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© evertiq Markt | 19 Januar 2018

Übernahme von NXP durch Qualcomm unter Auflagen genehmigt

Die EuropĂ€ische Kommission hat die geplante Übernahme des niederlĂ€ndischen Unternehmens NXP durch das US-amerikanische Unternehmen Qualcomm nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt.
Die Genehmigung ist allerdings an die Bedingung geknĂŒpft, dass Qualcomm seinen Verpflichtungszusagen uneingeschrĂ€nkt nachkommt. Beide Unternehmen sind wichtige Akteure in der Halbleiterindustrie. Dem Beschluss war eine eingehende PrĂŒfung der vorgeschlagenen Übernahme von NXP durch Qualcomm vorangegangen. Mit ihren Ă€ußerst komplementĂ€ren Produkten verfĂŒgen Qualcomm und NXP ĂŒber eine beherrschende bzw. starke Stellung auf dem Markt und ĂŒber umfassende Rechte des geistigen Eigentums, die fĂŒr Smartphone-Hersteller von Bedeutung sind. So entwickelt und vertreibt Qualcomm in erster Linie Basisband-ChipsĂ€tze fĂŒr Smartphones. Über diese Chips lassen sich Smartphones mit Mobilfunknetzen verbinden. NXP vertreibt mehrere Arten von Halbleitern fĂŒr Smartphones. Diese Chips ermöglichen eine KonnektivitĂ€t geringer Reichweite und werden insbesondere eingesetzt, um sichere Zahlungstransaktionen ĂŒber Smartphones zu ermöglichen. Auch verfĂŒgen beide Unternehmen ĂŒber zahlreiche Rechte des geistigen Eigentums, darunter standardessenzielle und nicht standardessenzielle Patente im Bereich der NFC-Chips. Die Kommission hatte wettbewerbsrechtliche Bedenken im Hinblick auf den angemeldeten Zusammenschluss. So hĂ€tte das zusammengeschlossene Unternehmen sowohl die FĂ€higkeit als auch den Anreiz gehabt, durch eine Erhöhung der LizenzgebĂŒhren oder die vollstĂ€ndige Einstellung der Lizenzierung von MIFARE anderen Anbietern den Zugang zur MIFARE-Technologie zu erschweren. Das zusammengeschlossene Unternehmen wĂ€re ferner auch in der Lage gewesen, die InteroperabilitĂ€t zwischen Basisband-ChipsĂ€tzen einerseits und den Produkten von Gegenspielern andererseits zu verringern. Dadurch hĂ€tten die Gefahr bestanden, dass Wettbewerber vom Markt verdrĂ€ngt werden. Auch wĂ€ren die umfangreichen Portfolios an Rechten des geistigen Eigentums der beiden Unternehmen im Bereich der NFC-Technologie zusammengelegt worden, was dem zusammengeschlossenen Unternehmen mehr Verhandlungsmacht eingerĂ€umt hĂ€tte. Um diese wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszurĂ€umen, hat Qualcomm angeboten, ĂŒber einen Zeitraum von acht Jahren Lizenzen fĂŒr die MIFARE-Technologie und -Marken von NXP zu Bedingungen zu vergeben, die mindestens genauso attraktiv sind wie heute. Bei den Bedenken hinsichtlich der InteroperabilitĂ€t hat Qualcomm zugesagt, ĂŒber einen Zeitraum von acht Jahren dasselbe Maß an InteroperabilitĂ€t der eigenen Basisband-ChipsĂ€tze und der von NXP ĂŒbernommenen NFC- und SE-Produkte mit Ă€hnlichen Produkten anderer Unternehmen zu gewĂ€hrleisten. Die Kommission gelangte zu dem Schluss, dass der vorgeschlagene Zusammenschluss in der durch die Verpflichtungszusagen geĂ€nderten Form keinen Anlass mehr zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt. Die Genehmigung der Kommission ist an die Bedingung geknĂŒpft, dass die Verpflichtungen uneingeschrĂ€nkt erfĂŒllt werden.
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2019.02.19 01:06 V12.2.0-1