Scanfil steigert Quartalsumsatz um 31,8 Prozent
Der finnische Elektronikfertigungsdienstleister Scanfil hat im dritten Quartal 2026 ein deutliches Umsatzwachstum erzielt. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 31,8 Prozent auf 252,2 Millionen Euro. Gleichzeitig sicherte sich das Unternehmen neue Kundenprojekte im Wert von rund 48 Millionen Euro und treibt den Ausbau seiner Produktionskapazitäten in Polen und China voran.
Wie Scanfil am 23. Oktober 2026 in seinem Zwischenbericht mitteilt, lag das organische Umsatzwachstum im Zeitraum Juli bis September bei 8,5 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen einen Umsatz von 191,3 Millionen Euro erzielt.
Das vergleichbare operative Ergebnis vor Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (EBITA) erhöhte sich um 26,1 Prozent von 14,1 Millionen auf 17,8 Millionen Euro. Die entsprechende Marge ging allerdings leicht von 7,4 auf 7,1 Prozent zurück.
Der Nettogewinn stieg um 26 Prozent auf 11,6 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 0,14 auf 0,18 Euro.
Wachstum in allen Regionen
Nach Angaben von Scanfil verzeichneten sämtliche Geschäftsregionen im dritten Quartal steigende Umsätze. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in Nord- und Südamerika, wo der Umsatz um 73,9 Prozent zulegte. Die vergleichbare EBITA-Marge verbesserte sich dort auf 8,7 Prozent. Einen wesentlichen Beitrag leistete die Übernahme von ADCO Circuits.
In Mitteleuropa erhöhte sich der Umsatz um 56,9 Prozent. Die vergleichbare EBITA-Marge stieg auf 7,8 Prozent. Neben dem organischen Wachstum trug insbesondere die Integration des italienischen Unternehmens MB Elettronica zur Entwicklung bei.
In der Region Asien-Pazifik wuchs der Umsatz um 25,9 Prozent, während das organische Wachstum 16,6 Prozent erreichte. Die Profitabilität wurde jedoch vorübergehend durch Kosten im Zusammenhang mit der Einführung neuer Produkte sowie eine geringere Auslastung der SRX-Werke belastet.
Für das vierte Quartal erwartet Scanfil eine Verbesserung der Profitabilität in der Region, da die Produktion neuer Produkte hochgefahren und die Werksauslastung gesteigert wird.
Nordeuropa verzeichnete ein moderates Umsatzwachstum von 1,9 Prozent, unterstützt durch die anhaltend starke Nachfrage aus der Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie.
Neue Kundenprojekte im Wert von 48 Millionen Euro
Im dritten Quartal sicherte sich Scanfil neue Kundenprojekte mit einem Gesamtwert von rund 48 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Jahres summierte sich der Wert neu gewonnener Projekte auf etwa 172 Millionen Euro.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit Kunden aus der Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie. Der Quartalsumsatz in diesem Bereich hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht und erreichte 30,9 Millionen Euro.
Die Übernahmen von MB Elettronica und ADCO Circuits stärkten nach Unternehmensangaben die Kompetenzen und Kundenbeziehungen in diesem Segment.
Auch in den Bereichen Energie und Cleantech, Industrie sowie Medizintechnik und Life Sciences verzeichnete Scanfil eine positive Entwicklung.
Scanfil-CEO Christophe Sut erklärte, dass sich die Geschäftsdynamik im dritten Quartal beschleunigt habe. Nach einem saisonal schwächeren Beginn aufgrund der Sommerferien in den europäischen Werken habe die Aktivität in der zweiten Quartalshälfte deutlich zugenommen.
Produktionsausbau in Polen und China
Parallel zum Umsatzwachstum investiert Scanfil in zusätzliche Fertigungskapazitäten.
In Polen erweitert das Unternehmen sein Werk in Mysłowice, nachdem mehrere neue Kundenprojekte gewonnen wurden. Die erweiterten Produktionsflächen sollen im ersten Quartal 2028 in Betrieb genommen werden.
Darüber hinaus setzt Scanfil den bereits laufenden Ausbau seines Werks im chinesischen Suzhou fort.
Mit beiden Projekten will das Unternehmen seine regionalen Produktionskapazitäten stärken und die steigende Nachfrage seiner Kunden bedienen.
Gleichzeitig bleibt die Verfügbarkeit elektronischer Komponenten eine Herausforderung. Scanfil erklärte, im dritten Quartal verstärkt daran gearbeitet zu haben, die Komponentenversorgung sicherzustellen und die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten auszubauen.
Umsatz steigt nach neun Monaten auf 740 Millionen Euro
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 erzielte Scanfil einen Umsatz von 740,2 Millionen Euro. Gegenüber den 586,1 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums entspricht dies einem Wachstum von 26,3 Prozent.
Das organische Wachstum lag bei 6,6 Prozent. Die Übernahmen trugen 19,1 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei.
Das vergleichbare EBITA erhöhte sich um 27,1 Prozent von 40,9 Millionen auf 52,0 Millionen Euro. Die EBITA-Marge blieb mit 7,0 Prozent unverändert.
Der Nettogewinn stieg um 15,7 Prozent auf 32,4 Millionen Euro. Der operative Cashflow ging dagegen von 41,4 Millionen auf 10,0 Millionen Euro zurück. Als Grund nennt Scanfil den gestiegenen Bedarf an Working Capital im Zusammenhang mit dem organischen Wachstum.
Zum Ende des Berichtszeitraums beschäftigte das Unternehmen 4.719 Mitarbeiter, verglichen mit 4.075 im Vorjahr.
Jahresprognose bestätigt
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Scanfil seine bisherige Prognose. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz zwischen 940 Millionen und 1,06 Milliarden Euro sowie ein vergleichbares EBITA von 64 bis 78 Millionen Euro.
Im Rahmen seines jüngsten Kapitalmarkttages stellte Scanfil außerdem seine aktualisierte Strategie und langfristigen Finanzziele vor. Demnach strebt der Konzern ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 15 Prozent an.
Dieses Wachstum soll durch eine Kombination aus organischer Expansion und weiteren wertschaffenden Übernahmen erreicht werden.
Nach Einschätzung des Unternehmens bilden die Integration der jüngsten Akquisitionen, neue Kundenprogramme und die Investitionen in zusätzliche Produktionskapazitäten eine Grundlage für weiteres Wachstum.



