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© Komax Design Analysen | 29 Januar 2020

Komax überprüft Strukturen und beginnt mit Kurzarbeit in der Schweiz

Die Komax Gruppe hat ein herausforderndes Jahr hinter sich. Aufgrund der schwächelnden Automobilindustrie verfehlte sie das Rekordergebnis aus dem Vorjahr deutlich: Der Bestellungseingang nahm um 17,7 Prozent auf CHF 408,7 Millionen, Vorjahr: CHF 496,7 Millionen (ca. 381,5 Millionen Euro/ca. 463,6 Millionen Euro) ab. Der Umsatz ging um rund 13 Prozent auf rund CHF 415 Millionen zurück, Vorjahr: CHF 479,7 Millionen (ca. 387,3 Millionen Euro/ca. 447,7 Millionen Euro).

Die EBIT-Marge liegt bei rund 5,5 Prozent (Vorjahr: 14,0 Prozent). Da Kunden weiterhin Projekte verschieben und momentan unklar ist, wann der Aufwärtstrend einsetzen wird, nutze Komax die Zeit, um die Strukturen zu überprüfen und, wo nötig, organisatorische und personelle Anpassungen vorzunehmen. In der Schweiz habe Komax vor, ab 1. März 2020 in Kurzarbeit zu gehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Die im ersten Halbjahr 2019 beobachtete Marktsituation hat sich in der zweiten Jahreshälfte fortgesetzt. Aufgrund verschiedener weltpolitischer Faktoren herrscht eine allgemeine Verunsicherung. Dadurch seien die Kunden sehr zurückhaltend mit Investitionen und würden fortwährend Projekte verschieben. Der Umsatz nahm im zweiten Halbjahr, teilweise aufgrund von zwei Akquisitionen, etwas zu (1. Halbjahr 2019: CHF 203,3 Millionen/ca. 189,7 Millionen Euro, 2. Halbjahr 2019: rund CHF 212 Millionen/ca. 198 Millionen Euro), der Bestellungseingang (1. Halbjahr 2019: CHF 206,7 Millionen/ca. 193 Millionen Euro, 2. Halbjahr 2019: CHF 202,0 Millionen/ca. 188,5 Millionen Euro) und die EBIT-Marge (1. Halbjahr 2019: 8,0 Prozent, 2. Halbjahr 2019: rund 4 Prozent) blieben jedoch hinter den ersten sechs Monaten. Ende August 2019 stellte Komax einen Umsatz von CHF 415 bis 430 Millionen (ca. 387 bis 401 Millionen Euro) und eine EBIT-Marge von 8 bis 9 Prozent für das Geschäftsjahr 2019 in Aussicht. Mit einem Umsatz von rund CHF 415 Millionen (ca. 387,3 Millionen Euro) und einer EBIT-Marge von rund 5,5 Prozent konnte Komax die eigenen Erwartungen nicht erfüllen, da unerwartete, hohe Zusatzaufwendungen bei einzelnen kundenspezifischen Pionierprojekten die prognostizierte EBIT- Steigerung im zweiten Halbjahr nicht möglich machten. Diese Großprojekte stehen mehrheitlich im Zusammenhang mit neuen Technologien in der Automobilindustrie, die momentan entwickelt werden und für das künftige Wachstum von Komax von Bedeutung sind. Komax ist in den vergangenen Jahren sehr stark gewachsen und hat die Strukturen entsprechend angepasst. Um 2020 in einem voraussichtlich weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld die Profitabilität verbessern zu können, wird Komax in den kommenden Monaten die Strukturen innerhalb der gesamten Gruppe überprüfen und gegebenenfalls organisatorische und personelle Veränderungen vornehmen. Dies unter der Voraussetzung, dass die Innovationskraft und Kundennähe möglichst nicht beeinträchtigt werden. In diesem Zusammenhang sind auch einzelne Kündigungen nicht auszuschliessen, heißt es von dem Unternehmen. An den drei Standorten in der Schweiz (Dierikon, Rotkreuz und Küssnacht am Rigi) hat Komax geplant, vorausgesetzt, dass die Behörden zustimmen, ab 1. März 2020 in Kurzarbeit zu gehen. Mit dieser Maßnahme will Komax möglichst viele Arbeitsplätze an den drei Produktions- und Entwicklungsstandorten sichern. Der Verwaltungsrat will in den nächsten Wochen die momentane Marktsituation und die Marktanalysen der kommenden Jahre beurteilen und die finanziellen Ziele der Strategieperiode 2017–2021 überprüfen. Da die Komax-Kunden nach wie vor bestrebt seien, den Automatisierungsgrad bei der Kabelverarbeitung künftig deutlich zu erhöhen, seien die mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven von Komax unverändert positiv. Die elektrischen Funktionen in Fahrzeugen würden weiter zunehmen - folglich erhöhe sich die Anzahl der Kabel weiterhin. Steigende Lohnkosten, fehlende Verfügbarkeit von Mitarbeitenden, Miniaturisierung bei den Kabeln, Elektromobilität und autonomes Fahren seien einige wesentliche Gründe, weshalb die Kunden stark daran interessiert seien, die Kabelverarbeitung stärker zu automatisieren. Den detaillierten Jahresabschluss 2019 und den Ausblick 2020 kommuniziert die Komax Gruppe am 17. März 2020.
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2020.02.19 16:22 V18.0.1-1