik und Prozessoptimierung lösen zu können. Sie sind eine zentrale Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts“, sagt Professor Dr. Herwig Ott, Gruppenleiter am Fachbereich Physik der TUK, der das Projekt gemeinsam mit seinen Kollegen Professor Dr. Artur Widera und Dr. Thomas Niederprüm eingeworben hat. „Wir sind stolz, dieses zukunftsweisende Projekt für die Stadt, Region und das Land Rheinland-Pfalz eingeworben zu haben, das internationale Sichtbarkeit für den Standort Kaiserslautern mit sich bringen wird. Es ist ein großer Erfolg, dass wir die Expertise in der Quantentechnologie und der Quantenphysik, die wir in den vergangenen zehn Jahren im Rahmen unserer Sonderforschungsbereiche aufgebaut haben, nun in dieses hochspannende Projekt einbringen können“, so Widera. „Mit dem Quantencomputer möchten wir testen, wie Schiffsrouten für die Warenlogistik oder Lieferketten insgesamt verbessert und nachhaltiger gemacht werden können, sodass Energie eingespart wird und damit zum Klimaschutz beigetragen werden kann“, ergänzt Dr. Thomas Niederprüm.
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