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© onsemi
Markt |

onsemi übernimmt Ferric für bis zu 775 Millionen US-Dollar

Der US-amerikanische Halbleiterhersteller onsemi hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Ferric unterzeichnet, einem Spezialisten für integrierte Spannungsregler. Der Kaufpreis beträgt 600 Millionen US-Dollar in bar und kann sich durch zusätzliche erfolgsabhängige Zahlungen auf bis zu 775 Millionen US-Dollar erhöhen. Mit der Übernahme will onsemi sein Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Prozessoren ausbauen und seine Position im Markt für KI-Rechenzentren stärken.

Wie onsemi am 2. November 2026 mitteilte, soll die Übernahme das bestehende Portfolio an Leistungshalbleitern und Stromversorgungstechnologien um integrierte Spannungsregler (Integrated Voltage Regulators, IVR) erweitern. Die Technologie von Ferric ermöglicht eine höhere Leistungsdichte, verbesserte Energieeffizienz und schnellere Reaktionszeiten bei wechselnden Leistungsanforderungen von KI-Prozessoren.

Im Zuge der geplanten Übernahme erhöht onsemi sein Umsatzziel für das Geschäft mit KI-Rechenzentren im Jahr 2030 um 500 Millionen US-Dollar auf mehr als drei Milliarden US-Dollar. Für die darauffolgenden Jahre erwartet das Unternehmen ein beschleunigtes Wachstum seines IVR-Geschäfts.

„Das rasante Wachstum der künstlichen Intelligenz verändert die Anforderungen an die Stromversorgung immer leistungsfähigerer und energieintensiverer Prozessoren“, erklärt Hassane El-Khoury, President und CEO von onsemi. Die Übernahme werde die Position des Unternehmens stärken und zusätzliche Möglichkeiten schaffen, Kunden bei der Weiterentwicklung von KI-Prozessorarchitekturen zu unterstützen.

Integrierte Spannungsregler sollen Energieverluste reduzieren

Mit steigender Leistungsaufnahme moderner KI-Prozessoren gewinnt die effiziente Stromversorgung zunehmend an Bedeutung. Um Energieverluste zu reduzieren und schneller auf schwankende Leistungsanforderungen reagieren zu können, verlagert die Halbleiterindustrie die Spannungsregelung immer näher an den Prozessor.

Die IVR-Technologie von Ferric integriert die Spannungswandlung direkt in das Prozessorgehäuse oder Substrat. Dabei werden Leistungsregler, Feldeffekttransistoren (FETs), Induktivitäten und Kondensatoren in einem kompakten Gehäuse zusammengeführt.

Nach Angaben von onsemi kann diese Architektur den benötigten Platz auf der Leiterplatte gegenüber herkömmlichen diskreten Spannungsreglern um 50 bis 70 Prozent reduzieren. Gleichzeitig ermöglicht sie eine höhere Leistungsbereitstellung in unmittelbarer Nähe des Prozessors.

Dadurch kann ein größerer Anteil der verfügbaren Systemleistung für KI-Berechnungen genutzt werden. Das soll insbesondere die Energieeffizienz steigern, gemessen an der Anzahl verarbeiteter Tokens pro Watt.

Ferric verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung integrierter Spannungsregler und fortschrittlicher magnetischer Komponenten. Das Unternehmen besitzt ein Portfolio von mehr als 40 Patenten.

Durch die Kombination dieser Technologien mit den Fertigungskapazitäten, der industriellen Größe und den bestehenden Kundenbeziehungen von onsemi soll die kommerzielle Verbreitung integrierter Stromversorgungslösungen beschleunigt werden.

Rund 50 Mitarbeiter sollen zu onsemi wechseln

Ferric-Gründer und CEO Noah Sturcken sieht in der Übernahme die Möglichkeit, die Technologie des Unternehmens in größerem Maßstab einzusetzen.

„Ferric wurde gegründet, um die Stromversorgung direkt am Ort der Rechenleistung neu zu denken“, erklärt Sturcken. Integrierte Stromversorgungsarchitekturen würden künftig eine zunehmend wichtige Rolle in KI-Rechenzentren spielen. Durch den Zusammenschluss mit onsemi erhalte Ferric Zugang zu den notwendigen Fertigungskapazitäten und Kundenbeziehungen, um die Einführung dieser Technologien zu beschleunigen.

Im Rahmen der Vereinbarung zahlt onsemi bei Abschluss der Transaktion 600 Millionen US-Dollar in bar. Weitere bis zu 175 Millionen US-Dollar werden fällig, wenn bestimmte Umsatzziele erreicht werden. Die Finanzierung erfolgt aus vorhandenen liquiden Mitteln.

Rund 50 Mitarbeiter von Ferric, die überwiegend in New York und im Silicon Valley tätig sind, sollen zu onsemi wechseln.

Der Abschluss der Übernahme wird bis Ende 2026 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der üblichen Abschlussbedingungen.

Langfristig erwartet onsemi durch die Transaktion positive Auswirkungen auf das Umsatzwachstum und die Bruttomarge. Kurzfristig rechnet das Unternehmen dagegen nicht mit wesentlichen finanziellen Auswirkungen.


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