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© Pexels
Markt |

FBDi: Auftragseingang in der Bauelemente-Distribution steigt auf zwei Milliarden Euro

Die deutsche Elektronikbauelemente-Distribution hat im dritten Quartal 2026 Bestellungen im Wert von rund zwei Milliarden Euro verbucht. Das geht aus einer Pressemitteilung des Fachverbands der Bauelemente Distribution (FBDi) vom 4. November hervor. Bei einem Umsatz von 1,17 Milliarden Euro erreichte das Book-to-Bill-Verhältnis 1,72 und damit den höchsten Stand seit 2021. Der Verband sieht erste Anzeichen für erneute Lieferengpässe bei elektronischen Komponenten.

Starker Auftragseingang in mehreren Komponentengruppen

Der Quartalsumsatz markiert nach FBDi-Angaben den bisherigen Höchststand der aktuellen Markterholung. Auch die Neunmonatszahlen zeigen eine deutliche Belebung: Von Januar bis September 2026 stieg der Distributionsumsatz in Deutschland um 27 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Die Bestellungen legten um 109 Prozent auf fünf Milliarden Euro zu. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag für diesen Zeitraum bei 1,58.

Auf die Halbleiter entfielen im dritten Quartal rund 750 Millionen Euro Umsatz. Sie bleiben damit das umsatzstärkste Segment. Der Aufschwung erfasst laut FBDi inzwischen auch passive Bauelemente, besonders Mehrschicht-Keramikkondensatoren (MLCCs). Auch Stromversorgungen und elektromechanische Komponenten profitieren dem Verband zufolge vom Aufschwung. Im Speichersegment prägen Lieferengpässe und steigende Preise die Entwicklung. Hersteller verlagern Kapazitäten zugunsten von High-Bandwidth-Memory (HBM), das unter anderem in KI-Servern zum Einsatz kommt.

KI-Investitionen und Risiken für die Versorgung

Als wichtigen Nachfragetreiber sieht der Verband den Ausbau von KI-Rechenzentren und leistungsfähiger Serverinfrastruktur. Allerdings sei noch unklar, in welchem Umfang das Umsatzwachstum auf höhere Absatzmengen zurückgeht. Preissteigerungen und vorsorgliche Bestellungen könnten die Zahlen erheblich beeinflussen.

Andreas Falke, Geschäftsführer des FBDi, erklärte: „Die Stärke der Auftragseingänge überrascht angesichts der gedämpfteren Konjunkturindikatoren in weiten Teilen der europäischen Industrie. Ein erheblicher Teil des aktuellen Wachstums dürfte durch Preissteigerungen, strategischen Bestandsaufbau und die Sorge vor zukünftigen Verfügbarkeitsengpässen beeinflusst sein. Gleichzeitig sehen wir erste Anzeichen einer Rückkehr klassischer Allokationsmuster, insbesondere bei Memory-Produkten und ausgewählten MLCC- und Passiv-Segmenten.“

Die kommenden Quartale dürften nach Einschätzung des FBDi zeigen, ob die KI-Investitionen einen nachhaltigen Nachfrageanstieg auslösen oder eine erneute Marktüberhitzung mit späterem Überangebot droht. Die weitere Entwicklung hängt auch von geopolitischen Risiken und Handelskonflikten ab. Unsicherheiten bestehen zudem bei den Energiepreisen und der globalen Versorgungslage.

 


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