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© Christoph Petras Markt | 13 Juli 2018

Chinesischer Batteriehersteller CATL errichtet Werk in Thüringen

Der chinesische Batteriehersteller CATL, Contemporary Amperex Technology Ltd., errichtet in ThĂŒringen sein erstes Werk außerhalb Chinas. Das hat das thĂŒringische Wirtschaftsministerium bestĂ€tigt.
Der Schwerpunkt des Werkes im Industriegebiet Erfurter Kreuz mit einer KapazitĂ€t von 14 Gigawattstunden liege auf der automatisierten Produktion und intelligenten Herstellung von Batterien. „FĂŒr ThĂŒringen ist es die bedeutendste Industrieinvestition in den vergangenen zehn Jahren“, so ThĂŒringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee.

Die Projektvereinbarung zwischen CATL und dem Freistaat ThĂŒringen ist im Rahmen der Deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen im Bundeskanzleramt in Berlin unterschrieben worden. Damit gibt CATL zum ersten Mal den Weg fĂŒr die Herstellung ihrer Fahrzeugbatterien außerhalb Chinas frei. Außerdem bekrĂ€ftigt das Unternehmen sein Engagement auf dem europĂ€ischen Automobilmarkt und nutzt die Wachstumschancen, die sich in Europa und vor allem in Deutschland durch den aufstrebenden Elektrofahrzeug-Markt auftun.

Mit der 240 Millionen Euro schweren Investition in Erfurt unterstreicht CATL die Bedeutung des deutschen Marktes. Die Entscheidung fĂŒr Deutschland fiel unter anderem, um die NĂ€he zum Kunden zu gewĂ€hrleisten, die Marktanforderungen vor Ort zu verstehen und schneller auf den Kundenbedarf reagieren zu können. So wolle man deutschen Automobilherstellern wie BMW, Daimler und VW vor Ort hergestellte Lösungen anbieten können.

BMW will beispielsweise in den kommenden Jahren 4 Milliarden Euro an Batteriezellen von CATL beziehen, davon sollen 1,5 Milliarden Euro auf den neuen Standort in Erfurt entfallen, schreibt Reuters in einem Artikel.

Das hochautomatisierte neue Batteriewerk werde auf eine KapazitĂ€t von 14 Gigawattstunden ausgelegt. Neben der 240-Millionen-Euro-Investition will CATL bis 2022 auch 600 neue ArbeitsplĂ€tze auf dem 70 Hektar großen Areal schaffen.

Markus Duesmann, Ressort-Chef Einkauf und Lieferantennetzwerk beim bayrischen Automobilhersteller, sagte, BMW habe in einen Teil der Kosten fĂŒr das CATL-Werk in Erfurt investiert. In welcher Höhe wollten weder BMW noch CATL sagen.

Die bedeutendste Investitionsentscheidung der vergangenen zehn Jahre in ThĂŒringen katapultiere das Bundesland mindestens in die europĂ€ische Liga, so Tiefensee; denn hier entstehe der erste europĂ€ische Produktionsstandort fĂŒr Batteriezellen ĂŒberhaupt. Die Landesregierung verspricht sich von der Ansiedlung einen Zuzug weiterer Firmen der Batterieherstellung sowie der Zulieferindustrie und eine Spitzenposition bei den innovativen Elektrofahrzeugtechnologien. Die Standortverhandlungen zwischen China und Erfurt hatten mehr als ein Jahr gedauert.

Das Werk in ThĂŒringen ist als eigenstĂ€ndige Firma mit Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Logistik geplant. „Der Bau eines Werks zur Herstellung von intelligenten Batterien in Deutschland ist der erste Schritt unseres Investitionsplans fĂŒr Europa“, so der Vorstandsvorsitzende von CATL, Dr. Robin Zeng. Wenn das ThĂŒringen-Projekt erfolgreich verlaufe, könne man auch weitere andere Standorte in Betracht ziehen.
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2