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© filipefrazao84 dreamstime.com Markt | 30 September 2020

Operative Neuausrichtung des automobilen Anlagenbaus bei thyssenkrupp führt zu Stellenabbau

Mit Beginn des neuen Geschäftsjahres zum 1. Oktober 2020 startet thyssenkrupp mit der operativen Teilung seines automobilen Anlagenbaus. Die bisherige Business Unit System Engineering wird dazu in den kommenden Monaten kaufmännisch, operativ und rechtlich in zwei eigenständige Geschäftseinheiten aufgeteilt. Das berichtet der Konzern in einer Mitteilung.

Ziel der Teilung sei die Schaffung von zwei unabhängig voneinander agierenden Unternehmen mit unterschiedlichen Produktprogrammen. Zukünftig werde es einen auf Karosseriemontage spezialisierten Anlagenbauer geben, der weiterhin im automobilen Zuliefer- und Service-Segment (Automotive Technology) von thyssenkrupp geführt wird. Die bisherigen Aktivitäten im Bereich der Antriebs- und Batteriemontage werden in einem Unternehmen gebündelt, das zum Portfoliosegment (Multi Tracks) von thyssenkrupp gehört. Für dieses Geschäftsfeld soll perspektivisch eine Lösung außerhalb des Konzerns gefunden werden, entweder in Partnerschaften oder in neuen Eigentümerstrukturen. Die operative Teilung der thyssenkrupp System Engineering in eine Karosserie- und eine Antriebs- und Batterieeinheit ist Teil der Portfoliostrategie, die der Konzern im Mai dieses Jahres vorgestellt hat. „Wir haben die Neuausrichtung des Unternehmens in den vergangenen Monaten akribisch vorbereitet. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir sie nun Schritt für Schritt umsetzen. Als Ergebnis werden wir zwei neue, spezialisierte Unternehmen geschaffen haben, die sich in ihrem jeweiligen Marktsegment profitabel weiterentwickeln können“, sagt Ingo Steinkrüger, Chief Executive Officer der thyssenkrupp System Engineering. Der Karosserieteil des Unternehmens mit Standorten in Baden-Württemberg, dem Saarland und Hessen werde als ein entlang der gesamten Wertschöpfungskette integrierter Karosseriebauer neu aufgestellt. Dieses Unternehmen wird spezialisiert sein auf Karosseriemontagelösungen und die Serienproduktion von Karosserieleichtbauteilen für Kunden aus der Automobilindustrie. Im Antriebs- und Batterieteil werde die Transformation in Richtung Elektromobilität weiter vorangetrieben, um sich zukünftig als Generalunternehmer im Anlagenbau für alternative Antriebe und Speichertechnologien zu etablieren. Das betreffe in erster Linie Standorte des Unternehmens in Bremen, Niedersachsen und Sachsen. Mit der Teilung und Neuaufstellung der beiden Geschäftsbereiche werden weitere Restrukturierungen an den einzelnen Standorten umgesetzt. So sollen in beiden Einheiten im laufenden Geschäftsjahr rund 800 Stellen abgebaut werden. Rund 500 Stellen entfallen dabei auf Standorte in Deutschland. Grund für die Restrukturierung sei ein durch die Corona-Krise drastisch verschärfter Einbruch bei Auftragseingang und Umsatz. Zudem würden mit der Teilung bestehende zentrale Strukturen in der Verwaltung aufgelöst. „Die Marktsituation im automobilen Anlagenbau bleibt nach wie vor extrem angespannt. Wir gehen davon aus, dass die Produktionszahlen der Autoindustrie frühestens in zwei bis drei Jahren wieder das Vorkrisenniveau erreichen werden. Deshalb müssen wir die Teilung und Neuaufstellungen des Unternehmens nutzen, um die Strukturen und Verwaltungskosten in beiden Geschäftsteilen dem Marktniveau anzupassen. Wir werden dabei kein Technologiesegment verlieren, werden aber unser Standortkonzept anpassen und Kompetenzen bündeln“, so Steinkrüger weiter. Die Business Unit System Engineering betreibt in Deutschland derzeit neun Entwicklungs- und Produktionsstandorte. In Bremen und Langenhagen (Niedersachsen) entwickelt und fertigt das Unternehmen Montage- und Testanlagen für Verbrennungs-, E-Motoren und Brennstoffzellen. An den Standorten Heilbronn (Baden-Württemberg), Lockweiler (Saarland) und Burghaun (Hessen) werden Montageanlagen für den Karosseriebau entwickelt und produziert. Zudem betreibt das Unternehmen in Hohenstein-Ernstthal und Chemnitz (Sachsen) zwei Werke für Batteriemontageanlagen. An den Standorten Mühlacker und Weinsberg (Baden-Württemberg) werden zudem Leichtbaulösungen für Fahrzeuge entwickelt und in Serie gefertigt. Insgesamt sind in Deutschland derzeit rund 3.200 Mitarbeitende im automobilen Anlagenbau bei thyssenkrupp beschäftigt.
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