Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
© Continental Design Analysen | 03 September 2020

Continental verschärft Sparkurs

Der Continental-Konzern hat seinen Sparkurs noch einmal deutlich verschärft. Ab 2023 sollen nun brutto mehr als eine Milliarde Euro an Einsparungen pro Jahr angepeilt werden. Das hat das Unternehmen jetzt mitgeteilt.

Die jährliche Zielgröße bis 2023 betrug bisher rund 500 Millionen Euro, berichtet dpa. Der Autozulieferer will die Kosten aber weiter reduzieren. Das im vergangenen Jahr gestartete Programm „Transformation 2019-2029“ ist mit dem Abbau zahlreicher Jobs in Bereichen wie Mechanik und Hydraulik verbunden. Parallel will Continental möglichst viele Beschäftigte weiterqualifizieren. Aktuell gehe man davon aus, dass es global Auswirkungen auf 30.000 der über 232.000 Arbeitsplätze gebe, heißt es vom Konzern. 13.000 der fraglichen Jobs seien in Deutschland angesiedelt. In der ersten Stufe war zunächst von bis zu 20.000 betroffenen Jobs insgesamt und 7.000 in Deutschland die Rede. Ein Teil des Transformationsprogramms sei bereits vollzogen - mit Folgen für bislang etwa 3.000 Arbeitsplätze. Jedoch werde es einen Aufbau neuer Stellen geben, die etwa bei Alternativantrieben und Digitaltechnologien entstünden. Der Konzernbetriebsrat spricht von einem schweren Schlag für Unternehmen und Belegschaft. Der Vorstand greife zum bekannten Strickmuster: Umsatz runter, Kosten runter, Werke dicht machen, Arbeitsplätze streichen, wird der Betriebsrat zitiert. Nach Angaben des Unternehmens konkretisieren sich die Sparansätze unter dem Eindruck der Pandemiefolgen jetzt weiter. So sollen etwa bestimmte Funktionen aus Produktion, Forschung und Entwicklung an den weltweit wettbewerbsfähigsten Standorten zusammengezogen werden. Dauerhaft unrentable Geschäftsteile sollen verkauft werden. Es könne zur Verlagerung oder Schließung von Anlagen und Betriebsteilen an Standorten mit dauerhaft zu hohen Kosten, auslaufenden Technologien oder absehbar mittel- bis langfristig unwirtschaftlicher Auslastung der Produktionskapazitäten kommen, so dpa weiter. „Die gesamte Autoindustrie hat derzeit gewaltige Herausforderungen zu bewältigen. Keine ihrer Krisen der vergangenen 70 Jahre war größer und schärfer. Sie trifft die Zulieferer besonders hart. Sie verlangt uns kurzfristig schon sehr viel ab und fordert uns auf Jahre bis zum Äußersten. Nach etwa einem Jahrzehnt des schnellen, profitablen Wachstums und Beschäftigungsaufbaus entlang des bisherigen Wachstumsmodells der Autoindustrie richten wir uns jetzt auf eine neue Art des Wachstums mit Zukunftstechnologien aus. Deswegen streben wir im intensiven Austausch mit den Arbeitnehmervertretern nach den nachhaltig wirksamsten Lösungen und einem Ausgleich mit den Interessen unserer Belegschaft“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Continental, Dr. Elmar Degenhart. „Unsere seit einiger Zeit in Deutschland laufenden Sondierungsgespräche treten jetzt in eine entscheidende Phase. Je mehr wir zusammen intelligent und dauerhaft an Kosten einsparen, desto mehr Beschäftigung werden wir mittel- und langfristig gemeinsam sichern. In diesen Zeiten eine Beschäftigungssicherung auszusprechen, wäre nicht fair den Mitarbeitern gegenüber. Wir werden sie nicht garantieren können“, so Dr. Ariane Reinhart, Personalvorstand von Continental. Im zweiten Quartal war Continental in die Verlustzone gerutscht. Der Netto-Fehlbetrag habe zwischen April und Juni bei 741,1 Millionen Euro gelegen. Ein Jahr zuvor hatte es 484,8 Millionen Euro Gewinn gegeben, so dpa.
Weitere Nachrichten
2020.09.21 11:08 V18.10.12-1