NOTE wächst um 27 Prozent, Materialengpässe bremsen Produktion
Der schwedische Elektronikfertigungsdienstleister NOTE meldet für das dritte Quartal 2026 einen deutlichen Umsatzanstieg. Trotz eingeschränkter Materialverfügbarkeit und Produktionsstörungen durch Standortverlagerungen konnte das Unternehmen wieder organisch wachsen. Besonders der steigende Auftragsbestand stimmt den Konzern mit Blick auf 2027 zuversichtlich.
Der Umsatz von NOTE erreichte zwischen Juli und September 2026 rund 1,06 Milliarden schwedische Kronen (SEK). Im Vorjahreszeitraum waren es 830 Millionen SEK gewesen. Das entspricht einem Wachstum von 27 Prozent, wobei das organische Wachstum, bereinigt um Währungseffekte und Übernahmen, bei 2 Prozent lag.
Nach Angaben des Unternehmens wurde die Geschäftsentwicklung durch eine angespannte Materialversorgung und Produktionsunterbrechungen im Zusammenhang mit der Verlagerung zweier Betriebe beeinträchtigt. Dennoch sieht CEO Johannes Lind-Widestam eine positive Entwicklung.
„Unsere Entwicklung im Quartal mit einem Wachstum von 27 Prozent, davon 2 Prozent organisch, bestätigt den positiven Trend, den wir im Laufe des Jahres beobachtet haben“, erklärte Lind-Widestam anlässlich der Veröffentlichung des Zwischenberichts am 23. Oktober 2026.
Auftragsbestand deutet auf stärkeres Jahr 2027 hin
Ein besonders positives Signal liefert nach Unternehmensangaben der Auftragsbestand. Für das laufende Geschäftsjahr liegt dieser auf vergleichbarer Basis 12 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert.
Noch deutlicher fällt der Anstieg mit Blick auf das kommende Jahr aus. Für das erste Halbjahr 2027 liegt der Auftragsbestand rund 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dabei wurden bereits abgeschlossene Übernahmen auch in den Vergleichszahlen berücksichtigt.
NOTE erwartet deshalb eine weitere Beschleunigung des Wachstums. Die jüngsten Übernahmen und Investitionen haben nach Einschätzung des Managements sowohl die Produktionskapazitäten als auch das Leistungsangebot des Unternehmens erweitert.
Höhere Umsätze, aber Druck auf die Profitabilität
Das operative Ergebnis stieg im dritten Quartal von 74 Millionen auf 91 Millionen SEK. Bereinigt um Währungsbewertungen und Sondereffekte erhöhte sich das operative Ergebnis von 77 Millionen auf 98 Millionen SEK.
Die operative Marge ging allerdings von 9,0 auf 8,6 Prozent zurück. Die bereinigte operative Marge blieb mit 9,3 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.
Eine Belastung stellte insbesondere die schwächere Entwicklung des Geschäfts in China sowie der bereits zuvor etablierten britischen Werke dar. Beide Bereiche beeinträchtigten die lokale Profitabilität und damit das Konzernergebnis.
Der Gewinn nach Steuern erhöhte sich dennoch von 54 Millionen auf 57 Millionen SEK. Das Ergebnis je Aktie stieg von 1,92 auf 1,98 SEK.
Höhere Lagerbestände belasten Cashflow
Die angespannte Versorgungslage bei bestimmten Materialien wirkt sich zunehmend auch auf die Kapitalbindung aus.
Um die Lieferfähigkeit gegenüber Kunden sicherzustellen, hat NOTE seine Lagerbestände deutlich erhöht. Diese Vorsorgemaßnahmen belasteten den operativen Cashflow.
Im dritten Quartal lag der bereinigte operative Cashflow bei 11 Millionen SEK, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 121 Millionen SEK erreicht worden waren.
Lind-Widestam betonte, dass die effiziente Nutzung des Working Capital und insbesondere die Steuerung der Lagerbestände weiterhin zu den wichtigsten Prioritäten des Konzerns gehören.
Neunmonatsumsatz steigt auf 3,19 Milliarden SEK
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erzielte NOTE einen Umsatz von 3,19 Milliarden SEK, ein Plus von 14 Prozent gegenüber den 2,81 Milliarden SEK des Vorjahreszeitraums.
Organisch ging der Umsatz in diesem Zeitraum allerdings um 1 Prozent zurück.
Das operative Ergebnis lag mit 265 Millionen SEK leicht unter dem Vorjahreswert von 268 Millionen SEK. Bereinigt um Sondereffekte verbesserte es sich dagegen von 271 Millionen auf 298 Millionen SEK.
Der Gewinn nach Steuern sank von 195 Millionen auf 165 Millionen SEK. Auch die operative Marge ging im Neunmonatszeitraum von 9,5 auf 8,3 Prozent zurück.
Besonders deutlich zeigt sich die höhere Kapitalbindung beim Cashflow: Der bereinigte operative Cashflow verringerte sich von 379 Millionen auf 23 Millionen SEK. Der gesamte Cashflow nach Investitionen lag bei minus 799 Millionen SEK, verglichen mit plus 317 Millionen SEK im Vorjahr.
Trotz dieser Belastungen sieht sich NOTE nach den ersten neun Monaten in einer stärkeren Position. Der Konzern verweist auf zusätzliche Fertigungskapazitäten, ein erweitertes Leistungsangebot und die Rückkehr zu organischem Wachstum.
NOTE ist ein europäischer Elektronikfertigungsdienstleister mit 14 Standorten in Europa und Asien sowie rund 1.800 Beschäftigten. Das Unternehmen fertigt unter anderem bestückte Leiterplatten und komplette elektronische Baugruppen für Kunden aus den Bereichen Medizintechnik, Sicherheit und Verteidigung, Industrie, GreenTech und Kommunikation.



