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© Autoliv (nur zu Illustrationszwecken) Markt | 23 November 2017

Geldbußen gegen Autoliv, Takata, Tokai Rika, Toyoda Gosei & Marutaka

Wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen das EU-Kartellrecht hat die EuropĂ€ische Kommission eine Geldbuße von insgesamt EUR 34 Millionen gegen gegen fĂŒnf Lieferanten von Insassenschutzsystemen fĂŒr die Automobilindustrie verhĂ€ngt.
Die Unternehmen beteiligten sich an einem oder mehreren von vier Kartellen, die die Lieferung von Sicherheitsgurten, Airbags und LenkrĂ€dern an japanische Automobilhersteller im EWR betrafen. Alle fĂŒnf Zulieferer rĂ€umten ihre Kartellbeteiligung ein und stimmten dem Vergleich zu. Takata wurde die Geldbuße fĂŒr drei der Kartelle erlassen, weil das Unternehmen die Kommission von den Kartellen in Kenntnis gesetzt hatte. Tokai Rika wurde die Geldbuße fĂŒr eines der Kartelle erlassen, weil das Unternehmen die Kommission ĂŒber dieses Kartell informiert hatte. Die fĂŒr Wettbewerbspolitik zustĂ€ndige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklĂ€rte dazu: "Sicherheitsgurte und Airbags retten jeden Tag Menschenleben und sind in allen Pkw in der EU notwendig. Die fĂŒnf Zulieferer, gegen die heute Geldbußen verhĂ€ngt wurden, haben Absprachen getroffen, um ihre Gewinne aus dem Verkauf dieser Sicherheitssysteme zu maximieren. Eine Reihe von Automobilerstellern, die ihre Fahrzeuge in Europa verkaufen, mussten deshalb möglicherweise höhere Kosten fĂŒr diese Fahrzeugteile tragen, was letztendlich zulasten der Verbraucher ging. Wir stoppen Kartelle, die den europĂ€ischen Verbrauchern schaden, auch wenn diese Kartelle außerhalb Europas koordiniert werden.“ Die fĂŒnf Automobilzulieferer, an die sich der Beschluss richtet, haben im Hinblick auf die Lieferung von Sicherheitsgurten, Airbags und LenkrĂ€dern an die japanischen Automobilhersteller Toyota, Suzuki und Honda im EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum (EWR) Preise abgesprochen oder MĂ€rkte aufgeteilt und sensible Informationen ausgetauscht. Das Kartell wurde nicht im EWR, sondern in Japan gebildet und koordiniert. Meist trafen sich die Zulieferer in ihren GeschĂ€ftsrĂ€umen, manchmal auch in Restaurants und Hotels. Außerdem tauschten sie diesbezĂŒgliche E-Mails aus. Wenn die betreffenden Automobilhersteller Preisanfragen stellten, verstĂ€rkten die fĂŒnf Anbieter von Insassenschutzsystemen in der Regel ihre KartelltĂ€tigkeit. Da rund jedes elfte in Europa verkaufte Auto von einem japanischen Unternehmen produziert wird, hatte das Kartell möglicherweise erhebliche Auswirkungen auf die europĂ€ischen Kunden. Alle vom Kartell betroffenen japanischen Automobilunternehmen haben Produktionsanlagen im EWR. In ihrer Untersuchung stellte die Kommission fest, dass vier getrennte KartellrechtsverstĂ¶ĂŸe vorlagen. Gegen die einzelnen Unternehmen wurden folgende Geldbußen verhĂ€ngt:
Zulieferer (Gruppe)ErmĂ€ĂŸigung; KronzeugenregelungErmĂ€ĂŸigung; VergleichsmitteilungGeldbuße (EUR) 1Tokai Rika100%10%0 Takata50%10%12'724'000 Autoliv30%10%265'000 Marutaka0%10%156'000 2Takata100%10%0 Autoliv50%10%4'957'000 Toyoda Gosei28%10%11'262'000 3Takata100%10%0 Tokai Rika46%10%1'818'000 4Takata100%10%0 Autoliv50%10%2'829'000
Der Beschluss ist Teil weitreichender Ermittlungen zu mutmaßlichen Kartellen in der Automobilzulieferindustrie. Die Kommission hat bereits Geldbußen gegen Anbieter von Kfz-WĂ€lzlagern, Kfz-KabelbĂ€umen, unter anderem fĂŒr Autositze verwendetem Weichschaum, Standheizungen fĂŒr Pkw und Lkw, Generatoren und Anlassern, Klimaanlagen und MotorkĂŒhlungen sowie von Beleuchtungssystemen verhĂ€ngt. Die von der Kommission in dieser Branche verhĂ€ngten Kartellgeldbußen sind nun auf insgesamt EUR 1,6 Milliarden angestiegen.
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2019.02.15 09:57 V12.1.1-1