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© jirsak dreamstime.com Markt | 03 April 2019

LANXESS setzt künftig verstärkt Fokus auf Elektromobilität

Der Spezialchemie-Konzern LANXESS sieht für seine technischen Kunststoffe der Marken Durethan (Polyamid) und Pocan (Polybutylenterephthalat) große Einsatzpotenziale im Wachstumsmarkt New Mobility. Deshalb habe der Geschäftsbereich High Performance Materials das „e-Powertrain-Team“ gegründet, das auf die Bedürfnisse der globalen Automobilindustrie ausgerichtet ist und externe Partner über die komplette Entwicklungskette von Bauteilen für Elektrofahrzeuge und die dazugehörige Infrastruktur begleite, heißt es in einer Pressemitteilung.

Diese Unterstützung umfasse sowohl kunden- und anwendungsspezifisch maßgeschneiderte Werkstoffe als auch die Verarbeitungsentwicklung und Ingenieurleistungen bei der Bauteilauslegung wie CAE-Simulationen, Moldflow-Berechnungen und Fertigteilprüfungen. Die neue Gruppe ist zentrale Ansprechstelle für Entwicklungsprojekte zur Elektromobilität und bündelt Anfragen aus allen Regionen. „Wir koordinieren den Wissensaustausch zwischen unseren Zentren zur Anwendungs- und Verarbeitungsentwicklung, die wir in allen wichtigen Wirtschaftsregionen der Welt unterhalten“, so Julian Haspel, Leiter des Teams. Im Jahr 2035 würden weltweit voraussichtlich weit mehr als 120 Millionen Fahrzeuge produziert werden. Nach Studien von LANXESS werden etwa 90 Prozent davon elektrifiziert sein – sei es etwa mit einem Mild Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder einem reinen Elektroantrieb. „Wir erwarten, dass die zunehmende Elektrifizierung der Automobile und auch der Trend zum autonomen Fahren mit einem deutlich steigenden Bedarf an Polyamiden, an Polyestern wie PBT und an endlosfaserverstärkten Thermoplast-Composites einhergeht“, blickt Haspel voraus. Materialeigenschaften, die bei Kunststoffteilen für den Elektroantrieb im Vordergrund stehen, sind vor allem eine schwere Entflammbarkeit, eine gute Wärmeleitfähigkeit und zunehmend auch ein elektromagnetisch abschirmendes Verhalten. Weiterhin sind neben hohen Steifigkeiten, Festigkeiten und Zähigkeiten gute elektrische Eigenschaften wie zum Beispiel eine hohe Kriechstromfestigkeit gefragt. Außerdem darf bei stromleitenden Bauteilen möglichst keine Elektrokorrosion ausgelöst werden. Alle diese Eigenschaften sind für sich genommen typisch für Kunststoffanwendungen in der Elektrotechnik und Elektronik. Neu ist jedoch, dass diese teils gegeneinander wirkenden Anforderungen für die New Mobility miteinander kombiniert werden müssen. „Durch unser langjähriges Geschäft mit der E/E- und Auto-Industrie verfügen wir bereits über Werkstoffe, die den weltweit wichtigsten Normen und Standards der E&E-Branche entsprechen und auch in Fahrzeugen zum Einsatz kommen“, so Haspel. LANXESS hat für seine Thermoplaste mehrere Einsatzschwerpunkte in der Elektromobilität identifiziert. Neben Ladesystemen, Invertern, Elektromotoren und Nebenaggregaten wie Kühlpumpen oder Heizsystemen für den Innenraum zählt dazu vor allem das Batteriesystem. Potenzielle Batterieanwendungen sind beispielsweise Zellhalter, Spacer, Abdeckungen, Medienleitungen, Modulträger und Gehäuseteile. Großes Potenzial hätten die Konstruktionswerkstoffe von LANXESS außerdem in der Infrastruktur der Elektromobilität und in Fahrerassistenzsystemen bis hin zum autonomen Fahren. „Wir denken zum Beispiel bei Ladesäulen an Gehäuseteile, Leitungsschutzschalter und Anschlussklemmen“, sagt Haspel. Mögliche Anwendungen in Fahrerassistenzsystemen seien beispielsweise Konnektoren und Gehäuse für Sensoren, Displays und Steuergeräte.
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2019.09.16 17:51 V14.3.11-2