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© sofirinaja shutterstock Markt | 17 Oktober 2018

China und USA steuern in die falsche Richtung

Der Handelsstreit zwischen den beiden weltgrĂ¶ĂŸten WirtschaftsmĂ€chten belastet zunehmend auch den Maschinenbau in Deutschland. Eine neue Studie des VDMA zeigt: China bleibt ein von politischer Intervention geprĂ€gtes Wirtschaftssystem.
Die Auswirkungen des Handelsstreits der USA mit China bekommen auch die Maschinenbauer in Deutschland zunehmend zu spĂŒren. Insbesondere Firmen, die in China fĂŒr den amerikanischen Markt produzieren, sind von den Strafzöllen auf breiter Front betroffen. "Der Handelsstreit sorgt aber auch insgesamt fĂŒr eine wachsende Verunsicherung im Welthandel“, sagte VDMA-PrĂ€sident Carl Martin Welcker. "Noch haben wir das Ziel vor Augen, die Produktion im Maschinenbau in diesem Jahr um real 5 Prozent zu steigern, aber es wird schwierig", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Von Januar bis einschließlich August haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ihre Produktion um real 3,2 Prozent erhöht. FĂŒr 2019 gehen die VDMA-Volkswirte von einer nachlassenden Dynamik aus und erwarten ein Produktionswachstum von real 2 Prozent.

China rĂŒckt in Exportrangliste wieder auf Platz 1

China und die Vereinigten Staaten sind die wichtigsten EinzelmĂ€rkte fĂŒr die Maschinenbauer in Deutschland. Nach sieben Monaten des laufenden Jahres hat die Volksrepublik ihren Spitzenplatz in der Exportrangliste wieder mit knappem Vorsprung vor den USA zurĂŒckerobert. Zwischen Januar und Juli wurden aus Deutschland Maschinen und Anlagen im Wert von 10,94 Milliarden Euro exportiert, in die USA waren es 10,92 Milliarden Euro. Zusammen stehen beide LĂ€nder fĂŒr 21,5 Prozent aller Maschinenexporte aus Deutschland. Umso wichtiger ist es fĂŒr die mittelstĂ€ndische Maschinenbauindustrie, dass der Marktzugang in beide LĂ€nder offen bleibt. „Leider geht die Entwicklung sowohl in China, als auch in den USA in die falsche Richtung“, urteilte der VDMA-PrĂ€sident.

WĂ€hrend die USA mit Strafzöllen und der Drohung von extraterritorialer Rechtsanwendung den freien Handel beeintrĂ€chtigen, bleibt China unverĂ€ndert eine von Staatseingriffen geprĂ€gte Wirtschaft, die sich der fĂŒr eine Marktwirtschaft nötigen Öffnung verweigert. Der VDMA sieht daher die EU am Zug: sowohl die Verhandlungen mit China ĂŒber ein Investitionsabkommen als auch mit den USA ĂŒber ein Freihandelsabkommen mĂŒssen mit aller Kraft vorangebracht werden, fordert der Verband.

Studie 'ChinageschÀft der Zukunft'

In einer neuen Studie zeigt der VDMA auf, dass die deutschen Maschinenbauer zwar nach wie vor große Marktchancen in der Volksrepublik haben. Hierbei hilft insbesondere die TechnologiefĂŒhrerschaft in wichtigen Feldern wie der Automatisierung oder der Umwelttechnik. Die Wettbewerber aus China dringen allerdings zunehmend ins High-End-Segment des Maschinenbaus vor und werden damit zu direkten Konkurrenten der deutschen MittelstĂ€ndler. Chinesische Unternehmen können dabei vielfach auf staatliche UnterstĂŒtzung – etwa durch Subventionen oder in der restriktiven Auftragsvergabe auf dem heimischen Markt – zĂ€hlen. "Insbesondere die Finanzierung von chinesischen Unternehmen muss transparenter werden, um Wettbewerbsverzerrungen zu verringern“, forderte Welcker. „Auch der Kampf gegen Plagiate und Know-How-Diebstahl muss von der chinesischen Regierung viel ernsthafter gefĂŒhrt werden", ergĂ€nzte er.

Die Studie 'Produktpiraterie 2018' des VDMA, ergab, dass die meisten FĂ€lschungen im Maschinenbau nach wie vor aus China stammen.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2