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Komponenten | 30 Juli 2007

Qimonda drückt Infineon in die Verlustzone

Die Speicherchip-Tochter Qimonda hat auf Grund des Preisverfalls bei Speicherchips den Infineon-Konzern tief in die Verlustzone gedrückt. Im abgelaufenen Quartal stieg der Fehlbetrag im Vergleich zum Vorquartal von 11 auf 197 Millionen Euro.
Der Großteil der Verluste wurde von der Speicherchip-Tochter Qimonda verursacht, von der sich Infineon trennen will. Ansonsten zeigte sich der Konzern trotz der schwachen Zahlen zufrieden. "Wir waren weiter gut unterwegs auf unserem Weg zu profitablem Wachstum", sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart.
Der Infineon-Umsatz brach im dritten Quartal 2006/07 (30. September) im Vergleich zum Vorquartal um elf Prozent auf 1,75 Milliarden Euro ein. Dies war ebenfalls vor allem auf die Probleme bei Qimonda zurückzuführen. Die Speicherchiptochter hatte einen Preisverfall von bis zu 60 Prozent vor allem bei Standardprodukten für Computer beklagt.

Derzeit hält Infineon noch knapp 86 Prozent der Qimonda-Anteile. Ziebart bekräftigte, dass der Konzern die Mehrheit abgeben und sich mittelfristig von allen Anteilen trennen will.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat Infineon nun Verluste von mehr als 800 Millionen Euro gemacht. In diesen zehn Quartalen schrieb der Konzern unter dem Strich nur ein einziges Mal schwarze Zahlen. Ziebart verwies vor diesem Hintergrund auf Fortschritte im neuen Kerngeschäft mit Logikchips zum Beispiel für Autohersteller und andere Industriekunden. "Alle operativen Parameter weisen in die richtige Richtung." Auch im laufenden Quartal wolle Infineon ohne Berücksichtigung der Qimonda-Ergebnisse weiter zulegen.

Mit dem Erlös aus dem geplanten Verkauf der Qimonda-Anteile will Infineon nach den Worten Ziebarts vorrangig nach Akquisitionen Ausschau halten. Sollten sich keine lukrativen Ziele finden, komme auch ein Aktienrückkauf in Frage.

Im laufenden vierten Quartal erhofft sich Ziebart vor allem in der Kommunikationssparte große Fortschritte. "Diese Entwicklung wird hauptsächlich durch weiter steigende Lieferungen von Mobiltelefonplattformen auf Grund des geplanten Hochlaufs der Produktion bedingt." Auch in der Autosparte soll es weiter gut laufen. Die mittelfristigen Ziele des Konzerns bekräftigte Ziebart. Ziel ist eine Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen von zehn Prozent.

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