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© Robert Bosch GmbH Komponenten | 17 November 2021

EU: Halbleiter-Produktion in Europa muss steigen

Der Region Dresden kommt nach Ansicht des für Binnenmarkt zuständigen EU-Kommissars Thierry Breton eine "sehr wichtige Rolle" bei der europäischen Halbleiterperspektive zu. Mit Blick auf die Ansiedlung großer Chiphersteller seien die Europäische Union und Sachsen ein "fantastischer Kandidat", sagte Breton nach einem Besuch im Halbleiterwerk von Bosch in Dresden.

In Dresden macht man sich derzeit Hoffnung, Standort eines Werkes von Intel zu werden. Breton traf bei seinem Besuch in Dresden mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie mit Vertretern von Herstellern wie Globalfoundries, Infineon und dem Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme zusammen. Dabei sei es vor allem um den "European Chips Act“ gegangen, der die Produktion modernster Halbleiter in Europa steigern soll, schreibt dpa. Das Ziel bestehe darin, Europas Weltmarktanteil für Halbleiter bis 2030 von aktuell unter 10 Prozent auf 20 Prozent zu verdoppeln. Breton erinnerte daran, dass es auch in den USA und in Asien vergleichbare Werkzeuge zur Forcierung der Produktion gebe. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte ein europäisches Chipgesetz in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union unlängst angekündigt. Man werde definitiv die Kapazitäten zur Herstellung von Halbleitern in Europa erweitern, so Breton. Der Branchenverband Silicon Saxony fordert mehr Tempo bei der Umsetzung der Strategie. Nie sei die Situation in Europa besser gewesen als heute, wieder einen signifikanten Anteil zum Weltmarkt beizusteuern und einseitige Abhängigkeiten zu reduzieren. Die politischen Ambitionen seien selbstbewusst, die Auftragsbücher auf Jahre hin voll, der Hunger nach Halbleiterinnovationen groß, so Vorstand Yvonne Keil. Umso mehr gelte es nun, die Umsetzungsgeschwindigkeit "dramatisch zu beschleunigen". Die Industrie in Europa brauche jetzt eine verbindliche Zusage über eine öffentliche Kofinanzierung. Nur so habe sie Argumente, um die Investitionen für Kapazitätserweiterungen in Europa zu sichern.
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2021.11.22 13:31 V19.1.3-2