Quasys Europe vertreibt künftig Halbleitermaschinen von Grintimate und Longhill
Der Schweizer Mikroelektronik-Ausrüster Quasys erweitert sein europäisches Maschinenangebot um Anlagen von Grintimate und Longhill. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 29. Oktober hervor. Die Anlagen dienen der präzisen Waferbearbeitung und weiteren Fertigungsschritten bis zur Vereinzelung der Chips. Mit den Vertriebsvereinbarungen will der Spezialist für Mikroelektronik-Ausrüstung sein Angebot für europäische Halbleiterhersteller ausbauen und die technische Beratung vor Ort stärken.
Präzisionstechnik für die Halbleiterfertigung
Mit der neuen Partnerschaft mit Grintimate erhält Quasys Europe Vertriebsrechte für hydrostatisch gelagerte Schleifmaschinen. Diese bearbeiten nach Herstellerangaben unter anderem Silizium, Siliziumkarbid (SiC), Galliumnitrid (GaN) sowie Saphir und Keramik. Eine Flüssigkeitsschicht zwischen den beweglichen Maschinenteilen soll Vibrationen und Verschleiß verringern. Die Maschinen können Wafer dem Unternehmen zufolge präzise ausdünnen; Mehrspindelanlagen führen Grob- und Feinschleifen innerhalb einer Maschine aus. Die Technik eignet sich unter anderem für Anwendungen in der Leistungselektronik und bei Verbindungshalbleitern.
Die Vertriebsvereinbarung mit Longhill eröffnet Quasys Europe den Zugang zu weiteren Fertigungsschritten. Der Hersteller fertigt Maschinen für das Rückseitenschleifen und die Chipvereinzelung sowie für die Verarbeitung von Die-Attach-Folien (DAF). Auch Anlagen zur Wafermontage, Identifikation, Prüfung und Sortierung gehören laut Mitteilung zum Vertriebsprogramm. Weitere Systeme dienen dem Wafertransfer, der UV-Härtung und der Verpackung. Mit dem patentierten „Roller-LESS“-Vakuumverfahren lassen sich Wafer und Folie ohne herkömmliche Andruckrolle zusammenführen. Das soll die Verarbeitung empfindlicher Wafer laut Mitteilung schonender machen und die Bildung von Hohlräumen verhindern.
Stärkere Präsenz auf dem europäischen Halbleitermarkt
Mit Quasys Europe als regionalem Vertriebspartner wollen Grintimate und Longhill ihre Position auf dem europäischen Halbleitermarkt stärken. Die Zusammenarbeit soll Kunden der Meldung zufolge die Auswahl geeigneter Maschinen erleichtern und eine enge technische Abstimmung bei Fertigungsprojekten ermöglichen. Quasys Europe strebt nach Unternehmensangaben ein breiteres Maschinenportfolio für aufeinanderfolgende Produktionsschritte an. Durch stärker automatisierte Abläufe sollen manuelle Eingriffe und Kosten sinken sowie die Zuverlässigkeit der Fertigungsprozesse steigen.
Rolf Nussbaumer, CEO der Quasys AG, erklärte: „Mit Grintimate und Longhill gewinnen wir zwei Partner, deren Technologien sich sehr gut ergänzen und zu unserer strategischen Ausrichtung passen. Unser Ziel mit Quasys Europe ist es, europäischen Kunden nicht einfach einzelne Maschinen anzubieten, sondern ihnen über den gesamten Fertigungsprozess hinweg einen Mehrwert zu schaffen. Wir wollen ein technologisch abgestimmtes Portfolio für unterschiedliche Prozessschritte der Halbleiterfertigung aufbauen und damit innovative asiatische Technologieunternehmen und den europäischen Markt näher zusammenbringen.“
Ein geplantes Technologiezentrum soll Kunden künftig die Möglichkeit geben, die Maschinen vor Ort kennenzulernen und gemeinsam mit Quasys Europe ihre Eignung für die jeweiligen Fertigungsprozesse zu bewerten.


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