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© Hella Design Analysen | 31 Juli 2020

Autozulieferer Hella will 900 Stellen in Lippstadt streichen

Der Automobilzulieferer HELLA hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 (1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020) auf Basis vorläufiger Zahlen einen gegenüber dem Vorjahr reduzierten währungs- und portfoliobereinigten Konzernumsatz von 5,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,8 Milliarden Euro) sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis (bereinigtes EBIT) von 233 Millionen Euro (Vorjahr: 572 Millionen Euro) erwirtschaftet. Das hat das Unternehmen jetzt mitgeteilt. Zudem soll es in Lippstadt zahlreiche Stellenstreichungen geben.

Die bereinigte EBIT-Marge liegt den Angaben nach bei 4,0 Prozent (Vorjahr: 8,4 Prozent). Die vorläufigen Geschäftsergebnisse liegen damit im Bereich der zuletzt veröffentlichten Prognosebandbreite. Das berichtete EBIT beläuft sich auf minus 343 Millionen Euro. Ursächlich hierfür sind nichtzahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 533 Millionen Euro. Diese waren im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres zu berücksichtigen und resultieren aus der Annahme, dass das weltweite Produktionsvolumen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auch mittel- bis langfristig signifikant unter den vor der Corona-Krise getroffenen Planungsannahmen und Markterwartungen liegen und dies zu einer geringeren Auslastung des globalen HELLA Produktionsnetzwerks führen wird. „In einem ohnehin schon rückläufigen Marktumfeld ist unsere Geschäftsentwicklung im letzten Jahr durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich belastet worden", sagt HELLA CEO Dr. Rolf Breidenbach. „Infolgedessen haben wir unsere bereits laufenden Kostenprogramme weiter forciert. So haben wir im März zusätzliche temporäre Maßnahmen wie Kurzarbeit und ein noch strikteres Kostenkontrollprogramm eingeleitet. Dadurch konnten wir den harten Markteinbruch durch Corona abfedern, jedoch die damit verbundenen Einbußen wie absehbar nur teilweise kompensieren." Angesichts der weiterhin bestehenden hohen Marktunsicherheit sowie der reduzierten weltweiten Fahrzeugproduktion erwartet HELLA für das laufende Geschäftsjahr 2020/2021 (1. Juni 2020 bis 31. Mai 2021) einen währungs- und portfoliobereinigten Konzernumsatz in der Bandbreite von rund 5,6 Milliarden Euro bis 6,1 Milliarden Euro sowie eine um Restrukturierungsmaßnahmen, Portfolioeffekte und außerplanmäßige Wertminderungen bereinigte EBIT-Marge in der Bandbreite von rund 4,0 Prozent bis 6,0 Prozent. „Mit unserem Geschäftsmodell sind wir als Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt und mit vielen Produkten im Elektronik- und Lichtbereich technologisch führend", sagt Dr. Rolf Breidenbach. Es bestehe jedoch nach wie vor eine hohe Unsicherheit, wie sich die Fahrzeugproduktion nach vorne heraus entwickeln werde. Aufgrund der deutlich reduzierten Marktvolumina sowie des hohen Investitionsbedarfs in der Branche werden sich Wettbewerbsintensität und Kostendruck weiter erhöhen." Um die Aufstellung des Unternehmens angesichts der herausfordernden Marktbedingungen sowie des zunehmenden Preisdrucks nachhaltig zu stärken, hat die Unternehmensleitung ein langfristig orientiertes Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beschlossen. Dieses sieht zum einen weiterhin verstärkte Investitionen in automobile Markttrends, Automatisierung sowie Software-Know-how vor. Zum anderen werden weitere strukturelle Anpassungen im weltweiten HELLA Standortnetzwerk in Betracht gezogen. In diesem Kontext ist geplant, die Zahl der Verwaltungs- und Entwicklungsstellen am Unternehmenssitz in Lippstadt um rund 900 zu reduzieren. Die erforderlichen Personalanpassungen sollen mittelfristig bis Ende 2023 erfolgen und so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden. Dazu würden zeitnah Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen. „Den herausfordernden Marktbedingungen müssen wir mit Weitblick begegnen und dabei insbesondere unsere Kostenstrukturen in den Fokus nehmen", so Breidenbach. „Wir haben in den vergangenen Jahren bereits viel unternommen und unsere Kostenbasis kontinuierlich verbessert. In dem Zuge haben wir seit August 2018 auch unsere weltweite Belegschaft um rund 5.400 Stellen reduziert. Doch das allgemeine Marktumfeld hat sich jetzt noch einmal deutlich verändert. Daher führt an weiteren strukturellen Anpassungen kein Weg vorbei“.
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2020.08.05 00:04 V18.8.2-2